Mädchen mit Milchglas | © panthermedia.net /StephanieFrey

Wenn Kinder keine Milch vertragen – Der Umgang mit einer Milcheiweißallergie

Joghurt, Eis, Käse und alle weiteren Milchprodukte sind aus unserem Speiseplan heutzutage nicht mehr weg zu denken. Für Kuchen, zum Kochen oder einfach nur einen Schluck für den Kaffee; Milch nutzen wir für unglaublich viele Mahlzeiten und Produkte. Ebenfalls ganz wichtig ist es durch die enthaltenen Nährstoffe wie Calcium für unsere Kinder, doch was passiert wenn unsere Kleinsten aufgrund einer Milcheiweißallergie dieses wichtige tierische Produkt nicht vertragen?

Wenn Kinder keine Milch vertragen

[dropcap]I[/dropcap]mmer häufiger werden Allergien bei uns und unseren Kindern festgestellt, was mittlerweile auch auf einigen bekannten Internetseiten stark thematisiert wird. Besonders Babys und Kleinkinder sind auf dringend auf Milch und Milchprodukte angewiesen. Doch allein in Deutschland reagieren etwa zwei bis fünf Prozent der Kinder auf bestimmte Proteine in Milch allergisch. Diese Allergie ruft bei ihnen oft Magen-Darm Beschwerden und Hautirritationen auf, die wir als Eltern natürlich zu vermeiden wissen wollen. Was man also dringend über die Milcheiweißallergie wissen sollte und wie man sie richtig behandeln kann, haben wir für euch hier zusammengefasst.

Die Milcheiweißallergie

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Bevor man fest von einer Milcheiweißallergie ausgehen kann, sollte man unbedingt zuerst eine einfache Milchzuckerunverträglichkeit, also eine Laktoseintoleranz ausschließen. Hier würde der Körper auf Milch, Sahne oder Eis reagieren aber kleine Mengen Käse oder Joghurt vertragen. Im Falle einer Milcheiweißallergie reagiert er bereits auf kleinste Mengen Milch.

Dieser Vorgang kommt durch eine Überreaktion des Immunsystems zustande. Hier werden spezifische Antikörper gebildet, die Abwehrmechanismen starten und dadurch die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, wie zum Beispiel Histamin, auslösen. Daraus folgen dann die besagten Symptome, wie beispielsweise Magen-Darm Probleme oder Hautirritationen, die auch wie weitere Anzeichen auf bekannten Informationsseiten wie dieser hier aufgeführt werden. So können wir Eltern uns zusätzlich selbst über möglich auftretende Symptome informieren.

Bei 60-80 Prozent der betroffenen Kinder verliert sich die Milcheiweißallergie bis zum Alter von drei Jahren zwar, doch sollte das nicht der Fall sein ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Allergie dauerhaft zu bewältigen und zu therapieren ist.

Problematik und Therapie

Milchprodukte | © panthermedia.net /nevodka

Milchprodukte | © panthermedia.net /nevodka

Ganz allgemein besteht die Problematik der Milcheiweißallergie darin, dass man ab dem Tag der Diagnose nicht mehr einfach essen kann was man möchte. Zuhause können wir als Eltern darauf achten, was wir einkaufen und was wir unseren Kindern zu essen geben. Über Nährstoff- und Inhaltsstofftabellen auf vielen Lebensmitteln, können wir bereits im Supermarkt sehen, welche Produkte wir ohne Bedenken kaufen können und welche besser nicht mitgenommen werden sollten.

Ist unser Kind aber bei Freunden, im Kindergarten oder auch im Urlaub, können wir nicht immer kontrollieren was an Lebensmitteln angeboten wird und welche Nahrung unsere Kinder zu sich nehmen. Hier ist es besonders wichtig und unerlässlich, dass wir unsere Kleinsten so früh wie möglich über ihre Allergie aufklären und ihnen lernen, wie sie damit umzugehen haben und was sie beachten müssen. Das ist das A und O, wenn sie ein selbständiges Leben führen können sollen.

Die Therapie, in Bezug zu der Milcheiweißallergie, sieht vor, dass eine komplette Ernährungsumstellung vorgenommen wird. Das bedeutet, dass Milch und Milchprodukte ohne Ausnahme vom Speiseplan der betroffenen Person gestrichen werden. Dies ist zwar ein relativ große Umstellung, aber angebotene Ersatzstoffe machen es einfacher sich daran zu gewöhnen.

Mögliche Ersatzstoffe

Reismilch | © panthermedia.net /eskymaks

Reismilch | © panthermedia.net /eskymaks

Produkte wie Butter und Sahne kann man oft trotz einer Milcheiweißallergie verwenden, da man diese Produkte meist nur in geringen Mengen zu sich nimmt und weil darin sowieso nur vergleichsweise wenig Eiweiß enthalten ist. Das ist jedoch nicht bei jedem Allergiker so und sollte daher vorsichtig und vor allem am besten unter professioneller Aufsicht getestet werden. Ein guter Tipp ist es auch Sahne mit Wasser zu verdünnen, denn geschmacklich ist dies nicht wirklich verändert.

Ebenfalls empfehlenswert ist Reismilch. Diese ist zwar nicht zu 100% mit Milch vergleichbar, ist aber ähnlich. Lediglich muss man hierbei drauf achten, dass sie mineralstoff- und eiweißärmer ist. Deswegen sollte man bei immer darauf achten, dass das Kind genug Nährstoffe zu sich nimmt, welche sonst in Milch erhalten wären. Hier zählen besonders Calcium und Eiweiß dazu. Calcium lässt sich ersatzweise in Mineralwasser und Gemüsesorten wie Broccoli finden. Eiweiß kann ausreichend über Fleisch, Fisch und Ei zu sich genommen werden.

Sojaprodukte sind zwar am ehesten mit Milchprodukten zu vergleichen, jedoch sind bei einem Drittel bis zur Hälfte der Milcheiweißallergiker Sensibilisierungen auf Soja beobachtet worden. Auch hier sorgen Verträglichkeitstests für Gewissheit.

Fazit zum Umgang mit einer Milcheiweißallergie

Kind hat Spaß am Essen | © panthermedia.net /evgenyatamanKind hat Spaß am Essen | © panthermedia.net /evgenyataman

Kind hat Spaß am Essen | © panthermedia.net /evgenyataman

Ohne wenn und aber ist eine Milcheiweißallergie gerade für unsere Kinder nicht sehr angenehm. Ist sie noch nicht diagnostiziert, können verschiedenste Symptome auftreten, die schmerzhaft sein können. Steht die Diagnose dann, führt diese unmittelbar zur kompletten Ernährungsumstellung. Hat man sich aber erstmal mit dem Umgang damit und den möglichen Therapiemöglichkeiten auseinander gesetzt, kann jedes Kind über so einer Milcheiweißallergie stehen und das Leben trotzdem genießen.