Was ist das Wichtigste zur Nabelpflege bei Neugeborenen?

[dropcap]W[/dropcap]ährend der Schwangerschaft war das Loch in der unteren Bauchmitte des noch ungeborenen Kinds der Nabel zur Welt. Der Fötus war über die Nabelschnur mit der Plazenta und damit mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden und wurde dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Nach der Geburt beginnt das eigenständige Leben, die Nabelschnur wird durchtrennt. Der Rest der Nabelschnur fällt meistens erst zwischen dem fünften und zehnten Lebenstag ab. In den meisten Fällen verheilt der Nabel bei Neugeborenen ohne Probleme. Damit es jedoch nicht zu Entzündungen kommt, sollte einiges beachtet werden.

Was ist wichtig bei der Nabelpflege?

  • Hebammen gehen unterschiedlich mit der Pflege des Nabels um. Einige nutzen Puder, andere antiseptische Flüssigkeiten. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation lautet, dass die Nabelpflege nur mit Wasser und eventuell zusätzlich mit Seife erfolgen soll.
  • Je weniger der Nabel berührt wird, umso besser ist es für die Heilung.
  • Auch wenn man Nabel möglichst nicht mit den Fingern berühren sollte, sollte man die Augen offen halten. Denn der Nabel kann sich entzünden.
  • Der Nabel soll unbedingt trocken gehalten werden und von der Windel unbedeckt bleiben.
  • Um sicherzustellen, dass der Nabel trocken gehalten wird, gibt es verschiedene Varianten. Bei der so genannten geschlossenen Variante legt man eine sterile, aber luftdurchlässige Nabelkompresse an. Mit dieser schafft man auch einen Abstand zwischen Haut und der Klemme, die somit nicht scheuern kann.
  • Die Nabelkompresse muss, falls sie feucht wird, sofort ausgewechselt werden. Zuvor muss der Nabel dann vorsichtig trocken getupft werden.
  • Bleibt die Kompresse trocken, dann reicht ein täglicher Wechsel bei der Pflege des Babys.
  • Möglich ist auch die offene Nabelpflege. Bei dieser Variante wird möglichst viel frische Luft an den Nabel gelassen. Die Windel muss dementsprechend umgeschlagen werden, damit Wunde und Klemme nicht bedeckt sind.
  • Wer nach einer alten Methode Puder verwenden möchte, muss die Reste unbedingt einmal täglich entfernen. Dazu sollten aber keine alkoholhaltigen Lösungen benutzt werden.
  • Vor der Nabelpflege sollten unbedingt die eigenen Hände gründlich gewaschen werden. Danach die Wunde mit einem Wattestäbchen und lauwarmen Wasser, das vorher abgekocht wurde, reinigen und anschließend vorsichtig und sanft trocken tupfen.
  • Die Nabelpflege schmerzt übrigens nicht, weil der Nabelschnurrest keine Nerven enthält. Wenn Babys dennoch bei der Pflege weinen, kann es sein, dass sie die Berührung an dieser Stelle als unangenehm empfinden.
  • Wenn der Nabel sich rötet, riecht oder gar blutet, sollte man dieses sofort der Hebamme zeigen oder einen Arzt aufsuchen. Aber dazu kommt es bei Neugeborenen nur selten. Frühgeborene sind allerdings häufiger von Entzündungen betroffen.
  • Wenn der Nabelschnurrest schließlich abgefallen ist, kann es unter Umständen sein, dass noch etwas Wundsekret aus dem Nabel ausgeschieden ist. Meistens ist das ganz harmlos. Bei stärkerem oder länger anhaltendem Austritt von Wundsekret sollte jedoch ein Arzt aufgesucht oder der Nabel der Hebamme gezeigt werden.
  • Der Nabel sollte auch nach dem Wegfall des Nabelschnurrestes noch weiter im Auge behalten werden – und das auch in den folgenden Monaten. Denn beim Nabel handelt es sich um eine recht empfindliche Stelle des kleinen Babykörpers, an der sich leicht Keime ansiedeln können. Deshalb sollte nach jedem Baden genau darauf geachtet werden, dass der Nabel immer trocken ist.

Bildnachweis: ©Dmitriy Shironosov / iStock / thinkstockphotos.de



 

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