Schwangerschaftsgymnastik

Schwangerschaftsgymnastik, ist das wirklich nötig?

[dropcap]F[/dropcap]rauen, die zum ersten Mal in ihrem Leben schwanger werden, stellen sich sehr häufig sehr viele Fragen. Sie wollen etwa wissen, was sie essen und trinken dürfen, welche Arbeiten noch erlaubt sind, was ihre verschiedenen körperlichen Beschwerden bedeuten und oft auch, ob eine Schwangerschaftsgymnastik wirklich notwendig ist und welchen Sinn diese erfüllt.Manche Frauen sehen einer Schwangerschaftsgymnastik sogar eher skeptisch entgegen, weil sie Angst haben, mit körperlicher Anstrengung, das werdende Kind zu verletzen oder eine Frühgeburt auszulösen. Experten können aber in beiden Punkten Entwarnung geben und raten in jedem Fall, an einer Schwangerschaftsgymnastik teilzunehmen.

Der Hauptzweck einer Schwangerschaftsgymnastik ist, den typischen Beschwerden, die während einer Schwangerschaft immer wieder auftreten, so gut es geht vorzubeugen, beziehungsweise diese auf natürliche Art und Weise so gut es geht zu lindern. Auch für die Entwicklung des Kindes ist es nur von Vorteil, wenn sich die Mutter fit und gesund hält. Nicht zuletzt ist auch erwiesen, dass Mütter, die sich mit Schwangerschaftsgymnastik fit gehalten haben, leichter die Strapazen der Entbindung überstanden haben, als solche, die vollständig darauf verzichtet haben.

Bücher, DVDs oder ausgebildete Trainer helfen weiter

Begonnen werden sollte mit der Schwangerschaftsgymnastik ab der 25. Woche. Bücher und DVDs sowie Internetratgeber geben einen ersten Einstieg in die richtigen Übungen.

Diese können mit einfachen Hilfsmitteln, wie etwa einer Yogamatte oder einem Gymnastikball, alleine zuhause trainiert werden. Ausgeführt werden sollte eine Schwangerschaftsgymnastik in der Regel mindestens dreimal die Woche und dann etwa für die Dauer von jeweils 20 Minuten.

Eine einfache aber effektive Übung ist etwa das Sitzen auf einem Gymnastikball, bei dem rund fünf Minuten lang auf und ab gewippt wird, die Pobacken angespannt und die Arme gekreist werden. Im Wesentlichen wird bei der Schwangerschaftsgymnastik das Herz-Kreislauf-System trainiert, da dieses während einer Schwangerschaft besonders beansprucht wird.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Übungen für den Rücken, da dieser aufgrund des zunehmenden Gewichts und einer verringerten Stabilität der Wirbelsäule, die durch eine hormonelle Gewebsauflockerung von Gelenken und Sehnen zutage tritt, ebenfalls sehr stark belastet wird. Weitere Bereiche, die regelmäßig bei einer Schwangerschaftsgymnastik trainiert werden sollten, sind der Beckenboden, die Brustmuskulatur sowie Nacken und Schultern, weil auch diese Körperteile gerade in der Schwangerschaft sehr verspannt sein können.

Schwangerschaftsgymnastik mit Gleichgesinnten

Noch sinnvoller als einsame Übungen zu Hause allerdings sind angeleitete Kurse, die etwa von Fitnesstrainern oder Physiotherapeuten angeboten werden. Hier kommen die Teilnehmerinnen mit Gleichgesinnten zusammen, so dass ein Austausch über verschiedene Entwicklungen der Schwangerschaft oder über körperliche und seelische Beschwerden erfolgen kann.

Die Experten stehen zudem den schwangeren Frauen mit Rat und Tat zur Seite und können oftmals auch Tipps über die eigentliche Schwangerschaftsgymnastik hinaus geben. Eine Alternative zu professionell angeleiteten Gruppen ist das Verabreden zur Schwangerschaftsgymnastik mit einer Freundin, die ebenfalls ein Kind erwartet. Auch bei solchen Anlässen kann sich ausgetauscht werden, und gemeinsam machen die Übungen in der Regel einfach mehr Spaß.

Weiterer Sport, der empfohlen wird

Neben der klassischen Schwangerschaftsgymnastik ist auch weiterer Sport empfehlenswert. So sind Schwimmen oder Radfahren ratsam, aber auch längere Spaziergänge, Treppensteigen oder Bauchtanz. Abgeraten dagegen wird von Kraftsport mit zu schweren Gewichten. Aber egal, was getan wird, der Körper sollte niemals überanstrengt werden.

Bild: lululemon athletica – Flickr.com CC BY 2.0)

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