Was ist dran bei Vorurteilen über Einzelkinder

Rund 50 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen ohne Geschwister auf. Über Einzelkinder gibt es viele Vorurteile, die meist jedoch nicht der Wahrheit entsprechen. Die meisten sogar sollte man gar nicht ernst nehmen. Image der Einzelkinder ist aber nicht das allerbeste und sollte vielleicht aufgebessert werden. Sie gelten im Allgemeinen als egoistisch, verwöhnt, wenig sensibel und besserwisserisch. Was davon stimmt und was nicht?

Einzelkinder sind genauso beliebt wie andere Kinder auch

Kinder ohne Geschwister seien selbstsüchtig und arrogant – keineswegs! Amerikanische Wissenschaftler haben eine Studie durchgeführt und damit belegt, dass Einzelkinder kein übersteigertes Selbstwertgefühl besitzen. Solche Kinder schätzen sich auf keinem Fall höher als andere ein, sie sind sogar mehr selbstkritisch als Geschwisterkinder. Sie nehmen sich selbst als unsportlich und weniger beliebt wahr als ihre Altersgenossen mit mehreren Kindern.

Im Prinzip kann man behaupten, dass Einzelkinder in Deutschland unter Gleichaltrigen genauso beliebt sind wie Kinder, die mit Geschwister aufwachsen.

Kontakt zu anderen Kindern besonders wichtig

Es ist ebenfalls nicht richtig und völlig aus der Luft gegriffen, dass Einzelkinder altklug sind. Man muss dazu sagen, dass sie sich zwangsläufig stärker auf ihre Eltern ausrichten als Geschwisterkinder, allerdings wenn sie von Anfang an einen regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern genießen, können sie rasch lernen, zwischen den unterschiedlichen Sprachcodes und Verhaltensweisen zu wechseln. Sie bleiben dann redegewandt und ruhig bei Erwachsenen und kindlich und verspielt bei Gleichaltrigen.

Kommen gut mit Kindern klar

Ein weiteres Vorurteil besagt, dass Einzelkinder nur schwer mit anderen Kindern auskommen können. Das ist auch nicht wahr. Nach vielen durchgeführten Studien wurde bewiesen, dass geschwisterlose Kinder genauso gut mit anderen Kindern umgehen können wie solche, die mit Bruder oder Schwester aufwachsen. Sie besitzen sofort hohe soziale Kompetenzen wie andere Kinder auch und haben ebenso viele Freunde. Entgegen allen Mythen und Vorurteilen verhalten sie sich in Gruppen nicht aggressiv.

Einzelkinder können nicht teilen?

Teilen muss gelernt sein, das gilt genauso für Einzelkinder wie auch für Kinder, die Geschwister haben, dabei gibt es keine Unterschiede. Es wurde zwar nachgewiesen, dass Einzelkinder beim Kindergarten-Start größere Probleme mit dem Teilen haben als Geschwisterkinder, allerdings war das nur deswegen so, weil diese schon mehr trainiert haben. Die Fähigkeit zu Teilen lässt sich bei Treffen mit anderen Kindern ohne Probleme schulen.

Fazit

Einkindfamilien sind heutzutage ein Standard, dennoch halten sich die Vorurteile ihnen gegenüber ziemlich hartnäckig. Ob Kinder mit oder ohne Geschwister aufwachsen – das kann tatsächlich die Kindheit prägen, aber nicht das ganze Leben bestimmen. In Wirklichkeit gibt es keinen typischen „Einzelkind-Charakter“.

Es geht auch ohne Geschwister – Psychologe widerspricht den meisten Vorurteilen

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Artikelbild: © panthermedia.net / Tatiana Gladskikh

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