Masern

Masern in der Schwangerschaft

Schön, wenn die Schwangerschaft und die Geburt reibungslos ohne Komplikationen über die berühmte Bühne geht. Aber was ist, wenn sich plötzlich doch gesundheitliche Probleme auftun und die Gesundheit von Mutter und Kind gefährdet sind? Wie schnell dieser Alptraum Wirklichkeit werden kann, zeigen die neuesten Berichte über Masern in der Schwangerschaft.

Masern, früher eine weltweit verbreitete Krankheit, die vorwiegend in Epidemien auftrat, ist heute durch Immunisierung in den entwickelten Ländern sehr selten geworden. Nach wie vor ist das Masern Virus aber äußerst infektiös. Die Verbreitung erfolgt vornehmlich durch Tröpfcheninfektion (das sind schwebende Tröpfchen in der Luft, die durch Niesen verbreitet werden). Ist die Infektion erfolgreich gewesen, beträgt die Inkubationszeit acht bis vierzehn Tage.

Nach dieser Zeit treten die typischen Symptome mit charakteristischem Hautausschlag und Fieber auf. Es soll noch erwähnt werden, dass sich Säuglinge unter acht Monaten nur sehr selten anstecken, da sie über eine Immunität verfügen, die noch vom mütterlichen Organismus aufgebaut wurde.

Wie sieht es aber aus, wenn eine Infektion mit dem Masern-Virus bereits in der Schwangerschaft erfolgt? Wie verkraften Mutter und Kind eine derartige Infektion?

Masern bei Babys

Aus Mediziner-Kreisen erreichen uns alarmierende Nachrichten und neue Statistiken warnen uns vor Masern in der Schwangerschaft. Demzufolge verursachen Masern in der Schwangerschaft häufig Frühgeburten und eine Infektion mit dem Masern-Virus stellt für die Gesundheit der Mutter sowie für das ungeborene Kind ein erhöhtes Risiko dar und ist nicht kalkulierbar.

Masern sind auch heute noch oft eine unterschätzte Gefahr und es ist sogar zu beobachten, dass Deutschland nach einem Abwärtstrend der Krankheitsverbreitung Anfang des neuen Jahrtausends wieder einen Negativ-Boom dieser gefährlichen Infektion erlebt. Die Gründe dieser Entwicklung werden in der unzureichenden Impfquote gesehen. Deshalb ist es auch unbedingt notwendig, dass Frauen, die einen Kinderwunsch hegen, über die Gefahren dieser Infektionskrankheit aufgeklärt werden.

Impfung gegen Masern vor der Schwangerschaft

Impfung

Impfung

Eine Impfung vor einer Schwangerschaft ist unumgänglich, wenn Gefahren für das Ungeborene frühzeitig abgewendet und schwere Folgeschäden ausgeschlossen werden sollen. Die Liste der Komplikationen, die mit der Infektion einhergehen, ist immerhin sehr lang, wie man auch hier auf www.netdoktor.de nachlesen kann.

Entzündungen von Lunge, Darm und Gehirn werden genauso beobachtet wie Entzündungen am Lymphsystem, an den oberen Luftwegen, am Mittelohr sowie an Rückenmark und Herzmuskel. Gerade Schwangere treffen diese genannten Komplikationen häufiger als andere an Masern erkrankte Menschen.

Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass in der Regel jede vierte Schwangere mit einer Masern-Erkrankung eine Frühgeburt erleidet (www.aerztezeitung.de).

Allerdings ist auch nicht davon auszugehen, dass es zu Missbildungen kommt, wie es bei einer Röteln-Erkrankung eventuell möglich ist. Man kann aber sicher davon ausgehen, je weiter eine Schwangerschaft bei einer Masern-Erkrankung voran geschritten ist, desto höher ist das Risiko für das Neugeborene bereits mit Masern infiziert zu sein. Das noch nicht voll entwickelte Immunsystem kann dann der Grund für schwerwiegende Komplikationen sein.

Masern als Risiko für Ungeborene

Weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Frauen, die nicht geimpft wurden, besondere Risikofaktoren für Säuglinge darstellen. So ist es möglich, dass auch Jahre nach einer Infektion eine Entzündung des Gehirns voranschreiten kann. Dabei handelt es sich um eine sehr schwere Hirnschädigung im Endstadium, die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis.

Dieses Krankheitsbild ist umso mehr erschreckend, als dass bis jetzt noch keine lebensrettende Therapie zur Verfügung steht. Vor diesem Hintergrund ist eine allseits beobachtete Impfmüdigkeit, die Deutschland erfasst hat, nicht nachvollziehbar. Intensivste Aufklärungsarbeit ist hier vonnöten, um das Schreckgespenst Masern-Infektion in die Schranken zu weisen.

Fazit

Frauen, die sich einen Kinderwunsch erfüllen möchten, sollten darauf achten, dass zeitlich mindestens drei Monate zwischen der Impfung gegen Masern und der Schwangerschaft liegen, denn Masern als harmlose Kinderkrankheit darzustellen, ist mehr als regelwidrig. Dagegen ist derjenige, welcher in der Kindheit zweimal gegen Masern geimpft wurde, auch ein Leben lang geschützt und befindet sich absolut auf der sicheren Seite.

Personen, die 1970 oder danach geboren wurden und bislang nur eine Impfung aufzuweisen haben, wird aktuell empfohlen die Masern-Impfung nachzuholen. Besonders schützen müssen sich vor allem Frauen, die eine Schwangerschaft planen und bisher noch nicht über ausreichenden Impfschutz verfügen. Auch wenn nach einer Masern-Erkrankung bleibende Folgen eher selten zu beobachten sind, so sind doch schwere Krankheitsverläufe bis hin zu Gehirnerkrankungen mit einem tödlichen Ausgang nicht ganz auszuschließen.

Wenn man durch einen kleinen „Piks“ diese tödliche Gefahr eindämmen kann, spricht wohl laut dgk.de viel für eine Masern-Schutzimpfung. Und gerade Frauen mit einem noch unerfüllten Kinderwunsch und deren familiäres Umfeld sind hier besonders in die Pflicht genommen, denn das Glück einer Schwangerschaft und die Freude über ein neues Familienmitglied soll doch nicht getrübt werden.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Brigitte Meckle
Mitte-Rechts: © panthermedia.net Brian Chase

 

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