Haushalt

Unfälle im Haushalt: Kinder als häufige Opfer

In deutschen Haushalten passieren jedes Jahr mehr als drei Millionen Unfälle, bei denen viele Opfer Kinder sind. Wenn man den Statistiken Glauben schenken soll, sind Unfälle die größte Gefährdungsquelle für Kinder, sogar die Krankheiten sind in diesem Vergleich an der zweiten Stelle. Sicherlich, es ist kaum möglich, einen völlig unfallfreien Haushalt zu organisieren. Man kann aber das Haus, in dem Kinder aufwachsen, so sicher wie möglich gestalten, um Unfälle so weit wie möglich auszuschließen.

Sehr früh anfangen

[dropcap]N[/dropcap]ach den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes sollte man damit beginnen, das Haus sicherer zu machen. Unfallverhütung ist spätestens zu diesem Zeitpunkt sehr wichtig, weil das Kind dann seinen Aktionsradius ziemlich schnell erweitert. Für die Säuglinge bestehen die Gefahren vor allem darin, durch Abstürze oder Verbrühungen verletzt zu werden.

Zuerst sollten Eltern potenzielle Gefahrenherde auszumachen. Betrachten Sie das Haus am besten so, wie es ein Kind sehen würde: Krabbeln Sie einfach auf allen Vieren durch die Wohnung und entdecken Sie mit eigenen Augen Gefahren wie scharfe Möbelkanten, ungesicherte Kabel oder Steckdosen, die für die Gesundheit des Kindes gefährlich sein könnten.

Oft finden Sie auf dieser Erkundungstour Sachen, die Ihnen früher gar nicht verdächtig oder gefährdend vorkamen. Danach können Sie sonstige Gefahrenquellen in Augenschein nehmen: Machen Sie Treppenstufen rutschfest, montieren Sie Steckdosen mit Kindersicherung und schließen Sie giftige Chemikalien und Medikamente gut ab.

Was sind die größten Gefahren im Haushalt

Stürze

Ein Kind stolpert bestimmt öfter als ein Erwachsener und das ist nicht das eigentliche Problem. Gefährlich wird es erst, wenn im Haus, in dem Kinder leben, die Fenster oder Balkontüren geöffnet bleiben. Die natürliche Neugier und Drang nach draußen animiert Kinder dazu, aus dem Fenster zu schauen oder auf den Balkon zu gehen.

Aufgrund des Körperbaus haben sie allerdings einen höher gelegten Schwerpunkt und kippen schnell nach vorne, was in einer Katastrophe enden kann. Gefahr lauert auch an der Treppe. Deswegen sollten Kleinkinder niemals alleine in der Wohnung gelassen werden.

Erstickungsgefahr

Für kleine Kinder ist es üblich, Gegenstände erst in den Mund zu nehmen, um diese kennenzulernen. Bei kleinen Sachen besteht die Gefahr, dass sie von dem Kind verschluckt werden. Kleine Gegenstände sollen deswegen immer weggeräumt werden. Besondere Vorsicht gilt auch bei herabhängenden Schlaufen oder Rollos, da sich Kinder dadurch leicht selbst strangulieren können.

Verbrühen und Ertrinken

Kinder verbringen ihre Zeit gerne in der Küche, wo sie von Sachen, die sie vom Tisch runterreißen (wie Wasserkocher), verletzt und verbrüht werden können. Wasserkocher sollte man deshalb auf der Arbeitsplatte immer so weit wie möglich nach hinten verschieben, damit es ein Kind nicht erreichen kann. Topfgriffe dreht man am besten auch nach hinten, damit sie für Kinder unerreichbar bleiben.

Badewanne ist für Kinder eine Gefahr, die oft unterschätzt wird. Man wird es kaum hören, wenn ein Kind ertrinkt, sie gehen unter wie Steine – schnell und nahezu lautlos. Das betrifft auch Gartenteiche und sonstige Planschbecken, in denen Kinder nie ohne Aufsicht zurückgelassen werden dürfen.

Erste Hilfe am Kind | Das kindersichere Haus

Bildquellen
Artikelbild:  © panthermedia.net / Iakov Filimonov

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