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Sprachentwicklung: Mit Babys „normal“ reden statt nur Babysprache benutzen

Wenn Sie mit Ihrem Kind sehr selten reden oder dabei nur Babysprache benutzen, schaden Sie der Sprachentwicklung Ihres Kindes. Es gibt Kinder, die schon in ihrem ersten oder zweiten Lebensjahr jeden Tag mehr als 10.000 Wörter von ihren Eltern hören, bei anderen sind es nur knapp 700 Wörter. Dieser Unterschied kann später katastrophale Auswirkungen bei der Sprach- und Lernentwicklung haben.

In langen und komplexen Sätzen reden

[dropcap]E[/dropcap]xperten raten Eltern dazu, schon von Anfang an mit Babys und Kleinkindern in ausgebauten und komplexen Sätzen zu reden, so wie man mit Erwachsenen reden würde. Über Sprache bauen Kinder ihre Intelligenz auf. Künftige Entwicklung der Kinder, nicht nur im sprachlichen Sinne, hängt in erster Linie davon ab, wie und wie gewählt Eltern mit ihren Sprösslingen reden.

Bei einer Tagung der American Association for the Advancement of Science wurden Ergebnisse entsprechender Untersuchung vorgelegt, die diese Zusammenhänge beweisen. Man fragt sich auch, ob eine frühere Sprachförderung für benachteiligte Kinder gezielte Vorteile bringen könnte.

Dem Kind die Welt erklären

Sie sollen so früh wie möglich Ihrem Kind die Welt erklären. Das sollte am besten so ablaufen, dass Sie Worte und ihre Bedeutung in einen Zusammenhang dem Kind präsentieren, damit sie im Gehirn entsprechende Verbindungen speichern können. Das könnte beispielsweise so aussehen: „Komm, wir tun die Weintrauben in die Schüssel mit der Birne und dem Apfel und den Erdbeeren.“

Soziale Unterschiede im Kindergehirn erkennbar

Soziale Unterschiede lassen sich nach einer Untersuchung der Kimberly Noble von der Columbia University durch Hirnuntersuchungen bestätigen. Kinder aus wohlhabenderen Familien haben ihre Sprachzentren im Gehirn stärker ausgeprägt als Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Die Unterschiede sind schon ab dem Alter von 18 Monaten sichtbar. Kinder aus ärmeren Verhältnissen erreichten erst mit zwei Jahren ein Sprachverständnis, bei bessergestellten Jungen und Mädchen passiert das sechs Monate früher.

Der Grund dafür ist einfach: Kinder aus Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen haben bis zum Vorschulalter in ihrer gesamten Kommunikation oft mehrere Millionen Wörter mehr gehört als gleichaltrige Kinder aus sozialen Unterschichten. Diese Kluft gibt es dann auch bei der Lerngeschwindigkeit. Fünfjährige Kinder aus armen Verhältnissen liegen im Vergleich zu bessergestellten Altersgenossen in der Entwicklung um bis zu zwei Jahre zurück.

Ab wann ist eine Frühförderung sinnvoll

Wissenschaftler sind sich immer noch nicht einig, ob professionelle Frühförderung schon mit drei statt mit vier Jahren beginnen sollte. Darüber hinaus sollte die Qualität von Kitas verbessert und spezielle Erziehungsprogramme für die Eltern („Redet mehr“) eingeführt werden. Diese Maßnahmen sollten die Unterschiede ein wenig reduzieren.

Wie Kinder zu(m) Wort kommen – Sprachförderung im Alltag Trailer

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / akz

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