Noten

Schule: Können Schüler schlechte Noten anfechten?

Die Bewertung der Schülerleistungen hängt oft alleine von den Lehrern ab, zwischen einer Eins und einer Drei können manchmal Welten liegen. Vor allem dann, wenn sich Schüler ungerecht benotet fühlen. In den meisten Fällen hilft schon ein persönliches Gespräch mit dem Lehrer, sonst können Schüler und Eltern diesbezüglich eine Beschwerde anlegen oder ihr Recht sogar vor Gericht sichern. Lehrer sind auch nur Menschen, ihnen unterlaufen auch manchmal Fehler. Es kann durchaus mal etwas übersehen oder falsch bewertet werden. Ein persönliches Gespräch kann hier zu einer schnellen Klärung führen.

Kein allgemeiner Rechtsanspruch

[dropcap]G[/dropcap]rundsätzlich haben Eltern keinen Rechtsanspruch auf Änderung einer einzelnen Note oder auf Wiederholung einer Arbeit. Dabei gibt es allerdings eine Ausnahme, und zwar dann, wenn die Note einen Einfluss auf die Zeugnisnote und damit auf die Versetzung hätte.

Das sieht anders aus, wenn die ganze Klasse bei dem Test schlecht abgeschnitten hat. Waren die Aufgaben zu schwierig und mehrere oder sogar alle Kinder einer Klasse schlecht abgeschnitten haben sollten, kann solche Klassenarbeit wiederholt werden. Das entscheidet allerdings weder der Schulleiter noch der Lehrer oder die Fachschaft. Es wird alleine im Schulgesetz oder in einer Verordnung geregelt, oder es ist eine Vereinbarung an der einzelnen Schule. Die Kulturhoheit liegt bei den Bundesländern, was zu verschiedenen Schulgesetzen führt. Deswegen auch ist die Regelung uneinheitlich.

Beschwerde und Widerspruch – die Unterschiede

Falls es zu keiner Einigung mit dem Lehrer kommt, kann der Schüler selbst oder seine Eltern versuchen, sich mit der Schulleitung oder einer anderen Vertrauensperson zusammensetzen, um das Problem zu lösen. Kommt es auch dann zu keiner gemeinsamen Lösung, wendet man sich an die Schulaufsicht oder schaltet das Kultusministerium ein. Für eine Beschwerde gibt es keine Fristen oder Formen, sie hat aber auch keine aufschiebende Wirkung.

Der Schüler kann eine Beschwerde entweder gegen Einzelnoten oder das Halbjahreszeugnis einlegen. Diese Noten stellen lediglich eine Information für den Schüler dar und haben keine unmittelbaren Folgen für ihn. Sie sind somit auch keine Verwaltungsakte. Erst die Zeugnisse, die über das Weiterkommen oder über den weiteren Bildungsweg entscheiden, sind Verwaltungsakte und gegen sie können Eltern oder volljährige Schüler innerhalb eines Monats einen Widerspruch einlegen. Das schaltet automatisch die zuständige Behörde ein, damit sie die Recht- und Zweckmäßigkeit des Zeugnisses prüft.

Erst mal versuchen zu reden

Zweifellos sichert ein Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht die Rechte des Bürgers gegenüber staatlichen Institutionen. Allerdings sollte man den Weg vors Gericht nur bei äußerst schwierigen Fällen in Erwägung ziehen. Im Vorfeld sollte man immer eine Einigung durch lösungsorientierte Gespräche ohne Vorwürfe suchen.

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Artikelbild: © panthermedia.net / Syda Productions

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