Wann und wie soll man ein Kleinkind fördern?

[dropcap]T[/dropcap]urnen, Baby-Schwimmen, musikalische Früherziehung, Lernspiele mit englischen Vokabeln und mehr: Viele Kinder werden schon früh auf unterschiedliche Weise gefördert – manchmal vielleicht auch einfach zu viel. Ein Grund dafür kann sein, dass Eltern zunehmend Angst haben, dass der Nachwuchs den ständig steigenden Anforderungen in unserer Gesellschaft später nicht gerecht wird. Denn wirklich gute Chancen im späteren Berufsleben scheinen nur die Besten zu haben. Deshalb sind heutzutage viele Eltern verunsichert, ob sie den Grundstein für eine berufliche Karriere ihrer Nachkommen schon im Kleinkinderalter legen müssen.

Ab wann macht Kleinkind-Förderung Sinn? Und was für Nachteile hat eine frühe Förderung?

  • Die einfachste Art, Kinder zu fördern, ist erst einmal, der Kreativität und der Fantasie der Kleinen freien Lauf zu lassen. Vorgaben, wie man zum Beispiel etwas malen oder bauen sollte, ist falsch; Hilfestellungen, zum Beispiel beim Halten eines Stifts oder beim Umgang mit Klebe, sind hingegen in Ordnung. Experten meinen, dass Kindern unter drei Jahren keine Vorgaben beim Basteln oder anderen Beschäftigungen gemacht werden sollten.
  • Hirnforscher sagen, dass Kinder zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr recht mühelos eine zweite Sprache erlernen. Kinder, die zum Beispiel aufgrund der Herkunft ihrer Eltern, zwei Sprachen kennen lernen, können so ohne Druck oder Zwang gefördert werden.
  • Eine Sprache, die in diesem Alter zwischen zwei und vier Jahren erlernt wird (zum Beispiel auch aufgrund eines zeitweiligen Auslandsaufenthalts der Eltern), kann später aber auch wieder verlernt werden, wenn nicht weiter trainiert wird. Die Vokabeln werden vergessen.
  • Kindern schon vor der Schule das Lesen oder Schreiben beizubringen, macht keinen Sinn. Denn es kann passieren, dass diese Kinder sich dann im Schulunterricht langweilen. Das schmälert die Lust am Lernen.

Wie kann ich mein Kind fördern?

  • „Alleine machen“ – schlechthin das Motto von Kindern im Alter von etwa zwei bis drei Jahren. Auch wenn man zwischenzeitlich vielleicht genervt ist, weil es schneller geht, wenn Mama und Papa helfen beim Brei löffeln oder Schuhe anziehen: Generell sollte man die ersten Versuche der Selbstständigkeit fördern, denn sie sind wichtig.
  • Auch wenn der kleine Nachwuchs seine eigene Kreativität ausleben soll, können Eltern altersgemäß fördern. Spielend lernen können nämlich auch schon Kinder im Alter ab zwei Jahren. Die meisten Eltern machen das automatisch, indem sie Kindern zum Beispiel in Bilderbüchern verschiedene Tiermotive zeigen und dazu die passenden Geräusche machen. Das kann man auch noch ausweiten: Einfach einige Geräusche, wie eine Tür, die quietscht, oder ein Auto, dessen Motor gestartet wird, mit dem Smartphone aufnehmen und Kindern vorspielen. Dabei entsprechende Bilder (entweder aus Zeitungen oder eigene Fotos) zur Auswahl hinlegen. Das Zuordnen macht den Kleinen Spaß und sie fördern Ihr Kind spielerisch.
  • Im Alter von drei Jahren funktioniert das Kurzzeitgedächtnis schon recht gut, während das Langzeitgedächtnis noch nicht so zuverlässig arbeitet. Das setzt meistens erst etwa ein Jahr später ein. Eltern können ihrem Nachwuchs helfen, das Gedächtnis zu trainieren, indem sie zum Beispiel immer wieder mal über Ereignisse sprechen, die schon zurückliegen.
  • Kleine Kinder haben viele Fragen und einen großen Wissensdurst. Die Fragen sollten ehrlich beantwortet werden (der Nikolaus und Weihnachtsmann dürfen dabei selbstverständlich Ausnahmen bilden). Ansonsten aber sollte man immer versuchen, Kinderfragen so kindgerecht wie möglich und ehrlich zu beantworten.

Bild: ©Osuleo / iStock

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