Trotzphase

Trotzphase – mit Geduld und Liebe meistern

[dropcap]W[/dropcap]er kennt das nicht, ein schreiendes Kind, das partout nicht zuhören möchte. Man kann reden und beschwichtigen, es hilft nicht. Das Kind will unbedingt seinen Kopf durchsetzen und hört nicht hin – die Trotzphase. Sie beginnt etwa ab dem zweiten Lebensjahr und zieht sich bis ins fünfte Lebensjahr hin. In dieser Zeit entwickelt sich auch die Sprache und Kinder lernen zu (hinter-)fragen, zu verneinen oder auf etwas zu beharren und fordern damit ihr Gegenüber heraus.

Unangenehme Situationen sind kaum zu vermeiden

Eine typische Situation beim Einkaufen: Der Einkaufswagen ist voll, der Weg zur Kasse eingeschlagen, da entdeckt der kleine Knirps etwas und möchte es unbedingt haben. Ein klares „Nein“ hilft nicht immer bzw. nie, das Kind schreit und wirft sich hemmungslos auf den Boden. Alle schauen schon und es ist schwer dabei die Nerven zu behalten, wie soll man auch erklären, dass das Kind gerade in einer Trotzphase steckt.

Als Eltern gerät man oft in derartige Situationen, in denen man auf eine schwere Probe gestellt wird. Rund um die Uhr ist man da für sein Kind und versucht so gut wie möglich alles richtig zu machen. Wir wissen ja alle wie es ist ein sich sorgender Elternteil zu sein.

Und dies zieht sich über die gesamte Entwicklung des Sprösslings hin, vom Säuglingsalter über die Trotzphase bis zum jungen Erwachsenen. Aber wie viele andere Schwierigkeiten, so ist auch die Trotzphase ganz gut zu meistern.

Mögliche Ursachen der Trotzphase

Eine Trotzphase hat jedes Kind und sie kommt immer wieder. Nicht nur im Kleinkindalter. Aber keine Angst, damit sind Sie nicht allein, die Trotzphase müssen alle, wirklich alle Eltern durchmachen. Kinder sind immer wieder Trotzköpfe. Ursachen kann dies viele haben. Auch die, dass ein Kind einfach austestet, wie weit es gehen kann. Schließlich befinden sich Kinder stets in einer Lernphase. Kinder sind enttäuscht, wenn man ein Versprechen nicht einhalten kann oder wenn es von jemanden geärgert wurde.

Oder das Kind hat nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es gerade möchte, da reicht oft eine Unterhaltung unter Erwachsenen und das Kind möchte im gleichen Moment aber unbedingt auch etwas sagen. Kränkelnde Kinder können ebenfalls sehr trotzig sein und darüber hinaus kann auch Traurigkeit und Angst eine Trotzphase hervorrufen. Über- und Unterforderung können Kinder zum Trotzen bringen, sie sind nicht ausgelastet oder einfach überstrapaziert.

[box type=alert]Der Begriff „Trotzphase“ wird im Englischen übrigens mit „the terrible twos(die schrecklichen Zwei) übersetzt – ein recht treffender Begriff für das unberechenbare Verhalten von Kindern während dieser Phase![/box]

Hilfestellungen für die Eltern

Wie Sie sehen gibt es unzählige Ursachen für die Trotzphase. Sie immer richtig zu deuten ist nicht ganz einfach. Aber verlassen Sie sich im besten Fall auf Ihre Intuition, Ihr Bauchgefühl. Die meisten Eltern reagieren von alleine ganz richtig, ohne sich groß den Kopf zu zermartern über das Warum, Weshalb und Wieso.

Sie wissen meist warum das Kind trotzt und wenn man selbst akzeptiert, dass es einfach dazugehört, kann man auch gelassener mit der Trotzphase umgehen. Auch wenn es oft anstrengt, aber es ist immer sinnvoll selbst ruhig zu bleiben. Kinder sind sehr emotional und lernen ihre Gefühle erst kennen. Eine Reaktion der Eltern ist aber immer sofort erforderlich. Solche Konflikte sollten nicht verschoben werden, immer sofort reagieren und die Sache klären, denn Kleinkinder können später keinen Bezug mehr zur Situation herstellen.

Ruhige Worte, Verständnis, Geduld und Liebe

Was man keinesfalls tun sollte sind wütende Beschimpfungen und Vorwürfe von Kindern mit gleicher Münze heimzuzahlen, das steigert die Trotzphase eines Kindes noch zusätzlich. Immer so ruhig wie möglich bleiben und herausfinden, warum das Kind so wütend ist. Ruhige Worte und Verständnis können helfen. Sie kennen Ihr Kind am besten und auch seine Bedürfnisse. Aber Eltern müssen auch konsequent sein. Wenn Sie nachgeben, weiß das Kind, dass es nur laut genug schreien muss, um etwas zu bekommen.

Kinder müssen erst lernen mit ihren Gefühlen umzugehen und wo ihre Grenzen liegen. Eine Trotzphase ist ein wichtiger Entwicklungsschritt zum Erwachsen werden. Wenn das Kind anfängt sich selbst wahrzunehmen und der Willen der Eltern mit dem eigenen aufeinanderprallt, entstehen Konflikte. Als Eltern soll man seinem Kind helfen, dass es lernt seine Wut anders zu äußern als mit Geschrei und Gestampfe, Grenzen zeigen ja, aber nicht zu viel verbieten, dann überstehen Sie weitestgehend unbeschadet die Trotzphase.

Bild: rolands.lakis – Flickr.com (CC BY 2.0)

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