Sprachförderung als Konzept der KiTas

Die Sprachförderung ist kein komplettes pädagogisches Konzept, das sich als Grundlage einer Kinderbetreuungseinrichtung versteht, sondern ist vielmehr eine Ergänzung, die im normalen Alltag einer KiTa sinnvoll untergebracht wird. Dabei ist genau das drin, was draufsteht: Kommunikation wird gefördert.

Sprachförderung in KiTas: Wie sieht das im Alltag aus?

Generell unterscheidet sich der Alltag einer Kindertagesstätte mit Sprachförderung nicht so frappierend vom Alltag anderer Kindertagesstätten. Der Schwerpunkt in der Sprachförderung macht sich in der erhöhten Kommunikation bemerkbar: Alle Situation des Alltags werden kommentiert, Unterhaltungen finden statt, es wird schlicht viel geredet.

Kinder müssen sich verbal auseinandersetzen, mit sich selbst, gegenseitig und mit ihrer Umwelt. Im Morgenkreis kann beispielsweise vom vorherigen Tag erzählt werden, vor dem Essen wird gemeinsam erzählt, was auf dem Tisch steht und dergleichen mehr. Es wird schon deutlich: Sprachförderung lässt sich recht leicht in den Alltag integrieren. Übrigens zählen auch Gesang, Theater und Vorlesen zur Sprachförderung – hier wird immerhin viel gesprochen.

Warum das alles?

Kleinkinder und Kinder lernen Sprache nicht durch den Konsum, also passiv (vor dem Fernseher, durch Radio und Computer), sondern durch den aktiven Gebrauch und die Interaktion. Neue Wörter müssen ausprobiert werden: In welchen Situationen passen sie? Was genau bedeuten sie? Wie fühlt es sich an, wenn der Mund die ungewohnten Silben und Töne formt? Und vor allem: Wer reagiert wie darauf? Ist das Wort brauchbar, verstehen das alle? Oder ist es ein Exotikum, das ohnehin keiner kennt? Sprache lädt zum Spielen ein, immer. Denn Wörter und Laute können verschieden intoniert werden, Tonlagen und -höhen spielen ebenso eine Rolle wie Melodien und Längen. Die Lautstärke ist wichtig.


Nur bei Förderbedarf ist nicht genug

Häufig herrscht die Meinung, dass Sprachförderung dann angebracht ist, wenn Kinder nicht richtig sprechen. Das kann Entwicklungsstörungen wie Nuscheln, Lispeln, Stottern oder ähnliches betreffen, aber auch in Hörproblemen oder Motorikproblemen begründet sein.

Migration ist ein weiterer Faktor, der Sprachförderung oft zum Thema macht. Kinder lernen aber nicht, indem man sie mit anderen Kindern mit Sprachproblemen zusammensteckt und eine Sprachlehrerin dazu packt. Kinder lernen in der Interaktion voneinander und miteinander. Deshalb ist die Sprachförderung in einer ganz normalen Kindertagesstätte durchaus sinnvoll. Hier können die Kinder miteinander und voneinander lernen. Und vor allem: In einem heterogenen Umfeld (eben in einer ganz normalen KiTa) funktioniert die Sprachförderung fast von selbst.


Wie muss man sich das vorstellen?

Sprachförderung findet dann statt, wenn die KiTa Raum für Unterhaltungen gibt, Kommunikation und Gedankenaustausch anregt. Das kann bei einem ausgiebigen Frühstück sein, im Kreis, beim Spiel oder beim Umziehen vor der Gartenzeit. Denn während Marco vom letzten Fußballspiel erzählt und dem Daniel erklärt, was ein Abseits ist, hört Melinda zu und wird später ihrer Mama davon berichten.

Melinda selbst war vielleicht am Tag vorher beim Ballett und erzählt das ihrer Freundin Nesrin, die sich mit einer Geschichte über den letzten Moscheebesuch revanchiert. Und Olga trötet dazwischen, dass sie ihrer Mama am letzten Abend beim Borscht machen geholfen hat. Was kommt rein in das Gericht? Das weiß Anja, die auch gleich fragt, warum im Kindergarten-Garten keine Rote Beete wachsen. Woraufhin Daniel vermutlich erzählt, dass sein Papa das Zeug immer zum Labskaus reicht. So wächst das Vokabular aller Kinder.

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Konkrete Maßnahmen zur Sprachförderung

  • Erzählen und Unterhalten
  • Fragen und Diskutieren ermutigen
  • selbst Fragen stellen und neugierig sein (als Erwachsene)
  • Zuhören und Raum zum Zuhören schaffen
  • Vorlesen und gemeinsam anhand von Bildern Bücher erarbeiten
  • Geschichten und Bücher, Projekte und Themen sprachlich und bildnerisch umsetzen

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