Wochenbettdepression – die postpartale Krise

Traurige Mütter nach der Geburt

[dropcap]D[/dropcap]ie Schwangerschaft einer jeden Frau gehört zu der schönsten Zeit in ihrem Leben. Verläuft dann noch die Entbindung zur vollen Zufriedenheit, dann ist die junge Mutti einer der glücklichsten Frauen der Welt. Leider kann es aber auch anders verlaufen, manche Frauen verfallen in Wochenbettdepressionen. Sie alle kennen sicherlich den Begriff und den damit zusammenhängenden Zustand einer Depression, eine Wochenbettdepression hingegen ist nicht so bekannt. Vereinfacht gesagt ist es eine psychische Störung nach einer Schwangerschaft. Dieser Zustand tritt in den unterschiedlichsten Situationen auf. Er reicht von einer leichten Traurigkeit, über eine ausgeprägte Wochenbettdepression bis zu schwersten psychotischen Erkrankungen.

Formen der Wochenbettdepression

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Postpartal oder postnatal – vom Baby Blues bis zur schlimmen Wochenbettpsychose

Wie schon erwähnt, gibt es die unterschiedlichsten Formen von Wochenbettdepression. In der Fachsprache werden sie als postpartale oder postnatale Depressionen bezeichnet. Die leichten unter ihnen vergehen recht schnell wieder nach ein paar Tagen. Man spricht dann vom sogenannten Baby Blues. Eine schwerwiegende Wochenbettdepression kann viele Wochen und auch oft länger als 1 Jahr andauern. Diese heftige Art ist eine Wochenbettpsychose. Sie ist die schlimmste Form, sie beginnt sehr abrupt und endet ziemlich schnell, leider oft auch mit einer Einweisung in ein Krankenhaus.
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Posttraumatische Depression – die Geburt als traumatisches Erlebnis

Dann gibt es noch die posttraumatische Wochenbettdepression. Die Entbindung wurde als Trauma empfunden, zum Beispiel bei Frühgeburten oder Totgeburten, oder das Baby ist behindert auf die Welt gekommen. Diese Wochenbettdepressionen zählen aber zu den Ausnahmen. 50 – 70 % aller Frauen erleben den Baby Blues und bis zu 15% können an Wochenbettdepressionen erkranken. Besonders gefährdet sind Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden.
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Ursachen und Wirkung

Wen trifft es, wer ist besonders gefährdet an einer Wochenbettdepression zu erkranken? Eine Geburt ist eine große Kraftanstrengung, die im Normalfall auch sofort vergessen ist, sobald das Baby auf der Welt ist. Aber die Hormone können ins Ungleichgewicht kommen, der Östrogenspiegel kann abfallen und ein Mangel an Schilddrüsenhormonen können ihr übriges tun.

Eisenmangel oder Geburtskomplikationen, kurz, das Gleichgewicht des Körpers gerät aus den Fugen. Aber auch die Vorstellung vom kompletten Mutterbild kann eine Ursache sein. Die Fragen, die sich viele stellen, lauten: „Werde ich eine gute Mutter sein? Werde ich allen Erwartungen gerecht, tue ich alles für mein Baby?“

Dieses „Gedankenkarussell“ dreht sich kontinuierlich im Kopf und das Grübeln beginnt. Frauen mit einem großen Selbstwertgefühl wird es weniger treffen, auch Frauen in einer glücklichen und gesunden Partnerschaft eher weniger. Wenn das Umfeld aber schon ziemlich labil ist, dann ist die Frau auch angreifbarer für Depressionen. Eine Form der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins macht sich breit.

Was können Sie nun dagegen tun?

Sie können gegen eine Wochenbettdepression natürlich selber so einiges tun. Ein gesundes soziales Umfeld, die Unterstützung von Arzt und Hebamme, Ehepartner und Familienmitgliedern annehmen. Das hilft Ihnen dabei sich sicher und geborgen zu fühlen.

Zu wissen, dass jemand da ist, wenn Hilfe und Rat gebraucht wird, ist ein angenehmes und beruhigendes Gefühl. Schrauben Sie gleichzeitig Ihre Erwartungen an sich selber zurück und setzen Sie Ihre Ziele nicht zu hoch. Dann hat eine Wochenbettdepression fast keine Angriffsfläche. Sie, Ihr Kind und Partner bilden eine Einheit, die durch nichts zu erschüttern ist.

Bild: P.J.P – Flickr.com (CC BY-ND 2.0)

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