Schadstoffe in Baby- und Kinderkleidung: Mit Köpfchen die Gesundheit schützen

[dropcap]F[/dropcap]ür Ihr Baby soll es nur das Beste sein. Dieser Auffassung folgen viele Eltern. Besonders beim Thema Kleidung sollten Sie deshalb wachsam sein, denn nicht überall wo Bio draufsteht, ist auch wirklich Bio drin.

Immer wieder werden in Berichten Stimmen laut, die von Schadstoffen in Bekleidung sprechen. Erst vor wenigen Tagen berichtete der ntv über stark schadstoffbelastete Kleidung. Selbst der Kauf von Edelmarken ist keine Garantie für schadstofffreie Kleidung. Leider macht diese Entwicklung auch vor Baby- und Kinderkleidung nicht Halt.

Krebserregende Stoffe und hormonell wirksame Chemikalien werden in Analysen oft identifiziert. Häufig sind sogar die EU-Grenzwerte überschritten. Doch selbst wenn sie diese Grenzwerte einhalten, sind viele Kleidungsstücke weit entfernt davon, für Ihr Kind gesund zu sein. Für viele Eltern ist Naturmode deshalb eine Alternative, die sie sich genauer ansehen sollten.

Was ist Naturmode?

Bei Naturmode handelt es sich um Kleidung für Kinder und Erwachsene, die vorrangig aus natürlichen Materialien hergestellt werden lediglich kleine Teile dürfen aus künstlichen Stoffen bestehen, beispielsweise der Reißverschluss. An Naturmaterialien kommen beispielsweise folgende in Frage:

  • Baumwolle
  • Leinen
  • Wolle
  • Seide
  • Bambus
  • Hanf

Doch auch Exoten wie Brennnessel, Kapok oder Bananenfasern sind im Kommen. Noch wichtiger als das eigentliche Material ist jedoch dessen Anbau, Herkunft und Verarbeitung. Gängige Prüfsiegel für Naturmode bestehen auf der Verwendung von reiner Bio-Baumwolle. So wird beispielsweise bei der Herstellung der Naturmode von Deerberg durch das kbA-Qualitätssiegel bestätigt, dass beim Anbau und der Verarbeitung der verwendeten Baumwolle weder synthetische Pestizide noch andere Gifte eingesetzt werden.

Auch bei anderen Materialien muss entweder ein ökologischer Anbau vorliegen oder anhand von Überprüfungen durch entsprechende Labors nachgewiesen werden, dass die Produkte frei von chemischen Rückständen sind. Weitere wichtige Kriterien für Naturmode sind beispielsweise:

  • Einfärbung der Fasern ohne giftige Chemikalien
  • umweltverträgliche Produktion
  • Verträglichkeit der Farbstoffe
  • Verzicht auf gesundheitsschädigende Stoffe wie optische Aufheller, Phenole oder Formaldehyd
  • weitgehender Verzicht auf Kunstfasern

Oft eine Frage der Finanzen

Der Einsatz von Chemikalien und Pestiziden in der Produktion und Verarbeitung der Materialien soll in erster Linie bewirken, dass die Bekleidungsindustrie billig produzieren kann. So kommt es, dass man bei bestimmten Discountern Kinderkleidung schon für 5 bis 10 Euro pro Teil kaufen kann. Wenn Sie auf Naturmode zurückgreifen möchten, müssen Sie sich darauf einstellen, dass selbst ein einfaches Shirt zwischen 20 und 40 Euro oder mehr kosten kann. Für viele Familien sind solche Preise utopisch. Dennoch müssen sie nicht auf billige, verseuchte Industriekleidung zurückgreifen, denn es gibt Alternativen.

Kauf gebrauchter Naturmode und Kinderkleidung

Eine gute Möglichkeit ist der Kauf gebrauchter Naturkleidung. Auktionshäuser, Kleinanzeigenportale und Flohmärkte bieten Ihnen die Chance, gezielt die Augen nach der Kleidung bestimmter Naturmarken offen zu halten. Hier erhalten Sie gut erhaltene Stücke häufig schon zum Preis von wenigen Euro. Da die Erstbesitzer die teuren Kleidungsstücke meist sehr pfleglich behandeln, sieht man ihnen häufig ihren gebrauchten Zustand nicht an. Auch wenn Sie am Flohmarkt keine Naturmode finden, sind Sie dort gut aufgehoben: Da die Kleidungsstücke meist bereits einige Male gewaschen wurden, ist die Schadstoffbelastung darin nachweislich niedriger.

Schadstoffbelastung vor dem ersten Tragen reduzieren

Wenn Sie auf günstige Ware auf der Industrie angewiesen sind, können Sie dennoch versuchen, die Schadstoffbelastung so gering wie möglich zu halten. Wählen Sie Anbieter aus, die beispielsweise für die Verwendung von Bio-Baumwolle zertifiziert sind. Dies ist zwar auch keine Garantie für Schadstofffreiheit, doch ist zumindest das Risiko etwas gemindert. Bevor Sie Ihrem Kind neue Kleidung anziehen, sollten Sie sie mindestens zweimal waschen, besser noch öfter. Dadurch können Sie Chemikalien, die durch Schweiß aus der Kleidung gelöst werden, direkt entfernen.

Achten Sie beim Kauf auch unbedingt auf die Angaben auf den Etiketten. Lesen Sie dort, dass die Kleidung separat gewaschen werden muss, sollten Sie das Stück besser im Regal liegen lassen. Dieser Hinweis deutet im Regelfall darauf hin, dass sich Färbestoffe oder andere Chemikalien aus der Kleidung lösen können – Ihr Kind hätte sie später beim Schwitzen auf der Haut.

Bild: © George Doyle/Stockbyte/Thinkstock


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