Gesundheit

Wie gesund sind Deutschlands Kinder wirklich?!

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte vor Kurzem die Ergebnisse einer umfangreichen Untersuchung zum Thema „Kinder- und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS)“ veröffentlicht. Die Untersuchungsergebnisse beinhalten 14 Fachartikeln, aus denen der Leser unter anderem die Antworten auf die Fragen findet, wie viel sich Jugendliche bewegen, ob Heranwachsende rauchen, wie häufig sie Allergien, ADHS oder Alkoholprobleme haben und was ihre Lebensqualität beeinflusst.

Guter allgemeiner Gesundheitszustand bei deutschen Jugendlichen

[dropcap]H[/dropcap]err Reinhard Burger, Präsident des RKI, ist der Meinung, dass etwa 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen sehr guten oder guten allgemeinen Gesundheitszustand aufweisen. Immer mehr Kinder und Jugendliche treiben Sport oder bewegen sich einfach, die meisten von ihnen leben in stabilen Familienverhältnissen und das Rauchen bei Jugendlichen wird immer mehr verpönt.

Laut der Untersuchung sind jedoch Kinder aus armen Familien gesundheitlich benachteiligt. Auch die Zahl der Heranwachsenden mit Allergien nimmt weiterhin zu und immerhin 20 Prozent der Kinder weisen psychische Auffälligkeiten auf.

Bei der aktuellen Untersuchung zogen die Wissenschaftler einen Vergleich mit den Daten aus der ersten Erhebungswelle, die zwischen 2003 und 2006 stattgefunden hatte, vor. Das Ergebnis war sehr alarmierend.

Die Ergebnisse des Vergleichs

Der Vergleich brachte interessante Ergebnisse zum Vorschein:

Chronische Erkrankungen

Ungefähr jeder sechste Jugendliche unter 18 Jahren leidet in Deutschland unter einer chronischen Erkrankung. Obwohl sie krank sind, können sie trotzdem ein fast normales Leben wie ihre Gleichaltrigen führen. Lediglich jeder Fünfte davon ist durch seine Krankheit eingeschränkt. Das ergab eine Studie mit mehr als 12.000 befragten Eltern.

Die häufigste Krankheit bei den 7- bis 17-Jährigen ist die Migräne, fünf Prozent Kinder in diesem Alter sind davon betroffen. Bei den Null- bis Sechsjährigen sind es Herzkrankheiten (zwei Prozent), bei den Null- bis Zweijährigen dagegen Fieberkrämpfe.

Familienverhältnisse

Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche häufiger chronisch krank sind, wenn sie nur mit einem Elternteil aufwachsen.

Das führt oft auch zu anderen Auffälligkeiten. Vor drei Jahren wuchsen 17 Prozent der etwa 12,9 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur bei einem alleinerziehenden Elternteil auf.

Sport und Bewegung

Neben dem Sport in Kindergärten oder Schule treiben rund 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren regelmäßig Sport. 80 Prozent Kinder sind mindestens zwei Stunden pro Woche sportlich aktiv, 78 Prozent der drei- bis zehnjährige Kinder toben sich aus und spielen mehr als fünfmal pro Woche an der frischen Luft.

Alkohol- und Zigarettenkonsum

Die Zahlen zum Alkoholkonsum sind schockierend. Bis zu 11,5 Prozent der 11- bis 17-Jährigen trinken mindestens einmal im Monat Alkohol – und zwar sechs oder mehr alkoholische Getränke.

Bei den Zigaretten ist die Entwicklung hingegen positiv: Die Zahl der qualmenden Jugendlichen hat sich zwischen den zwei Erhebungen von 20,4 auf 12 Prozent reduziert. Man muss allerdings sagen, dass vor allem Jugendliche aus armen Familien dazu neigen, regelmäßig oder sogar jeden Tag zu rauchen.

28- Rauchen & Jugend

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Dmitriy Shironosov

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