Laut

Warum müssen Kinder laut sein

Der Geräuschpegel im Kinderzimmer steigt oft über die für das menschliche Ohr angenehme Grenze hinaus. Das nervt nicht nur die Eltern, auch die Nachbarn sind oft empört über die tobenden und schreienden Kinder auf dem nahen Spielplatz. In den meisten Fällen bringen solche Appelle nur herzlich wenig, weil lebhaftes Spielen, Lärmen und Brüllen einfach zum Kinderalltag gehören, und sind wichtig für eine normale Entwicklung. 

Stimme drückt die Persönlichkeit aus

[dropcap]N[/dropcap]icht nur Lärmen und Rufen gehören zum normalen Verhalten im Kindesalter, auch der lautstarke Einsatz der Stimme spielt für das soziale Miteinander unter Kindern eine relevante Rolle. Kinder brauchen ihre Stimme, um in einer Gruppe der Gleichaltrigen gut zurechtzukommen. Wenn sie ihre Stimme erheben, können sie besser lernen, sich zu behaupten. Wenn es viele Kinder bei Spielen gleichzeitig ausprobieren, kann es einfach ziemlich laut werden. So was kommt vor allem bei Kampf- oder Ritterspielen der Jungs vor.

Bei den Jungs geht es besonders intensiv darum, sich zu messen und sich gegenüber anderen durchzusetzen. Schon bei den Säuglingen kommt es vor, dass sie sich behaupten wollen. Durch minutenlanges Gebrüll machen sie auf sich aufmerksam. Sie werden besonders dann laut, wenn sie hungrig sind oder sich unwohl fühlen. Dank unterschiedlicher Lautstärke können die Kleinen ihre Grundbefindlichkeiten und Bedürfnisse ausdrücken, weil es für sie die einzige Kommunikationsmöglichkeit ist.

Kinder experimentieren mit ihrer Stimme

Schon im Krabbelalter entdecken die Kids, dass man seine Stimme auch variieren kann. Sie beginnen nämlich mit dada“ oder „lala“ ihre ersten Laute zu bilden. Diese werden dann gekonnt spielerisch in allen Tonlagen und Geräuschpegeln nuanciert. Kinder müssen erst lernen mit ihrem Stimmapparat überhaupt umzugehen. Damit sie ihre Stimme modulieren können, müssen sie diese häufig anwenden und ausprobieren. Wenn sie schon sprechen können, wird der Einsatz der Stimme immer mehr durch die Umgebung gesteuert.

Es bleibt dann die Aufgabe der Eltern, den Kindern ein Feedback zu geben, ohne sie grundsätzlich in ihrem Spiel einzuschränken. Mit Sätzen wie „Komm flüstere mir ins Ohr“ können Eltern auf die Kinder zukommen und Kommunikation auf Augenhöhe suchen. Sie sollten dann aber unbedingt ruhig, relativ leise und gelassen bleiben, damit ein guter Vorbildcharakter gegeben wird.

Was sagt das Gesetz?

Die momentane Gesetzeslage sollte Eltern keine Sorgen mehr machen. Im vergangenen Jahr hatte der Deutsche Bundestag eine Änderung des Emissionsschutzgesetzes verabschiedet. Daraufhin sind Geräuscheinwirkungen, die von Kindern hervorgerufen werden, nicht mehr als schädliche Umwelteinwirkung einzustufen.

Falls die Nachbarn künftig gegen Kinderlärm klagen wollen, werden sie es nun schwerer haben. Man sollte aber auf der anderen Seite auch die Rücksichtnahme lernen, weil das Gesetz nicht als Freibrief für Kinder-Toben und Lärmen ohne Limit verstanden werden soll.

Darf ich mein Kind schreien lassen? – Fragen & Antworten ?! | Das Glückskind |

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Steffen Winkler

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