Stilldemenz bei Müttern

Stilldemenz – Mama wird vergesslich

[dropcap]W[/dropcap]enn Sie gerade schwanger sind oder frisch entbunden haben, dann könnte Ihnen eine „erworbene“ Vergesslichkeit vielleicht schwer zu schaffen machen. Wenn Sie immer häufiger Termine verpassen, Ihren Wohnungsschlüssel verlegen oder sich nicht mehr genau an den vergangenen Tag erinnern können, leiden Sie vermutlich unter der sogenannten Stilldemenz. Dieser Begriff beschreibt den Zustand vieler Mütter während oder nach einer Schwangerschaft. Stilldemenz stellt allerdings keine Krankheit dar und deren Existenz kann auch nicht wissenschaftlich belegt und/oder bestätigt werden. Hingegen wird das Phänomen der Stilldemenz schlicht und ergreifend in Verbindung mit einer Hormonumstellung und einem Schlafmangel der Mütter gebracht.

Wie äußert sich die Stilldemenz und woher kommt sie?

Einen Großteil der Ursache für Stilldemenz wird dem Hormon Oxytocin zugeschrieben. Dieses Hormon wird nach der Entbindung im Gehirn der Mutter vermehrt ausgeschüttet. Oxytocin ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Milchbildung, sondern veranlasst auch, dass Mama voll und ganz auf ihr Kind konzentriert ist.

Frischgebackenen Müttern erscheinen andere Dinge nicht mehr wichtig und sie richten daher ihren ganzen Fokus auf das Neugeborene und dessen Bedürfnisse. Dinge, die nebenher erledigt werden sollten, sind für die Mutter nach der Geburt nicht so relevant, wie die Versorgung ihres Nachwuchses.

Die Umstellung des Hormonhaushaltes nach der Geburt führt auch dazu, dass die Mutter einen Nestbautrieb entwickelt und in eine Art Putzrausch gerät. Väter und solche, die es gerade werden, sollten sich daher auch nicht wundern, dass die Möbel in der Wohnung immer wieder umgestellt werden. Die Frau bzw. Mutter möchte damit ihrer Familie einfach nur die bestmöglichste Umgebung schaffen.

Auch das Hormon Kortisol, welches der Körper in den ersten Wochen nach der Geburt vermehrt produziert, wirkt sich auf das Gedächtnis der Frau aus und steht daher in Verbindung mit der Stilldemenz. Eigentlich soll es den Zweck erfüllen, dass die Mutter den Geburtsschmerz schnell verarbeitet und vergisst, allerdings sorgt es auch gleichzeitig dafür, dass beim Einkaufen die Hälfte im Geschäft bleibt. Sie als Mutter können somit gar nichts dafür und sind gegen diese Hormonumstellung auch machtlos. Hier hilft es einfach darauf zu warten, dass der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt.

In Bezug auf Schlafmangel bei frischgebackenen Müttern ist es so: Menschen, deren Tiefschlafphase immer wieder unterbrochen wird, leiden vermehrt unter Konzentrations- und Gedächtnisproblemen. Daher wird der Stilldemenz auch zugrunde gelegt, dass sie ein Resultat aus enormen Schlafmangel ist. Die Stilldemenz vergeht in den meisten Fällen auch wieder von alleine, sobald nämlich ausreichende Erholungs- und Schlafphasen vorhanden sind. Mütter, die stillen, können aber auch unter einem Vitaminmangel leiden, der sich negativ auf das Gedächtnis auswirken kann. Denn beim Stillen werden der Mutter wichtige Mineralien und Vitamine entzogen, die ebenfalls Stilldemenz verursachen können. Bei einem Mangel vom Vitamin B12, bei zu wenig Folsäure und bei einem niedrigen Eisen- und Zinkspiegel leidet insbesondere das Erinnerungsvermögen.

Was man gegen Stilldemenz tun kann

Wichtig für Sie als Mutter ist, dass Sie sich Erholungspausen nehmen und jede sich bietende Schlafgelegenheit wahrnehmen. Am Besten schlafen Sie mit Ihrem Baby gemeinsam in einem Raum, um lange Wege zu vermeiden. Wenn Sie stillen, sparen Sie sich unnötiges hin und her laufen in der Wohnung und können besser Ihr Kind versorgen. Ihre Nachtruhe wird dann nicht in einem ganz so großen Ausmaß gestört. Achten Sie zudem auf eine vermehrte Vitaminzufuhr und auf eine ausgewogene Ernährung um Ihre Stilldemenz in den Griff zu bekommen.

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