Wie Babys das Sprechen lernen

[dropcap]M[/dropcap]it dem Sprechenlernen erreicht Ihr Nachwuchs einen echten Meilenstein in seiner Entwicklung. Von nun an kann sich Ihr Kind nicht nur über Mimik, Gestik sowie Weinen ausdrücken, sondern fängt an, Sie mit Worten an seiner kleinen Welt und seinen spannenden Gedanken teilhaben zu lassen. In diesem Artikel erfahren Sie Wissenswertes rund um das Thema der Sprachentwicklung und wie Sie Ihr Kind fördern können.

Sprache beginnt bereits mit wenigen Wochen

Babys sind unglaublich wissbegierig und lernfreudig. Gerade im ersten Lebensjahr wird das immer wieder deutlich. Erst das Köpfchen heben, dann drehen, sitzen und schließlich krabbeln. Einige können das Laufen lernen nicht abwarten und starten daher erste wackelige Gehversuche noch vor dem ersten Geburtstag. Mit dem Sprechen ist es nicht anders. Ab dem zweiten Monat weichen Geräusche wie das laute Schreien, Hunger-Weinen und fröhliche Glucksen neuen Lauten wie beispielsweise „gu“, „go“ oder „gr“. Ihr Nachwuchs trainiert von nun an fleißig seine sprachlichen Fertigkeiten. Schließlich ist es nicht nur für Mutter und Vater schwer auszumachen, welche Bedürfnisse das Baby hat, sondern auch für das Baby ist es nervenaufreibend, wenn die Eltern nicht (gleich) wissen, was es möchte.

Die ersten Laute

Etwa ab dem neunten Monat beginnt Ihr Baby, einzelne Laute aneinanderzureihen. Vokale, also a, e, i, o und u, sind aufgrund ihrer Einfachheit besonders beliebt. Aber auch die Buchstaben „m“ und „b“ gehen den Kleinen leicht von der Zunge. Kein Wunder also, dass die ersten Worte oder besser gesagt Aneinanderreihungen von Lauten „baba“ sowie „mama“, manchmal auch „mamam“ sind. Genau genommen, weiß Ihr Kind gar nicht, dass es mit diesen lustigen Lauten seine Eltern bezeichnet, doch genauso sehr wie die Freude der Eltern wird auch seine Freude sein.

Babys lernen Worte durch Nachahmung

Um das erste Lebensjahr bildet Ihr Kind bewusst Worte. Es ist allseits bekannt, dass Kinder über das Nachahmen lernen und genauso ist es hier. Gibt Ihr Baby beispielsweise wieder einmal die Lautaneinanderreihung „mama“ von sich, dann bestätigen Sie dies, in dem Sie das Wort wiederholen und auf sich, falls Sie die Mama sind, oder eben auf diese zeigen. So lernt Ihr Nachwuchs die Bedeutung eines Wortes kennen. Handhaben Sie dies ebenfalls mit anderen Alltagsgegenständen und benennen die Dinge, auf die Ihr Kind zeigt.

Vom einzelnen Wort zum ganzen Satz

Im Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren lernt Ihr Sprössling beinahe jeden Tag neue Wörter. Ab jetzt kann es mit einer Kombination aus Zeigen und einzelnen Worten gezielt ausdrücken, wonach ihm der Sinn steht. Eltern sollten hier unbedingt aufmerksam sein, denn ein Begriff hat oft mehrere Bedeutungen. Ein Beispiel: Bringt Ihr Kind Ihnen freudestrahlend das Mützchen und ruft „auf“ möchte es Ihnen mit Sicherheit signalisieren, dass es die Kopfbedeckung aufsetzen möchte. Ähnlich sieht es aus, wenn sich Ihr Nachwuchs beim Frühstückstisch den Deckel der Margarine schnappt und „auf“ sagt. In dem Fall sollen Sie den Deckel ebenfalls aufsetzen, also die Packung verschließen. Mit „auf“ könnte aber auch gemeint sein, dass Sie etwas aufmachen sollen. Keine Sorge, mit der Zeit lernen Sie richtig zu deuten und Ihr Kind zu verstehen. Mit etwa vier Jahren kann sich Ihr Kind mit einfachen Worten in ganzen Sätzen verständlich ausdrücken.

Reden, Reden, Reden!

Sprechen Sie zu jeder Gelegenheit mit Ihrem Kind und erklären Sie ihm, wenn es sie wieder einmal gespannt beobachtet, was Sie da gerade tun. Die gute alte Gutenacht-Geschichte fördert zudem das Sprachgefühl. Kinder ahmen Geräusche und leider auch die Babysprache von manchen Erwachsenen nach. Da kann Nachbars Katze ganz schnell zu „miau“ werden. Natürlich würden Sie Ihr Kind gern korrigieren, seien Sie damit jedoch vorsichtig. Das Korrigieren könnte Ihrem Nachwuchs das Gefühl geben, dass es etwas falsch gelernt hat und somit die Motivation verlieren. Besser ist es, wenn Sie nicht ganz so offensichtlich berichtigen: „Ja das ist eine Katze und die macht „miau“. So bestätigen Sie Ihr Kind und sagen es ihm gleichzeitig korrekt vor.

[box type=infobox]Fazit: Sprechenlernen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Unterstützen Sie Ihr Kind, überfordern Sie es jedoch nicht. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Sofern Ihr Kind tatsächlich eine Verzögerung in der Entwicklung hat, wird dies dem Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auffallen.[/box]

Bild: deanwissing – Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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