Wie verabreicht man Kindern Medikamente richtig?

[dropcap]I[/dropcap]st der Nachwuchs krank, dann möchte man als Eltern gerne schnell helfen. Nicht immer geht das ohne Medikamente. Aber Antibiotika-Säfte schmecken nicht, von Augentropfen oder Ohrentropfen ist der Nachwuchs ebenfalls wenig begeistert und beim Zäpfchen setzt das große Weinen ein.

Kinder Medikamente richtig verabreichen:
Welche Tricks gibt es?

  • Zunächst einmal ist für Eltern ganz wichtig, dass sie ihrem Kind nicht eigenmächtig Medikamente verabreichen. Es sollte immer mit dem Arzt abgesprochen werden, welche Dosierung der kleine Patient benötigt. Auf keinen Fall sollte die Erwachsenendosierung einfach auf das Gewicht des Kinders runtergerechnet werden.
  • Mit einer Spritze lassen sich flüssige Medikamente genau dosieren.
  • Säfte und Tropfen sollten Kinder immer in einer sitzenden und aufrechten Position verabreicht bekommen.
  • Wenn Sie Ihrem Kind ein Zäpfchen verabreichen müssen, dann sollten Sie dieses zunächst in der Hand erwärmen und außerdem noch mit etwas Vaseline oder Babycreme bestreichen, damit es besser flutscht. Das Kind sollte mit leicht angewinkelten Beinen auf dem Rücken liegen.
  • Ohrentropfen sollten nie zu kalt verabreicht werden, das Fläschchen am besten vor dem Einträufeln eine Weile in der Hosentasche anwärmen.
  • Wenn Augentropfen verabreicht werden müssen, dann sollten diese in den Augeninnenwinkel geträufelt werden. Dabei sollte das Unterlid sanft heruntergezogen werden.
  • Bei Augen- und Ohrentropfen sollte mit der Pipette niemals das kranke Auge oder Ohr berührt werden. Außerdem darf die Dosierspitze nicht mit der Hand angefasst werden, weil es sonst nämlich zu Verunreinigungen oder zu Infektionen kommen kann.
  • Medizin sollte nicht ins Babyfläschchen gegeben werden. Denn wenn die Flasche nicht ganz ausgetrunken wird, bekommt das Kind nur einen Teil der nötigen Menge. Außerdem können einige Medikamente, die zusammen mit Essen oder Getränken verabreicht werden, zu verdünnt sein und somit ihre Wirkung verlieren.
  • Obwohl viele Arzneisäfte für Kinder gesüßt und aromatisiert sind, haben sie oftmals einen bitteren Nachgeschmack. Reden Sie Ihrem Kind nicht ein, dass der Saft lecker ist, sondern gehen Sie entschlossen und entschieden vor. Sie können schlecht schmeckende Säfte auch mit einer Pipette oder Spritze hinter die Backenzähne träufeln. Denn so wird der Schluckreflex ausgelöst, der Saft hingegen kommt kaum mit der Zunge in Berührung.

Was tun, wenn Kinder die Tabletten nicht schlucken können oder es nicht wollen?

Meistens bekommen Kinder Säfte oder Zäpfchen verschrieben, die leichter als Tabletten, Kapseln oder Dragees zu verabreichen sind. Wenn aber doch einmal diese Arzneimittelform verordnet wird, dann ist die Einnahme häufig schwieriger, weil manche Kinder die Tabletten nicht schlucken können oder sich einfach auch verweigern. Hier ein paar Hilfestellungen, was man dann als Eltern tun kann. Allerdings sollte man nicht eigenmächtig handeln, sondern den Arzt oder Apotheker fragen, ob eine solche Handhabung bei dem jeweiligen Medikament in Ordnung ist.

  • Nur in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker können Kapseln auseinandergezogen oder aufgestochen werden. Der Inhalt kann dann vom Löffel – möglicherweise auch mit ein wenig Nahrung – verabreicht werden.
  • Tabletten können im Mörser klein gerieben oder auch in Wasser aufgelöst werden. Aber auch das sollte mit dem Arzt oder Apotheker abgesprochen werden. Denn Filmtabletten zum Beispiel haben einen speziellen Überzug, der den Wirkstoff vor der Magensäure schützt. Sie dürfen deshalb nicht zerkleinert werden. Auch Dragees haben einen Überzug, der nicht zerkleinert werden sollte, weil entweder den Wirkstoff schützt oder aber verhindert, dass der bittere Geschmack des Wirkstoffs wahrgenommen wird.
  • Tabletten rutschen besser, wenn sie aufrecht sitzend oder sogar stehend eingenommen werden. Die Tablette auf die Zunge des Kindes und es bei leicht nach vorn geneigtem Kopf einen großen Schluck nachtrinken lassen. Den Kopf nicht in den Nacken legen. Damit Tabletten nicht in der Speiseröhre kleben bleiben, sollte Flüssigkeit, am besten Wasser, nachgetrunken werden.

Bildquelle: ©Chepko / iStock / thinkstockphotos.de

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