Pubertät: Wie überstehe ich als Mutter diese schwierige Zeit?

Gerade hieß es noch „Mama ist die Beste“ – und plötzlich wird sie nur noch leidenschaftlich gehasst und beschimpft, bevor die Tür mit einem Knall ins Schloss fällt. Insbesondere für Mütter ist es nicht leicht, wenn der Nachwuchs in die Pubertät kommt und die Rebellion in den eigenen vier Wänden ausgerufen hat.

Wie gehe ich als Mutter mit einem pubertierenden Teenager um?

  • Machen Sie sich klar, dass die Pubertät ein schmerzhafter, aber auch unausweichlicher Prozess für alle Beteiligten ist.
  • Während Sie in den ersten Lebensjahren Ihres Kindes als Mutter praktisch das ganze Universum darstellten, setzt nun Ihre eigene Entthronung an – ein vollkommen normaler Prozess. Auch das sollten Sie sich immer wieder klar machen und vor Augen führen.
  • Die Abgrenzung von Jugendlichen ist wichtig, sie müssen sich selbst als ein Individuum kennen lernen. Es ist eine vorübergehende Zeit – irgendwann tritt auch wieder der Wunsch nach Nähe in den Vordergrund.
  • Weil Mütter nach wie vor in der Regel mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen als Väter, ist die Abnabelung hier häufig schwieriger und auch die Streitlust der Jugendlichen mit der Mutter größer. Reagieren Sie nicht eifersüchtig, wenn der Vater von den Launen „verschont“ wird.
  • Akzeptieren Sie, dass nun die Rolle von Gleichaltrigen immer wichtiger wird und nun die beste Freundin oder der gute Kumpel nach Rat gefragt wird. Viele Jugendliche empfinden das Verhältnis zu den Eltern gar nicht als schlecht, wenn sie in der Pubertät stecken. Sie verspüren nur nicht mehr diese enge Bindung – und auch das ist normal.
  • Ebenfalls normal ist, dass gerade Töchter auf keinen Fall so wie die Mutter sein wollen. Erinnern Sie sich an Ihre eigene Jugend und genau diese Gedanken. Möglicherweise haben Sie aber nun im Erwachsenenalter dennoch viel mehr von Ihrer eigenen Mutter, als sie sich früher überhaupt vorstellen konnten.
  • Heranwachsende Kinder machen den Eltern das eigene Älterwerden Tag für Tag aufs Neue bewusst. Akzeptieren Sie neue Fältchen im Gesicht und die ersten grauen Haare.
  • Versuchen Sie nicht, die beste Freundin der pubertierenden Tochter zu werden. Irgendwann ergibt sich das vielleicht von alleine – aber sicherlich nicht in dieser schwierigen Lebensphase. Sie sind nicht die beste Freundin, sondern die Mutter. Und als Mutter sollten Sie hinter ihrem Kind stehen und es stark machen, damit es den eigenen Platz in der Welt findet.
  • Tun Sie sich selbst viel Gutes. Pflegen Sie Ihre Freundschaften, gehen Sie Ihren Hobbys nach, unternehmen Sie schöne Dinge, damit Sie selbst ausgeglichen und zufrieden sind. Das hilft, die verbalen Attacken des rebellierenden Nachwuchses zu überstehen.
  • Verabschieden Sie sich von dem zwanghaften Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Gewähren Sie dem Vater mehr Spielraum und Platz und lassen Sie den Nachwuchs eigene Erfahrungen machen.

Bildnachweis: Iakov Filimonov / iStock


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