Wenn ein Kind zum Pflegefall wird!

[dropcap]W[/dropcap]ürde man unter Eltern eine Umfrage starten, was Sie sich für die eigenen Kinder am meisten wünschen, so würde mit großer Sicherheit „Gesundheit“ einen Spitzenplatz einnehmen. Und das am besten ein ganzes Leben lang!

Doch leider schreibt das Schicksal manchmal seine eigenen grausamen Geschichten, wie ein Blick in die Statistik der sozialen Pflegeversicherung vom Bundesministerium für Gesundheit (www.bmg.bund.de) belegt. Ende 2012 erhielten ca. 70.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre Pflegeleistungen (siehe Grafik).

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Die meisten dieser Kinder sind leider schon mit einer angeborenen Erkrankung auf die Welt gekommen. Doch es gibt eben auch diese Tage, an denen Eltern gerne die Uhr um ein paar Stunden oder manchmal auch nur um ein paar Minuten zurückdrehen würden. Eben dann, wenn ein Unfall des Kindes zu einer Pflegebedürftigkeit führt. Von einer auf die andere Sekunde ändert sich nicht nur das Leben des Kindes sondern auch das der Eltern grundlegend.

Eltern sind in vielen Fällen auf sich selbst gestellt

Neben dem ersten Schock, stellen viele Eltern sehr schnell fest, das Beratungsstellen und Pflegestützpunkte kaum auf die Pflege eines Kindes vorbereitet sind. Es beginnt die schwierige Suche nach Experten, Therapeuten und auf Kinder spezialisierte Pflegekräfte.

Ist der Pflegealltag organisiert bedeute dies für viele Eltern eine körperliche und seelische Dauerbelastung. Denn im Gegensatz zur Pflege von Senioren ist es fast selbstverständlich, dass man die Pflege des eigenen Kindes übernimmt. Man kann ein Kind doch nicht einfach in ein Pflegeheim abschieben!

Ein erneuter Blick in die Statistik bestätigt dies. Von den ca. 70.000 Kindern werden 99% ambulant, sprich zuhause versorgt. Meist durch die Mutter, die in Personalunion als Mama, Krankenschwester und Haushaltsmanagerin fungiert.

Damit Geschwisterkinder, die eigene Beziehung und soziale Kontakte nicht auf der Strecke bleiben, ist es wichtig für pflegerische Unterstützung zu sorgen. Doch leichter gesagt, als getan! Wenn man das familiäre Umfeld verlässt (Oma, Opa, usw.) wird es sehr schnell sehr teuer.

Und wie sieht es mit den Finanzen aus?

Eine gute und umfangreiche Pflege ist meist nur möglich, wenn ein Elternteil teilweise oder vollständig auf den bisher ausgeübten Beruf verzichtet. Was passiert? In vielen Familien kommen nun auch noch finanzielle Sorgen hinzu. Die Leistungen der Pflegekasse decken kaum die anfallenden Pflegekosten. An den Ausgleich eines wegfallenden Einkommens gar nicht zu denken.

Vorsorge ist nicht teuer

Auf einen Unfall kann man sich nicht vorbereiten. Dieser kommt meist so plötzlich wie unerwartet. Finanziell vorsorgen kann man jederzeit. Man sollte auch bedenken, dass in den meisten Fällen eine Pflegebedürftigkeit nicht mit dem 18. Geburtstag endet. In vielen Fällen ist der Betroffene bis zum Lebensende auf fremde Hilfe angewiesen. Hilfe, die finanziert werden muss.

Die Versicherungsbranche bietet verschiedene Lösungen. Eine gute Pflegezusatzversicherung für ein 2jähriges Kind kostet beispielsweise zwischen 3 bis 6 Euro pro Monat. Abhängig vom gewählten Anbieter erhält man hier für die Pflegestufe I 750 Euro, für die Pflegestufe II 900 Euro und für die Pflegestufe III 1.500 Euro pro Monat. Es gilt: Je höher die gewählte Monatsleistung, umso höher auch der monatliche Beitrag.

Worauf sollte man achten?

Neben dem reinen Preis- / Leistungsverhältnis, zeichnet sich eine gute Pflegezusatzversicherung durch ein gutes Bedingungswerk aus. Eine Checkliste zur Pflegezusatzversicherung, gefunden auf www.pflegeversicherung-infoportal.de gibt hier folgende wichtige Tipps:

  • Leistung auch bei Pflege durch Laien (Beispiel: Familienangehörige)
  • Beitragsfreistellung im Leistungsfall
  • Verzicht auf Wartezeiten
  • Einfacher Nachweis der Pflegebedürftigkeit

Insbesondere der erste Punkt „Leistung auch bei Pflege durch Laien“ ist für Eltern, die die Pflege selbst übernehmen unverzichtbar.

Bildquelle: ©DenKuvaiev / iStock

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