Risikoschwangerschaft – wie hoch sind die Risiken?

[dropcap]S[/dropcap]tudien und Untersuchungen haben ergeben, dass immer mehr Mütter ihre Kinder erst ab 35 Jahren bekommen. Im Jahre 2010 lag das Durchschnittsalter der spätberufenen Mütter bei über 30 Jahren. Das Alter ist jedoch nur ein Faktor, der die Schwangerschaft zur Risikoschwangerschaft werden lässt. Eine Risikoschwangerschaft liegt mittlerweile bei mehr als 50 Prozent der schwangeren Frauen vor. Risikoschwanger zu sein bedeutet aber nicht, dass die Schwangerschaft automatisch mit Komplikationen einhergeht. Es bedeutet vielmehr, dass die werdende Mutter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit rechnen muss, dass Komplikationen entstehen können.

Wer ist risikoschwanger?

Verschiedene Faktoren sind für eine Risikoschwangerschaft ausschlaggebend. Erfüllen Sie einen der unten angeführten Punkte, fallen Sie unter die Kategorie Risikoschwangerschaft.

– Alter: Sind Sie als werdende Mutter älter als 35 Jahre, werden Sie automatisch einer Risikoschwangerschaft zugeordnet. Grund dafür ist die höhere Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung und Erbgutschädigung der empfindlichen Eizelle. Ist das Erbgut beschädigt kann dies zu einem missgebildeten oder nicht vollständig ausgereiften Kind führen.

– Komplikationen: Hatten Sie schon eine Fehlgeburt hinter sich oder andere Komplikationen während einer Ihrer früheren Schwangerschaften, beispielsweise eine Steißlage, gilt dies auch als Risikoschwangerschaft. Normalerweise werden Kinder mit dem Kopf nach unten geboren. Liegt das Kind verkehrt, kann es bei der Geburt zu Komplikationen, wie Sauerstoffmangel kommen. In solchen Fällen wird sehr oft eine Geburt mit Kaiserschnitt gewählt.

– Mehrlinge: Eine werdende Mutter, die mit Mehrlingen schwanger ist, gehört automatisch zur Gruppe der Risikoschwangeren. Die körperliche Belastung ist für Mutter und Kinder erhöht. Aufgrund des geringen Platzangebotes kann es zu Fehl- oder nicht vollständig entwickelten Kindern kommen.

– Rhesus Faktor: Ca. 85% aller Menschen sind rhesus-positiv, das bedeutet, dass sie das Rhesusfaktor-D-Antigen besitzen. Der Nutzen des Antigens für den menschlichen Organismus besteht darin, dass das Antigen körperfremde Substanzen, gegen die der Körper keine erblich kodierten Rezeptoren besitzt, erkennt. Sollte die werdende Mutter einen negativen Rhesuswert haben, das ungeborene Kind aber positiv, so kann es bei der zweiten Schwangerschaft vorkommen, dass die Mutter Antikörper gegen den Rhesusfaktor des Fötus bildet, welche zu Behinderungen oder den Tod des Kindes führen kann. Dies kommt allerdings nur zu ca. 10% aller Schwangerschaften vor. Zur Verhinderung von Komplikationen und Minimierung der Risikoschwangerschaft gibt es mittlerweile Methoden wie die Anti-D-Prophylaxe.

– Chronische Erkrankungen: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Stoffwechselerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Risiko dass es während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu Komplikationen kommt erhöht. Hier empfiehlt es sich vor einer geplanten Schwangerschaft mit Ihrem Arzt über mögliche Risiken zu sprechen.

Was können Sie bei einer Risikoschwangerschaft tun?

Die psychische Einstellung bei einer Risikoschwangerschaft ist am Allerwichtigsten. Verfallen Sie in Panik, so wirkt sich das auf Ihren gesamten Organismus aus und kann somit negative Folgen mit sich bringen. Die Freude auf Ihr Neugeborenes soll stets überwiegen und das Bewusstsein der Risikoschwangerschaft in den Hintergrund treten.

Die neuesten Entwicklungen in der Medizin tragen natürlich zu einer positiven Einstellung gegenüber einer Risikoschwangerschaft erheblich bei. Abgesehen von den bekannten Untersuchungen wie Ultraschall werden in der heutigen Medizin auch Nackenfaltenmessungen, Organscreenings und 3D-Ultraschall eingesetzt um Störungen bei der Entwicklung des Kindes so früh wie möglich zu erkennen. Hat Ihr Arzt eine Risikoschwangerschaft bei Ihnen diagnostiziert, so werden die Untersuchungen intensiver und häufiger ausfallen als bei Schwangeren ohne Risikoschwangerschaft.

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