Fußball ist eines der beliebtesten Kinder-Hobbys | © panthermedia.net / peterm

Kinder und Hobbys – Begabungen erkennen und fördern

Kinder stecken voller Ideen und Fantasien. Sie wollen ausprobieren, testen und dazu lernen – und dabei vor allem auch eines: Spaß haben. Eben noch hat der Nachwuchs ein Bild gemalt, das auf einen zukünftigen Picasso hindeutet und im nächsten Moment zieht er Opa beim Schach ab. Eltern beobachten oft die vielseitigen Interessen an ihren Kindern und fragen sich auch oftmals, welches Talent nun wirklich hat und wie es gefördert werden soll.

Talente fördern, aber das Kind nicht überfordern

Die Wahl für das richtige Hobby des Kindes fällt manchen Eltern nicht immer leicht. Schließlich stehen sie vor Fragen wie: Wird mein Kind so richtig gefördert? Ist es etwas Dauerhaftes oder doch nur eine Eintagsfliege? Wie hoch sind die Kosten für das Hobby meines Kindes? Das richtige Maß zwischen Förderung und Überforderung ist nicht immer einfach. Wo fängt die Unterstützung der Entwicklung und der damit einhergehenden Förderung an, und wann ist das Kind vielleicht schon überfordert? Welche Chancen bleiben eventuell ungenutzt, weil sie nicht rechtzeitig erkannt werden? Oder an welchen Stellen macht man als Eltern vielleicht schon zu viel, so dass man zu eifrig und ehrgeizig wirkt.

Das Kind beobachten und wahrnehmen

Eine gute Hilfestellung ist es, das Kind ganz genau zu beobachten und richtig wahrzunehmen. Man kann übrigens nicht davon ausgehen, dass kleine Kinder immer ganz genau von selbst wissen, was sie wollen und richtig für sie ist. Für einen Moment wissen sie zwar, was ihnen Spaß macht und können auch ihren Willen sowie ihren Unwillen ausdrücken – aber letztendlich ist das auch immer nur eine Momentaufnahme.

Folgende Fragen sollten sich Eltern stellen:

  • Gibt es in der eigenen Familie Talente und Begabungen?
  • Was hat das Kind bisher ausprobiert und wie hat es reagiert, als es die Beschäftigung nicht weiterführen wollte?
  • Soll das Kind eventuell nur ein Hobby ausüben, weil die Eltern es so wollen? Möglicherweise sogar, weil die Eltern damit nicht erfolgreich genug waren?
  • Welche Bedürfnisse und Interessen hat das Kind wirklich? Hier hilft es, sich selbst als Eltern zurückzunehmen und das Kind gut zu beobachten und zuzuhören.

Lesetipp: „So entdecken Sie die Talente Ihres Kindes“ auf stern.de

Kinder, Hobbys und Kosten

Jedes Hobby eines Kindes verursacht immer auch Kosten. Dabei können die Kosten für das Hobby eines Kindes ja nach der gewünschten Aktivität stark variieren. So sind zum Beispiel Hobbys in Sportvereinen wie Fußball oder Handball in der Regel wesentlich günstiger, als Reitunterricht oder das Spielen eines teuren Musikinstrumentes.

Wenn noch nicht sicher ist, ob ein Kind ein Hobby langfristig weiterführen möchte und noch in der Testphase steckt, können die Kosten am Anfang minimiert werden, damit man nicht unnötig hohe Ausgaben hat. Zwar sind Eltern bereit, im Schnitt bis zu 16 Prozent ihres verfügbaren Budgets in das Hobby ihres Kindes zu investieren – dennoch sind große und teure Anschaffungen wie beispielsweise ein Klavier oder ein anderes teures Musikinstrument unter Umständen unnötige Ausgaben und Anschaffungen. Ärgerlich, wenn das Instrument am Ende in der Ecke verstaubt, weil das Kind keine Lust mehr auf den Klavierunterricht hat.

Infografik_VEXCASH_Kosten-Hobbys-Kinder

Infografik VEXCASH: Kosten, Hobbys, Kinder

Quelle: Vexcash.com

Unsere Tipps, um die Kosten für das Hobby in der Testphase zu reduzieren:

  • Instrumente können in vielen Musikschulen zu einem monatlichen Preis geliehen werden.
  • Für Kinder, die sich noch unschlüssig sind welches Musikinstrument sind spielen möchten, gibt es in vielen Musikschulen spezielle Angebote wie zum Beispiel das Instrumentenkarussell als einjährige Orientierungsphase.
  • Trikots oder andere Grundausstattungen können eventuell im Bekanntenkreis geliehen oder in Second-Hand-Shops der Sportvereine günstig erworben werden.
  • Falls sich Freunde des Kindes ebenfalls für ein gewünschtes Hobby interessieren, können hier die Kosten gesenkt werden, in dem zum Beispiel Gruppenunterricht statt Einzelunterricht wahrgenommen wird. Eine weitere Kosten- sowie auch Zeitersparnis können Fahrgemeinschaften in Absprache mit andere Eltern sein.
  • Probestunden sind in der Regel kostenlos. Diese sollten zum Ausprobieren immer wahrgenommen.
  • Je länger ein Kind den Wunsch nach der Ausübung eines bestimmten Hobbys äußert und sich auch von selbst schon längere Zeit mit dem Thema beschäftigt hat, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass ein Kind dran bleibt. Aber Achtung: Kinder können nicht immer abschätzen, dass der Traum vom Fußball-Profi oder der Primaballerina auch mit intensivem Training verbunden ist. Oftmals träumen sie auch einfach nur vom großen Auftritt.

Das richtige Hobby zur richtigen Zeit

Das Hobby, das vielleicht auf Dauer das Richtige sein soll, ist in den meisten Fällen nicht von heute auf morgen gefunden. Wichtig ist es, dass das Kind genügend Zeit hat, sich ausgiebig auszuprobieren und zu testen. Was man dabei im Auge behalten sollte ist, dass bis zur 5. Klasse der Prozess des Ausprobierens abgeschlossen sein sollte – denn ab dem Alter ist nicht mehr so viel Zeit für Experimente. Bei Beobachtung des Kindes ist es wichtig, auf die entsprechenden Signale zu achten – in der Regel zeigt ein Kind sehr deutlich, ob es gerade bereit ist, etwas Neues zu lernen.

Wenn es dazu nicht bereit ist, bringt es auch nichts, das Kind dazu bewegen zu wollen – selbst wenn ein Talent sichtbar ist. Mit Druck funktioniert es nicht und auch die gesamten Umstände spielen eine wesentliche Rolle: Macht das Kind eventuell gerade eine schwere Zeit oder Veränderungen durch wie zum Beispiel die Geburt eines Geschwisterchens, Trennung der Eltern, Verlust eines Familienmitglieds oder Freunde, die weggezogen sind. Es gibt viele Umstände, die zu belastend sind, so dass sich das Kind für Aktivitäten nur schwer motivieren lässt. In diesem Fall sollte dem Kind genügend Zeit gegeben werden, bis es die Motivation und notwendige Konzentration für eine Aufgabe hat.

Wenn das Kind von sich aus den Wunsch äußert, etwas ausprobieren zu wollen, sollte es dabei unterstützt werden. Damit das stressfrei und ohne Druck gelingt, das Kind aber auch gleichzeitig genügend Zeit hat, ein neues Hobby zu testen, können mit dem Kind Vereinbarungen getroffen werden, aber auch Eltern sollten genügend Raum schaffen, damit ein Hobby nicht zum Leistungsdruck wird.

Das sollte bei der Ausübung oder einem Neubeginn eines Hobbys beachtet werden:

Kinder brauchen Foerderung | © panthermedia.net / Phovoi R.

Kinder brauchen Foerderung | © panthermedia.net / Phovoi R.

  • Ein begonnener Kurs wird zu Ende gebracht und Probestunden werden wahrgenommen. Auch Durchhaltevermögen zu lernen ist wichtig für die Entwicklung eines Kindes.
  • Die Bedürfnisse des Kindes wie eventuelle Überforderung sollten wahrgenommen werden. Hier helfen Gespräche mit dem Kind, aufmerksames Zuhören und vor allem auch das Ernstnehmen des Kindes.
  • Neben den Terminen sollte ein ausreichender Ausgleich in der Freizeit statt finden. Wichtig ist hier auch nicht nur die freie Zeit für das Kind, sondern auch eine gemeinsame Eltern-Kind-Zeit wie zum Beispiel Vorlesen, Kuscheln, Reden oder auch gemeinsame Tätigkeiten wie Kochen oder Backen. Übrigens: Auch Langeweile ist ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung, wie es in dem Artikel „Warum Langeweile für Kinder wichtig ist“ auf sueddeutsche.de nachzulesen ist.
  • Zu hohe Erwartungen an die Leistungen des Kindes können Eltern sowie Kinder unter Druck setzen. Für die Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es in seinem eigenen Tempo lernen und sich weiterentwickeln kann.
  • Neben Hobby und Freizeit darf die Schule als wichtiger Faktor nicht unterschätzt werden. Es sollte ausreichend Raum vorhanden sein, dass sich das Kind auf das Lernen und die Hausaufgaben konzentrieren kann. Zu viel Hetzerei zwischen den Terminen und zu wenige Pausen sind ein hoher Stressfaktor für ein Kind.

Fazit

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Welches das passende Hobby eines Kindes ist, lässt sich für kein Kind pauschal beantworten. Kinder vom Kindergarten- bis Grundschulalter sind hierbei auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Sie sollten ein Kind sowohl fördern als auch immer im Blick behalten, was das Kind leisten kann, damit keine Überforderung statt findet. In der Test- und Ausprobierphase können Kosten gering gehalten werden, damit nicht unnötige Anschaffungen gemacht werden müssen, falls das Kind dieses Hobby doch nicht weiterverfolgen möchte. So lässt sich auch eine eventuelle Frust und die Erwartungshaltung der Eltern reduzieren. Schließlich soll ein Hobby allen Freude machen – dem Kind und den Eltern.