Hunger und Afrika

Recht auf Leben – warum wir viel zu wenig tun

Weltweit hungern etwa eine Milliarde Menschen. Dabei hat jeder Mensch ein Recht auf Nahrung, Unterkunft und Würde. Prinzipiell geht es auch nicht darum Almosen an hungernde Menschen verteilen zu wollen. Primär müssen Menschen in den Entwicklungsländern dadurch unterstützt werden, dass sie ihre weitere Entwicklung eigenverantwortlich gestalten. Wir finden, dass das ein Artikel wert ist.

Das Recht auf Leben

[dropcap]D[/dropcap]ie Gründe für den weltweiten Hunger sind unterschiedlich. Dabei sind Armut, Kriege, Verschlechterung von Bodenfruchtbarkeit oder Versagen von Regierungen nur einige. Infolge des Klimawandels spielt die Zunahme von Dürren und Fluten, Bodenerosion und Wüstenbildung ebenso eine weitere Rolle.

Nach Informationen der Vereinten Nationen verhungert weltweit alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren. Täglich sterben 57.000 Menschen an Hunger.

Etwa eine Milliarde Menschen sind sogar dauerhaft schwer unterernährt. Der „World Food Report“ der Vereinten Nationen sagt aus, dass die weltweite Landwirtschaft in der Lage sei, sogar fast 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Ein unfassbares Ungleichgewicht.

Jede Sekunde werden auf der Welt Kinder geboren. Seit etwa Mitte 2011 leben sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Die Bevölkerung ist alleine im Jahr 2010 weltweit um etwa 80 Millionen Menschen gewachsen. Jede Sekunde kommen durchschnittlich etwa 2,6 Menschen zur Weltbevölkerung dazu. In Afrika werden große Landflächen von internationalen Konzernen gekauft, damit auf diesen Flächen Landwirtschaft in industriellem Maßstab betrieben werden kann. Eine Studie der Welternährungsorganisation FAO ergab, dass alleine in den letzten fünf Jahren etwa 2,4 Millionen Hektar Land an ausländische Investoren abgetreten wurden. Eine unheilvolle Entwicklung.

Man darf zudem nicht vergessen, dass auch wir Deutschen eine bewegte Vergangenheit besitzen. Es gab eine Zeit, in der auch hier mitten unter uns unsere Mitmenschen verhungerten, weil ihnen der Krieg alles genommen hatte. Nur durch die Hilfe der vielen Spenden und der Einsatz von Organisationen wie der UNICEF konnte das Schlimmste verhindert werden. Zeit etwas zurückzugeben, oder?

Viele Hilfsorganisationen wie die bekannte UNICEF sind auf unsere Spenden angewiesen. Der Spender kann durch eine kleine Geste etwas zur Bekämpfung von Hunger und Armut beitragen. Ausreichende Ernährung, Wasser und Bildung können durch unsere Gelder finanziert werden; daher sollten wir etwas tun!

Auch eine kleine Spende kann Großes bewirken. Spenden Sie jetzt!

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Was ist Hunger?

Hunger tritt ein, „wenn eine Energiezufuhr über einen längeren Zeitraum unter dem normalen Bedarf liegt, den ein Mensch für seinen gesunden Körper und für sein Leben benötigt“. Die Welternährungsorganisation FAO gibt als Minimum etwa 1.800 Kilokalorien pro Tag an. Allerdings ist nicht nur die ausreichende Energiezufuhr entscheidend, sondern auch eine möglichst ausgewogene Ernährung.

Nahezu zwei Milliarden Menschen haben Mangelerscheinungen aufgrund von Vitamin- und Mineralstoffmangel. Dabei ist eine chronische Unterernährung nicht immer gleich sichtbar, da viele Menschen zwar dünn, aber nicht abgemagert wirken. Folge ist dennoch, dass der Körper seine unzureichende Ernährung dadurch ausgleicht, dass er die körperlichen und geistigen Aktivitäten einschränkt. Hungernde Menschen verlieren Initiative und Konzentrationsfähigkeit. Unterernährung führt bei kleinen Kindern dazu, dass deren geistige und körperliche Entwicklung auf Dauer beeinträchtigt bleibt.

Anti-Hungerziele

Im Jahr 1996 hatten sich in Rom die Staatschefs der Erde auf dem Welternährungsgipfel verpflichtet, die Zahl der Hungernden bis 2015 auf 425 Millionen zu halbieren. Dabei haben die Vereinten Nationen bereits 1948 festgelegt, dass ausreichende und gesunde Ernährung ein Menschenrecht ist. Dieses Recht kann von den Betroffenen jedoch nicht eingeklagt werden. Dabei wäre es möglich, dass alle Länder der Erde ihren Bürgern eine ausreichende Ernährung gewährleisten können. Das 1996 festgesetzte Ziel der Halbierung der Zahl von Hungernden wird jedoch unerreichbar bleiben.

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Welt Hunger Index

Der Welt Hunger Index zeigt, dass sich die Hungersituation seit dem Jahr 1990 nur geringfügig verbessert hat. Das Ausmaß des Hungers ist weltweit weiterhin katastrophal. Die mit Abstand höchsten Werte und damit den größten Hunger verzeichnen Afrika südlich der Sahara und Südasien. Da in den vergangenen Jahren die Nahrungsmittelmärkte weltweit durch steigende Preise gekennzeichnet waren, hat dies schwerwiegende Folgen für die armen und hungernden Menschen, die nicht in der Lage sind, auf extreme Preisschwankungen oder Preiserhöhungen zu reagieren.

Statistik: Am stärksten von Hunger und Unterernährung betroffene Länder nach dem Welthunger-Index 2014 | Statista
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Hauptverursacher für höhere und stark schwankende Preise sind drei Faktoren: Zum einen die zunehmende Verwendung von Agrarerzeugnissen zur Treibstoffherstellung und die weitere Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel. Weiterer Faktor ist eine Zunahme von Warentermingeschäften mit Agrargütern. Mit Termingeschäften von Handelswaren, wie Kakao, Kaffee, Metallen, Öl und anderen Rohstoffen können Spekulanten durch Spekulationen schnelle Kursgewinne erzielen.

Die Ursachen für den Hunger sind von Menschen gemacht und sie können auch von Menschen wieder rückgängig gemacht werden. Es wäre möglich, Spekulationen zu untersagen, Exportsubventionen zu stoppen oder auch mit der Vernichtung von Lebensmitteln aufzuhören. Möglich wäre es auch, dass durch die politischen Entscheidungsträger, das Agrardumping gestoppt wird und dass Finanzminister der Länder bei der nächsten Versammlung des Internationalen Währungsfonds für eine Entschuldung armer Länder stimmen.

Hungerzahlen

Im Zeitraum von 2012 – 2014 waren weltweit 805 Millionen Menschen unterernährt. Diese Zahl umfasst jeden neunten Menschen. Davon leben 65 Prozent (526 Millionen Menschen) der Hungernden in Asien. Weitere 23,8 Prozent (214 Millionen Menschen) leben in Afrika südlich der Sahara. In der Karibik und in Lateinamerika sind 4,6 Prozent (37 Millionen Menschen) unterernährt. Die vorstehenden Zahlen basieren auf Angaben der Welternährungsorganisation (FAO).

Die Ernährungssituation ist in neunzehn Ländern, hauptsächlich in Südasien und in Afrika, als „sehr ernst“ einzustufen. Besonders gravierend ist die Situation in Ländern, wie Burundi, Eritrea, Somalia, der Demokratischen Republik Kongo oder Afghanistan.

Nach Erkenntnissen der Welthungerhilfe waren alleine 2012 weltweit 162 Millionen Kinder durch chronische Unterernährung unterentwickelt. Davon gelten 99 Millionen Kinder als untergewichtig. 51 Millionen Kinder leiden an Mangelernährung. 2013 starben etwa 6,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Nahezu die Hälfte dieser Todesfälle ist auf Unterernährung zurückzuführen.

Landwirtschaftliche Produktion

Die Weltgetreideproduktion wurde für 2013 von der FAO auf 2,525 Milliarden Tonnen geschätzt. Im Jahr 2012 betrug die Produktion „nur“ 2,305 Milliarden Tonnen. Von dem geernteten Getreide werden lediglich 45 Prozent direkt als Lebensmittel genutzt. 35 Prozent werden als Tierfutter verwendet. Der Rest wird zu Treibstoffen oder Industrieprodukten verarbeitet.

Die landwirtschaftliche Produktion würde ausreichen, dass alle Menschen der Erde ernährt werden könnten. Die Menge an Kalorien, die jedem Menschen zur Verfügung steht, beträgt 2.881 kcal / täglich. Dabei stehen selbst in Afrika jedem Menschen täglich theoretisch 2.391 kcal zur Verfügung. Der von der FAO festgelegte Lebensmittelpreisindex betrug 2013 217 Punkte. Der Preis für Nahrungsmittel lag nur wenig unter dem Spitzenwert von 240 Punkten im Februar 2011.

Finanzkrise fördert Hunger

Viele Milliarden, die zur Rettung maroder Banken aufgewendet wurden, fehlen in der Entwicklungshilfe. Die Wirtschaftskraft vieler Staaten verringert sich. Auch geht Hilfsorganisationen das Kapital aus. Nach Expertenmeinungen hat die Finanzkrise die Entwicklungspolitik in den Hintergrund gedrängt. Nach Schätzungen beläuft sich der Bedarf zur Bekämpfung des Hungers auf etwa 30 Milliarden Dollar. Davon fließt ein Teil in die Gewährung von Krediten, durch die Bewohner von Dritte-Welt-Staaten unterstützt werden.

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Artikelbild: © panthermedia.net C. Walenzyk
Button-Mitte: © panthermedia.net Karsten Ehlers