Stillen Fragen und Antworten

Stillen – 10 wichtige Fragen und Antworten

[dropcap]R[/dropcap]und um das Thema „Stillen“ gibt es viele unterschiedliche Ansichten und Meinungen von Müttern und Experten. Und doch sind es immer die gleichen Fragen, die von vielen Müttern kurz nach der Geburt gestellt werden. Lesen Sie in diesem Artikel die 10 wichtigsten und häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Stillen.

1. Muss ich überhaupt stillen?

Zweifellos ist Muttermilch das Beste für Ihr Baby, das schon einmal vorweg. Etwa ein bis zwei Tage nach der Geburt wird verstärkt Muttermilch gebildet. Muttermilch enthält viele gesundheitsfördernde und für Ihr Baby wichtige Inhaltsstoffe, wie Antikörper, Enzyme, Kohlenhydrate und Vitamine. Es soll Allergien vorbeugen und vor Infektionen schützen. Dennoch gibt es mittlerweile Pulvermilch, die der Muttermilch in ihrer Zusammensetzung relativ ähnlich ist und schon ab dem ersten Tag verfüttert werden kann. Daher müssen Sie nicht zwingend Stillen und können Ihr Baby auch mit Pulvermilch ernähren. An das natürliche Original kommt Pulvermilch allerdings bisher nicht heran.

2. Wie lange sollte ich stillen?

Diese Frage irritiert und verunsichert die meisten Mütter. Zumal es auch so unterschiedlich gehandhabt wird, einige Mütter stillen gar nicht, andere ein paar Monate und wieder andere bis zum 4. oder 5. Lebensjahr ihres Kindes.

Im Grunde sollten Sie solange stillen, wie es Ihnen und Ihrem Baby gut geht. Empfohlen wurden bisher 6 Monate, allerdings fanden Wissenschaftler erst kürzlich heraus, dass auch 4 Monate ausreichend wären um Allergien abzuwehren und die Immunabwehr zu stärken.

Mit diesen Empfehlungen als Anhaltspunkte können Sie nun selbst entscheiden, wie lange oder ob Sie überhaupt stillen möchten.

3. Ernährung und Medikamente – worauf sollte ich achten?

Während der Stillzeit sollten Sie auf folgende Lebens- und Genussmittel verzichten: Alkohol, Zigaretten, übermäßig viel Fett und Süßes. Hingegen sollten Sie sich ausgewogen und gesund ernähren: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Milchspeisen, Fisch und Fleisch – alles in Maßen versteht sich. Bei Medikamenten während der Stillzeit sollten Sie nicht nur im Beipackzettel des Präparats nachlesen, sondern sich zusätzlich noch bei Ihrem Kinderarzt, Apotheker oder Gynäkologen absichern.

4. Gerät meine Brust durch das Stillen außer Form?

In der Schwangerschaft schwellen die Milchdrüsen an und füllen sich mit Muttermilch, das führt zu einer übergangsweise größeren Brust. Wenn Sie stillen, dann nimmt Ihre Brust wieder an Volumen ab. Natürlich wird das Gewebe nach der Schwangerschaft und dem Abstillen etwas außer Form geraten, mit Sport, durchblutungsfördernden Wechselduschen und Massagen können Sie jedoch das Gewebe wieder beleben und straffen.

5. Stillen als Verhütungsmaßnahme?

Stillen kann den Eisprung verhindern, das muss aber nicht immer der Fall sein. Manche Frauen haben erst nach einem halben Jahr, andere schon einen Monat nach der Geburt wieder Ihren ersten Eisprung – daher ist Stillen kein 100 % sicheres Verhütungsmittel. Daher sollten Sie auf sichere Verhütungsmaßnahmen zurückgreifen, wie Kondome, Spirale oder Hormone. Am besten Sie besprechen die Methoden mit Ihrem Gynäkologen, denn hormonelle Verhütungsmaßnahmen könnten sich gegebenenfalls auch auf das Stillen auswirken.

6. Wohin mit zu viel Muttermilch?

Je öfter Sie stillen, und, falls Sie nach dem Stillen auch direkt noch Milch abpumpen, dann produzieren die Milchdrüsen noch mehr Muttermilch. Zu viel Muttermilch können Sie ausmassieren oder mit Hausmitteln die Produktion verringern: kühlende Wickel oder Trinken von Salbeitee. Eine weitere Alternative ist, die Milch abzupumpen und zu spenden. Sicherlich gibt es auch an Ihrem Wohnort sogenannte Sammelstellen für Muttermilch.

7. Behandlung wunder Brustwarzen?

Während dem Stillen sind Brustwarzen ohnehin sensibler. Der Grund für wunde Brustwarzen kann daran liegen, dass Sie Ihr Baby beim Stillen falsch angelegt haben. Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nicht nur an der Brustwarze saugt, sondern mehr als diese im Mund hat. Tipp: Verteilen Sie ein wenig Muttermilch auf Ihren Brustwarzen und lassen Sie diese antrocknen – das wirkt entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend.

8. Stillen nach einem Kaiserschnitt – warum ist stillen danach schwieriger?

Bei einer normalen Geburt werden im Gegensatz zu einer Kaiserschnitt-Geburt eine ganze Reihe an Hormonen ausgeschüttet. Unter anderem auch Hormone, die den Milchfluss in der Brust starten und somit das Stillen direkt möglich machen. Nach einer Kaiserschnitt-Geburt sollten Sie daher so rasch wie möglich Ihr Baby im Arm halten können, der Hautkontakt löst ebenfalls den Milchgang aus und das Neugeborene kann direkt mit dem Saugen beginnen.

9. Was kann ich bei Milchstau tun?

Milchstau kommt daher, dass die Milchkanäle in Ihrer Brust verstopft sind. Mit Wärme und leichtem Streichen über Ihre Brust, können Sie den Milchstau auflösen. Die überschüssige Muttermilch staut sich dann nicht mehr in Ihrer Brust, sondern kann abfließen. So verhindern Sie Milchstau: Stillen Sie regelmäßig, bis die Brust leer ist, sollte Ihr Baby nicht so viel trinken können, dann pumpen Sie die restliche Milch ab. Milchstau kann durch regelmäßiges Stillen verhindert werden.

10. Wo finde ich Hilfe bei Stillproblemen?

Wenn das Stillen nicht funktioniert, dann Fragen Sie am besten Ihre Hebamme oder den Kinderarzt um Hilfe, oder, Sie kontaktieren eine sogenannte Stillberaterin aus Ihrer Entbindungsklinik. Alternativ können Sie sich im Netz zum Thema Stillprobleme informieren. Beispielsweise bei der 1994 gegründeten Nationalen Stillkommission, die sich für das Stillen einsetzt und informativ über Stillprobleme und deren Vermeidung berichtet. Unter www.stillen-info.de sind mehrere Anlaufstellen für Stillprobleme zusammengefasst.

Bildquelle: shingleback – Flickr.com (CC BY 2.0)

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