Heiraten während der Schwangerschaft

Vor einigen Jahrzehnten galt Heiraten in der Schwangerschaft noch als absolutes Tabu. Die hat sich heutzutage glücklicherweise geändert und wird mittlerweile als selbstverständlich angesehen. Eine Heirat vor der Geburt bietet sich zudem an, da so viele nachträgliche Behördengänge erspart werden. Damit die Heirat während der Schwangerschaft ohne Probleme abläuft gibt es hier hilfreiche Tipps und Ideen für die Hochzeitsplanung.

Der Hochzeitstermin:
Wann ist die beste Zeit zum heiraten?

Timing ist hier das A und O, damit Mutter und Kind die Hochzeit und die Geburt möglichst stressfrei überstehen. Idealerweise findet die Hochzeit im zweiten Schwangerschaftsdrittel (4. – 6. Monat) statt. Das hat den Vorteil, dass die morgendliche Übelkeit vorbei ist und gleichzeitig der Bauch noch nicht zu groß ist. Hierfür spricht auch, dass die werdende Mutter sich noch gut bewegen kann und nicht zu schnell erschöpft ist.

Jedoch sollte dabei bedacht werden, dass heiße Sommermonate zwar eine schöne Hochzeitsfeier versprechen, sich jedoch nicht für eine Hochzeit während der Schwangerschaft eignen, da der Kreislauf der Schwangeren dies unter Umständen nicht verkraften könnte. Der Frühling oder der Herbst bieten optimale Voraussetzungen um schwanger zu heiraten. Zu überlegen ist auch, ob die standesamtliche und die kirchliche Trauung zeitlich voneinander zu trennen, sodass die kirchliche Trauung zum Beispiel nach der Geburt vollzogen wird.

Der Junggesellenabschied und die Hochzeitsfeier

Bei den Hochzeitsvorbereitungen bietet sich auf Grund der Schwangerschaft ein feucht fröhlicher Junggesellinnen Abschied nicht an. Alternativ wäre ein Wellness-Tag angebracht, den die Braut mit den engsten Freundinnen verbringen könnte. Positiver Nebeneffekt wäre die wohlverdiente Entspannung kurz vor der Hochzeit und als Folge daraus eine erholte und strahlende Braut.

Die Hochzeitsfeier selbst sollte ebenfalls an die besonderen Bedürfnisse der Braut angepasst werden. Da eine Hochzeitsfeier viel Anstrengung in Form von Stehen und Bewegung bedeutet, sollten viele kurze Pausen eingebaut werden, sodass die Braut über den Tag verteilt immer wieder zu Kräften kommen kann. Auf einen Steh-Empfang sollte zu Gunsten der Braut verzichtet werden.

Nach der Trauung sollte beim Reis streuen, bzw. Blumenblätter streuen darauf geachtet werden, dass die Braut den Weg gut übersteht ohne auszurutschen. Selbstredend sollte auch an diesem Tag Alkoholverbot für die Braut gelten. In der Party-Location ist idealerweise ein Ruheraum für die Braut vorhanden in den sie sich immer wieder zurückziehen kann wenn die Feier zu anstrengend werden sollte.

Das Brautkleid:
Hochzeitskleider für schwangere Bräute

Normalerweise sollte jedes gut sortierte Brautmodengeschäft Hochzeitskleider für Schwangere vorrätig haben. Wenn dies nicht der Fall ist, dann können diese zumindest bestellt werden. Aus diesem Grund ist anzuraten, dass dort rechtzeitig ein Termin abgemacht wird, sodass einer strahlenden Braut in einem tollen Hochzeitskleid nichts im Wege steht.

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das Kleid mit Trägern versehen wird, die die größer werdenden Brüste gut tragen können. Als Stoff sollte ein weicher und fließender Stoff gewählt werden. Der Schnitt sollte idealerweise Empirekleid-förmig sein, wo die Naht unter der Brust sitzt und von da an weit nach außen geht. So wird der Babybauch optimal kaschiert und der wachsende Bauch hat auch noch während der Hochzeit genug Platz. Stützstrümpfe und flache Schuhe bieten den Beinen und Füßen optimalen Komfort, sodass auch eine lange Hochzeitsfeier gut überstanden werden kann. Auch eine Stolpergefahr wird durch die richtige Wahl der Schuhe verringert.

Ca. eine Woche vor der Hochzeit sollte das Kleid das letzte Mal angepasst werden, sodass das Kleid am Tag der Hochzeit optimal sitzt. Tipps für schwangere Bräute von Zankyou sind ebenfalls zu empfehlen, wenn dieser wichtige Tag ein voller Erfolg werden soll.

Die Flitterwochen:
Was muss beachtet werden?

Die Flitterwochen können natürlich auch trotz Schwangerschaft stattfinden. Jedoch müssen dafür einige Aspekte angepasst werden. Das Reiseziel sollte nicht zu weit entfernt sein und nach Möglichkeit keine vorherige Impfung erfordern. Des Weiteren sollte vor Ort eine medizinische Versorgung vorhanden sein, falls während der Schwangerschaft Komplikationen auftreten sollten. Einige Länder haben zum Beispiel bestimmte Einreisekriterien für Schwangere, was vorher geprüft werden sollte.

Nach Möglichkeit sollte auf eine Flugreise verzichtet werden, da dies einen erhöhten Stresspegel für die werdende Mutter bedeutet. Jedoch ist eine Flugreise generell nicht schädlich für das Ungeborene. Vor der Wahl des Urlaubszieles sollte daher der Frauenarzt konsultiert werden. Wenn die Entscheidung auf eine Flugreise gefallen ist, dann sollte auf jeden Fall ein Platz am Gang gebucht werden und während des Fluges der Gurt unterhalb des Bauches angebracht werden.

Unabhängig von der Wahl des Reiseziels sollte immer eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen werden, die eine Kostenerstattung im Falle einer vorzeitigen Geburt, bzw. Schwangerschaftskomplikationen, einschließt. Auch ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ein absolutes Muss, sodass Mutter und Kind im Fall der Fälle gut versorgt sind.



Elterngeld und die Wahl der Lohnsteuerklasse

Nach der Geburt ist anzuraten, dass einer der Elternteile eine Babypause einlegt um das Kind in den ersten Monaten seines Lebens optimal zu versorgen. Der Staat unterstützt diese Maßnahme mit Hilfe des Elterngelds (ehemalig Erziehungsgeld). Dabei werden 67 % des bis dahin bezogenen Einkommens bis zu einer monatlichen Höhe von 1.800 €, für die Dauer von 12 Monaten, erstattet.

Sollte der Ehepartner sich auch dazu entscheiden eine verkürzte Babypause von mindestens 2 Monaten einzulegen, oder die wöchentliche Arbeitszeit auf maximal 30 Stunden zu begrenzen, dann wird das Elterngeld auf 14 Monate verlängert.

Finanziell gesehen lohnt sich eine Heirat immer, da beide Ehepartner die Lohnsteuerklasse wechseln können. Die Wahl der Steuerklasse nach der Heirat sollte von der Höhe des Einkommens der Ehepartner abhängig gemacht werden. Der Partner mit dem höheren monatlichen Verdienst sollte in die Lohnsteuerklasse 3 („Steuerklasse Ehepartner“) wechseln und dem Partner mit dem niedrigeren Verdienst ist ein Wechsel in die Lohnsteuerklasse 5 anzuraten. Jedoch sollte für dieser Entscheidung der zuständige Steuerberater konsultiert werden um so das Maximum für das frisch verheiratete Ehepaar herauszuholen.

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