Pränataldiagnostik – Pro und Contra

[dropcap]A[/dropcap]lle Eltern wünschen sich natürlich, dass ihr Baby gesund auf die Welt kommt. Doch wie weit sollten Sie, wenn gerade Sie schwanger sind, gehen und Untersuchungen im Rahmen einer Pränataldiagnostik durchführen lassen. Denn bei einer PND geht es darum, herauszufinden, ob das eigene Ungeborene eventuell mit einem Gendefekt und somit behindert, geboren werden könnte.

Bei Risikoschwangerschaften ist eine Pränataldiagnostik unter Umständen sinnvoll

Zu den Risikoschwangerschaften gehören vor allem alle schwangeren Frauen über 35 Jahren und unter 18 Jahren, solche, die schon mehrere Fehlgeburten erlitten haben, bei denen Erbkrankheiten in der Familie festgestellt wurden oder die bereits ein Kind mit einer Stoffwechselkrankheit oder einem genetischen Defekt geboren haben. In solchen Fällen rät der behandelnde Arzt meist zu verschiedenen Untersuchungen, die mehr oder weniger Risiken für das ungeborene Kind beinhalten. Vor allem ist die Pränataldiagnostik aber auch für die betroffenen Frauen nicht immer sinnvoll. So sollten Sie in einem der oben genannten Fälle immer individuell entscheiden, ob Sie vorab wissen möchten, ob gerade Ihr Kind eventuell behindert zur Welt kommen könnte.

In der Pränataldiagnostik gibt es verschiedene Untersuchungen

So gibt es die 3D oder 4D Ultraschalluntersuchungen, bei denen der Arzt unter Umständen Fehler in der Entwicklung des ungeborenen Kindes feststellen kann.

Bei der Nackentransparenzmessung kann der Arzt zum Beispiel in einer Ultraschalluntersuchung feststellen, ob das Ungeborene eventuell einen Gendefekt aufweist. Ebenso verhält es sich mit dem Triple Test, bei dem der Mutter Blut abgenommen wird.

Diese Untersuchungen der Pränataldiagnostik sind vollkommen unschädlich für das ungeborene Kind, bergen aber auch Risiken, da sie nur einen eventuellen Hinweis auf einen möglichen Gendefekt geben können. Anders sieht es bei der Fruchtwasseruntersuchung aus, bei der genau festgestellt oder auch ausgeschlossen werden kann, ob das Ungeborene einen Defekt besitzt. Doch hier birgt sich sodann die Gefahr, dass die Schwangere eine Fehlgeburt erleidet, dies ist jedoch nur in 0,5 % der Untersuchungen der Fall.

Sicherheit durch Pränataldiagnostik?

Die Pränataldiagnostik kann auf jeden Fall eine Sicherheit geben, denn durch sie können Fehlbildungen und Erberkrankungen ausgeschlossen werden. Die Pränataldiagnostik kann jedoch nicht mit Sicherheit darüber Auskunft geben, ob das Kind gesund zur Welt kommt, denn dies entscheidet sich erst in den weiteren Schwangerschaftsmonaten und hier sowie bei der Geburt kann es sodann immer noch zu Komplikationen während der Schwangerschaft kommen. Auch ist es ein sehr schwieriger Fall, wenn durch die Pränataldiagnostik feststeht, dass das ungeborene Kind im Mutterleib zum Beispiel am Down-Syndrom leidet. Wie sollen Eltern in einem solchen Fall entscheiden. Aus diesem Grund ist die Pränataldiagnostik immer sehr mit Vorsicht zu genießen, denn wie würden Sie entscheiden, wenn Sie schon vorab wissen, dass Ihr Kind mit größter Wahrscheinlichkeit behindert zur Welt kommen wird.

Vielleicht fragen Sie sich hier im Nachhinein, warum Sie die Tests im Rahmen einer Pränataldiagnostik überhaupt gemacht haben und nicht einfach abgewartet haben, was aus der Schwangerschaft wird. Denn hat man erst mal ein schlechtes Testergebnis, so steht man leider vor der schweren Entscheidung, ob man das Kind bekommen will oder nicht. Diese Entscheidung kann aber durchaus vermieden werden, wenn Sie die Schwangerschaft nicht als Krankheit sehen und alles einfach auf sich zukommen lassen. Sind Sie sich bereits als Eltern von Anfang an sicher, dass es Ihnen egal ist, ob Ihr Baby behindert oder gesund zur Welt kommt, dann sollten Sie sich auch gegen eine Pränataldiagnostik entscheiden.

Bild: serenityphotographyltd – Flickr.com (CC BY-ND 2.0)

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