Selbstständigkeit bei Kinder

Selbstständigkeit – so unterstützen Sie Ihr Kind

[dropcap]S[/dropcap]elbstständigkeit ist in sämtlichen Lebenslagen wünschenswert, wenn nicht sogar zwingend erforderlich. Sie als Eltern können Ihren Nachwuchs bei diesem Prozess eingehend fördern. In diesem Artikel lesen Sie, was Sie unterstützend tun können, um den Weg Ihres Kindes in die Selbstständigkeit zu ebnen.

Was ist Selbstständigkeit?

Unter Selbstständigkeit ist das eigenverantwortliche und unabhängige Denken sowie Handeln eines Individuums zu verstehen. Selbstständigkeit ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Selbst im Erwachsenenalter lernen Sie mit Sicherheit noch das eine oder andere dazu. Das heißt also auch, dass Ihr Kind nicht pünktlich zu seinem 18. Geburtstag selbstständig durch das Leben geht. Selbstständigkeit braucht Zeit und Erfahrungswerte.

Der richtige Zeitpunkt

Jedes Kind entwickelt sich anders, hat sein eigenes Tempo und braucht unterschiedlich viel Unterstützung. Selbstständigkeit ist weiterhin eine Frage des Charakters. Ein abenteuerlustiges, temperamentvolles Kind kann es sicher kaum erwarten, den Joghurt selber zu löffeln oder sich selbst die Söckchen anzuziehen.

Ein ruhiges, schüchternes Kind wird dahingegen womöglich etwas länger brauchen, um diesen Weg zu gehen. Ebenso wie auf die meisten Erziehungsfragen gibt es auch auf diese Frage keine klare Antwort.

In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind richtig einschätzen und ihm nichts abverlangen, wozu es noch nicht bereit ist oder was es sogar entmutigt, weil es das einfach noch nicht kann. Halten Sie sich immer vor Augen, dass Sie hinsichtlich des Themas Selbstständigkeit Ihren Nachwuchs in erster Linie fördern und nicht fordern sollten.

Sobald sich Ihr Nachwuchs an ersten selbstständigen Handlungen versucht, ist also auch der Zeitpunkt gekommen, um Ihr Kind zu ermuntern und wenn es so weit ist, dann ist Ihre Geduld gefragt. Einfache Tätigkeiten wie beispielsweise die Strumpfhose anziehen oder Haare kämmen, können so zu echten Belastungsproben werden – für Ihre Nerven. Planen Sie genügend Zeit ein, damit sich Ihr Kind in Ruhe ausprobieren kann und Sie nicht unter Zeitdruck geraten.

Probieren fördert selbstständiges Handeln

Es gibt viele Möglichkeiten und Anlässe, Ihren Sprössling beim selbstständigen Handeln zu unterstützen. Bereits, wenn Ihr Kind erste Krabbelversuche unternimmt und sich nach dem heiß begehrten Kuscheltier sehnt, können Sie es liebevoll ermuntern. Falls das Spielzeug absolut nicht in Reichweite ist, können Sie es näher ranrücken, um Ihrem Baby den Glücksmoment zu ermöglichen. Verzichten Sie jedoch darauf, Ihrem Kind das Kuscheltier direkt zu geben. Hier würden Sie ihm oder ihr den Erfolg über das Selbermachen nehmen. Beherzigen Sie das unbedingt auch bei anderen Situationen.

Sobald Sie die ersten Milchmahlzeiten durch Breie ersetzt haben, ergibt sich eine ideale Gelegenheit, Ihr Kind zu fördern. Das Baby den Brei gleich von Anfang an selber löffeln zu lassen ist nicht jedermanns Sache, zumal die meisten Kinder für derartige koordinative Tätigkeiten noch zu ungeschickt sind. Alternativ ist Fingerfood in Form von kleinen Brotscheiben ohne Rinde, Obstschnitzern oder Gemüsestreifen eine gute Wahl. Das kann Ihr Kind problemlos in die Hand nehmen und probieren, wie das Essen in den Mund gelangt. Eine weitere tolle Gelegenheit bietet zum Beispiel das Zähneputzen. Dabei darf Ihr Kind ruhig schauen, für was so eine Zahnbürste gut ist, bevor Mama oder Papa alles blitzblank putzt.

[box type=event]Fazit: Sie sehen, es gibt einige Möglichkeiten, Ihr Kind beim Ausprobieren zu unterstützen. Es gibt dabei kein richtig und falsch. Wichtig ist nur, dass Sie Ihren Nachwuchs zu nichts zwingen. Denken Sie immer daran: In diesem Fall fördern, nicht fordern.[/box]

Bild: Ran Yaniv Hartstein – Flickr.com (CC BY 2.0)

2 Kommentare
  1. Inge Schröder sagte:

    Noch ein Tipp von mir: Nicht zuviel Spielzeug. Wenn ein Kind nicht immer was fertiges zum Spielen vor der Nase hat, beginnt es sich mehr mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen.

    Antworten

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.