Sonographische Feindiagnostik

Was ist die Sonographische Feindiagnostik?

[dropcap]S[/dropcap]onographische Feindiagnostik, auch Feinultraschall oder Organscreening genannt, bezeichnet die Untersuchung des ungeborenen Kindes im Mutterleib mithilfe eines Ultraschallgerätes, das besonders hochauflösende Bilder macht. Diese Form der Untersuchung ermöglicht es, viele Erkrankungen des Kindes bereits frühzeitig zu erkennen. Im Folgenden finden Sie alles Wissenswerte über die sonographische Feindiagnostik auf einen Blick.

Zu welchem Zeitpunkt sollte die Untersuchung vorgenommen werden?

Idealerweise wird die sonographische Untersuchung zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche vorgenommen, da zu diesem Zeitpunkt die Organe des Kindes bereits vollkommen entwickelt sind. Die Ärzte, die diese Untersuchung durchführen, sind in der Regel für die Sonographische Feindiagnostik besonders ausgebildet. Das bedeutet, nicht jeder Gynäkologe ist in der Lage, einen Feinultraschall durchzuführen, sondern überweist die Patientin gegebenenfalls an einen Spezialisten.

Was wird bei der Sonographischen Feindiagnostik untersucht?

Die Sonographische Feindiagnostik wird in Deutschland dazu eingesetzt, 16 Organe bzw. Organsysteme zu untersuchen. Ziel ist es, einerseits festzustellen, ob alle Organe vorhanden sind, andererseits deren Entwicklung zu kontrollieren. Durch die Sonographische Feindiagnostik ist es möglich, sowohl einige Entwicklungsstörungen, als auch körperliche Auffälligkeiten zu erkennen. Besonders untersucht wird im Zuge des Organscreenings das Gesicht, der Kopf, die Wirbelsäule, der Bauch, die Extremitäten, der Magen-Darm-Trakt, die Nieren und Harnwege und das Herz.

Durch die Sonographische Feindiagnostik lassen sich im Gesicht des Kindes Gesichtsspalten, ein ungewöhnlich kleiner oder großer Augenabstand oder ein ungewöhnliches Gesichtsprofil erkennen. Der Kopf wird gescannt, um zum Beispiel ein Hydrocephalus, d. h. eine Ansammlung von Hirnflüssigkeit oder einen Mikrocephalus, einen zu kleinen Kopf auszuschließen. Die Wirbelsäule wird auf Besonderheiten wie Formen von Spina bifida (Verschlussstörungen des Rückenmarkkanals) untersucht.

Die Sonographische Feindiagnostik ermöglicht es auch einen Nabelschnur- oder Zwerchfellbruch zu erkennen. Bei der Untersuchung der Extremitäten, werden diese beispielsweise auf Formen von angeborenen Hand- und Fußfehlbildungen untersucht. Besonderheiten bei der Untersuchung des Magen-Darm-Traktes wären hingegen etwa Verlegungen und Verstopfungen. Die Sonographische Feindiagnostik lässt auch mögliche Herzfehler erkennen.

Wer kommt für die Sonographische Feindiagnostik in Frage?

Nicht jede Schwangere ist in Deutschland für einen Feinultraschall vorgesehen. So gehört diese Untersuchung nur in einigen wenigen Bundesländern wie zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern zu den regulären Leistungen der Krankenkasse während einer Schwangerschaft. In den meisten anderen Bundesländern bedarf es einer Überweisung durch den Gynäkologen, begründet auf dem Vorliegen von Risikofaktoren oder dem Hinweis auf Fehlbildungen.

Grenzen der Sonographischen Feindiagnostik

Auch wenn die Sonographische Feindiagnostik keine Entwicklungsstörungen erkennen lässt, so ist eine Fehlbildung des Kindes nie mit vollkommener Sicherheit ausgeschlossen. Es gibt Besonderheiten, die mithilfe des Organscreening nicht erkannt werden können. Einerseits, weil bestimmte Fehlbildungen erst im weiteren Schwangerschaftsverlauf erkennbar werden, andererseits sind der Technik von heute immer noch Grenzen gesetzt.

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