Taschengeld fuer Kinder

Taschengeld 2014

Jedes Kind und jeder Jugendliche freut sich darauf wenn es wieder ein bisschen Geld von den Eltern gibt. Doch auch immer wieder steht ein Streitpunkt im Raum. Dieser betrifft vor allem die Höhe. Wann und wie viel Taschengeld einem Kind zusteht wollten wir uns einmal näher ansehen.

An erster Stelle sei gesagt, dass es keinen gesetzlichen Anspruch auf das Taschengeld gibt; vielmehr handelt es sich um finanzielle Geschenke, die den Kindern vonseiten der Eltern gewährt werden. Allerdings erachten viele Institutionen, darunter auch die deutschen Jugendämter, die Vergabe für äußerst sinnvoll (weitere Infos hier) – Empfehlungen von Städten (Köln, Nürnberg, München, Berlin)  . Ein wesentliches Kriterium ist das Erlernen des Umgangs mit Geld. Geld ist für viele Kinder etwas abstraktes und selbst Erwachsene tun sich oft noch schwer, alle Prinzipien wirklich zu durchschauen.

Auch eigene Bedürfnisse vom Kind stehen im Vordergrund. So entwickelt sich im Laufe der Zeit ein Selbstbewusstsein, welches seine eigenen Wünsche und Sehnsüchte offenbart. Sicherlich sind nicht alle davon mit dem Taschengeld zu bezahlen, aber bestimmte Dinge kann sich ein junger Mensch auf diese Weise schon selbst finanzieren.

Abgesehen davon entsteht beim richtigen Umgang mit Geld eine gewisse Unabhängigkeit, welche im späteren Leben sehr wichtig wird.

Um diese zu bewahren muss mit dem übergebenen Geld verantwortungsvoll umgegangen werden. Dies ist gleichzeitig auch der Grundstein, um später finanziell erfolgreich sein zu können.

Wofür Taschengeld da ist; und wofür nicht!

[dropcap]D[/dropcap]ies zu entscheiden liegt im Grunde beim Kind selbst. Allerdings sollte bis zu einem bestimmten Alter eine gewisse Kontrolle seitens der Eltern erfolgen. So ist es natürlich nicht förderlich, wenn sich zum Beispiel ein achtjähriges Kind grundsätzlich nur Süßigkeiten davon kauft. Hier es ist also die Pflicht der Erziehungsberechtigten ein wachsames Augen auf das Verhalten ihrer Sprösslinge zu haben.

Mit dem Beginn der Pubertät sollte aber die Freiheit bestehen, dass der Jugendlich über die Verwendung des Geldes alleine bestimmen kann; jedoch greift auch hier immer noch die Fürsorgepflicht der Eltern. So kann auch in diesem Alter noch kein Handyvertrag abgeschlossen werden, da dieser die Zustimmung der Eltern erfordert. Sollte ein solcher oder ähnlicher Wunsch wie ein Handyvertrag bestehen, ist es am besten mit dem Kind zu sprechen und alle Kosten zusammen genau zu kalkulieren. Es kann zum Beispiel vereinbart werden, dass ein Teil des Taschengeldes zur Deckung der Kosten herangezogen wird, während die Eltern den restlichen Betrag absichern.

Entweder immer oder gar nicht!

Schon ein Erwachsener findet es ungerecht, wenn ihm wegen eines kleinen Deliktes eine Geldstrafe auferlegt wird und bei unserem Nachwuchs ist das nicht anders. Kinder haben immerhin ein völlig anderes Empfinden zu diesem Thema und das Taschengeld sollte nicht als Druckmittel verwendet werden.

Bei der Streichung vom Taschengeld wird ein falsches Gerechtigkeitsempfinden geprägt, welches sich durch das restliche Leben fortsetzen kann. Als Belohnung sollte es aber auch nicht dienen, denn so entsteht eine Erwartungshaltung, welche in ähnlichen Situationen wieder auftreten kann. Dies führt dann zu einer massiven Enttäuschung, wenn das vom Kind erwartete Taschengeld ausbleibt.

Im Übrigen sollte man Kindern schon früh beibringen, dass man gewisse Dinge einfach ersetzen muss. So kann bei einem entstanden Schaden zum Beispiel das Taschengeld in Form einer Ratenzahlung gekürzt werden, sodass ein Bewusstsein dafür entsteht, dass man das Eigentum anderer ebenfalls respektieren muss.

Taschengeldhöhe 2014

Taschengeldhöhe

Taschengeldhöhe

Am wichtigsten ist natürlich die Höhe des Taschengeldes. Dies ist auch oft ein Streitpunkt zwischen Eltern und Kindern. Gesetzlich gibt es hierfür keine festen Regelungen aber es werden jährlich neue Empfehlungen ausgesprochen. Für das kommende Jahr 2014 gelten folgende Taschengeldempfehlungen.

Taschengeld 4 bis 5 Jahre

Ob man in diesem Alter bereits Taschengeld zahlen sollte, müssen die Eltern für sich entscheiden. Allerdings prägt der Umgang mit Geld schon sehr früh. So ist es zumindest angebracht, hier vielleicht einen ersten Versuch zu starten.

Die aktuelle Empfehlung liegt bei 50 Cent in der Woche. Mit diesem kleinen Betrag kann man Kinder daran gewöhnen was Geld ist und welche Bedeutung es im alltäglichen Leben hat.

Vorschlag: Man kann seinem Nachwuchs zum Beispiel eine Kleinigkeit an der Kasse bezahlen lassen, indem es dem Kassierer das Geldstück überreicht.

Taschengeld 6 bis 7 Jahre

Dieses Alter ist ein guter Zeitpunkt, um bei den Kindern den Umgang mit Geld zu vertiefen. Meist treten hier die ersten wirklichen eigenen Wünsche auf. Man sollte aber nur zwischen 1,50 Euro und 2 Euro die Woche an das Kind weitergeben.

Ein Betrag bis 2 Euro ist absolut überschaubar und kann auch von einem Kind noch überblickt werden. Es lernt so, das manche Produkte mehr kosten als andere und man sich nicht immer alles leisten kann.

Vorschlag: Man kann mit seinem Kind zusammen einen bestimmten Artikel aussuchen. Sollte dieser mehr kosten, so kann man den Versuch unternehmen, dem Kind zu erklären, dass man sich mit diesem Betrag den jeweiligen Artikel nicht leisten kann.

Taschengeld 8 bis 9 Jahre

Von diesem Alter an sollte man die Höhe des Taschengeldes kontinuierlich steigern. Als Empfehlung gelten anfangs 2 Euro bis 2,50 Euro wöchentlich. Man kann diese Summe aber nach eigenem Ermessen anheben, denn als Eltern kann man am besten beurteilen in wie weit das Kind verantwortungsvoll damit umgeht. Natürlich sollten keine Erwartungen gestellt werden und bei Streitigkeiten ist immer das offene Gespräch zu suchen.

Vorschlag: Man sollte dem Kind deutlich machen, das es nicht ratsam ist sein Geld einfach so auszugeben. Es sollte auch die Erfahrung machen, dass wenn kein Geld mehr zur Verfügung steht, bestimmte Wünsche nicht erfüllt werden können. Dies sollte je nach Entwicklungsstand entschieden werden.

Taschengeld 10 bis 11 Jahre

Hier kann man einen deutlichen Sprung machen. Zwischen 13 und 16 Euro im Monat sind als angemessen zu erachten. Meist äußern sich in diesem Alter auch die ersten wirklich großen Wünsche. So sollte man dem Kind die Möglichkeit geben, selbst für den gewünschten Artikel zu sparen. Auf diese Weise etabliert sich auch das Gefühl, dass Geld nicht einfach immer da ist, sondern man halt auch manchmal warten muss, bis die finanzielle Situation einen bestimmten Kauf zulässt.

Vorschlag: Man sollte die Diskussion mit dem Kind suchen und mit ihm zusammen klären, welches Ziel realistisch ist. Objektivität hilft hier mehr als etwa die Aussage: Da wirst du halt eine Weile sparen müssen.

Taschengeld 12 bis 13 Jahre

Hier kann nochmals ein Sprung nach oben gemacht werden. Vielmehr sollte man die vorherige Altersgruppe mit dieser vermischen. So sind 13 bis 22 Euro im Monat angemessen. Auch hier gilt, dass man weiter mit seinem Kind im Gespräch bleiben sollte. Das Taschengeld kann schrittweise angehoben werden.

Vorschlag: Man behält am besten das Kaufverhalten des Kindes ein wenig im Auge, ohne sich aber großartig einzumischen. Sollten bestimmte Dinge überhandnehmen, kann man dann das offene Gespräch suchen.

Taschengeld 14 bis 15 Jahre

Mitten in der Pubertät müssen es viele Dinge sein. Ein Smartphone, neue Kleidung oder auch mal ein Ausflug mit den Freunden. Zwischen 25 und 30 Euro im Monat müssen hier einkalkuliert werden. Doch sollte man Vorsicht walten lassen. Zwar bedarf es für den Abschluss eines Vertrages immer noch der Zustimmung der Eltern, aber viele Anbieter von Handys haben bestimmte Klauseln geschaffen, welche diese Rechtsgrundlage in einem gewissen Maße umgehen.

Vorschlag: Man muss mit dem Jugendlichen alle Formalitäten durchsprechen. Wie bereits erwähnt kann in einem solchen Fall ein Teil des Taschengeldes zu Kostendeckung verwendet werden. Aktivitäten mit den Freunden sind aber grundsätzlich durch das Taschengeld gesichert.

Taschengeld 16 bis 17 Jahre

Hier kann man bereits von jungen Erwachsenen sprechen, welche ihre eigenen Vorstellungen haben. So sollte man ihnen zwischen 35 und 45 Euro monatlich anvertrauen. Man kann im Grunde davon ausgehen, dass diese bereits mit Geld entsprechend umgehen können. Diese Empfehlung gilt allerdings nur, wenn nicht bereits ein kleiner Nebenjob ausgeübt wird. Grundsätzlich sollte man von diesem Zeitpunkt an dafür Sorge tragen, dass der Jugendliche auf eigenen Beinen stehen kann.

Taschengeld 18 Jahre

Die Wünsche sind groß; 70 Euro im Monat kann man hier überantworten. Natürlich hat man ab diesem Zeitpunkt nicht wirklich einen Einfluss auf die Entscheidungen. So bleibt es dem jungen Mann oder jungen Frau selbst überlassen, was mit dem Geld geschieht. Dieses sollte auch nur noch unterstützend gezahlt werden.

Wie man auch immer mit dem Thema Taschengeld umgeht, es ist wichtig, dass man seinen Kindern ein Gefühl dafür vermittelt, was Geld ist und ihnen klar macht, dass man mit diesem zwar nicht alles kaufen kann, es aber eine Notwendigkeit im Leben darstellt.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Uwe Dlouhy Dr.
Mitte: © panthermedia.net Katy Spichal

 

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