Kinder-Knigge: So lernen Kinder gute Manieren

Das Kind wird am Geburtstag mit Geschenken überhäuft und sagt nicht danke. Obwohl der Nachwuchs schon im Kindergartenalter ist, redet er ständig dazwischen und akzeptiert es nicht, wenn sich gerade zwei Erwachsene unterhalten. Beim Essen benimmt sich das Kind unmöglich und hält sich an keine Benimm-Regeln. Gute Manieren lassen sich nicht einfach von heute auf morgen erzwingen. Wenn es mit dem Benehmen nicht klappt, dann stellen sich viele Eltern in unterschiedlichen Situationen die Frage:

Wie bringe ich meinem Kind ein selbstverständliches höfliches Benehmen bei?

  • Ein Kind ist kein Zirkuspferd, das einfach dressiert werden kann. Und auch kein Hund, dem man neue Kunststücke beibringen kann. Gute Manieren lassen sich nicht einfach so erzwingen. Die Anstandsregeln, die Eltern fordern, sollten daher auch begründet werden – und das durchaus auch schon früh. Erst in der Grundschule mit der Erziehung anzufangen, ist eindeutig zu spät.
  • „Das gehört sich nicht“ ist keine passende Begründung. Aussprüche wie diese haben wenig Überzeugungskraft. Wichtiger als solche Floskeln herunterzuleiern ist es zu verdeutlichen, dass bei einem höflichen Benehmen darum geht, die Gefühle anderer Menschen zu achten und respektieren.
  • Jeder Mensch möchte akzeptiert werden. Das muss dem Kind klar gemacht werden. Aber auf der anderen Seite muss eben auch ein Nein des Kindes akzeptiert werden – zum Beispiel, wenn es darum geht, die Tante oder den Onkel zur Begrüßung zu küssen. Dazu sollte kein Kind gezwungen werden, eine höfliche Begrüßung auch mit Handschlag sollte jedoch für ein Kind selbstverständlich sein.
  • Wenn das Kind zu unhöflichem Verhalten neigt, sollten Eltern auch einmal sich selbst überprüfen. Geht man respektvoll miteinander um? Wie bei eigentlich allem im Leben sind die Eltern auch beim Benehmen Vorbilder – das sollten sie nie vergessen, und auch dann nicht, wenn der Haussegen vielleicht gerade mal schief hängt.
  • Ebenso sind Eltern Vorbilder, wenn es um Tischmanieren geht. Wenn die von den Erwachsenen nicht eingehalten werden, dann werden sie auch nicht für den Nachwuchs selbstverständlich werden.
  • Regeln sollten klar formuliert werden, zum Beispiel so: „Ich erwarte, dass die alte Dame von nebenan grüßt.“
  • Klar gesagt werden sollte Kindern auch, dass man bei einem Gespräch die Hand vorm Mund wegnimmt, weil der Gegenüber sonst die Worte nicht richtig verstehen kann. Wichtig ist aber auch hier, die Erklärung mitzuliefern und nicht nur eine Anweisung zu erteilen.
  • Andere ausreden lassen: Dem Kind sollte klar gemacht werden, dass es selbst ja auch erwartet, dass man einem zuhört. Genauso aber haben auch andere Menschen ein Recht darauf, ihren Satz zu Ende bringen zu können, ohne dass einem ins Wort gefallen wird.
  • Zu einem guten Benehmen gehört auch, dass man nicht über andere Menschen lästert und sie wegen irgendwelcher Besonderheiten – sei es die Nationalität, das Aussehen oder auch eine Behinderung – hänselt. Eltern sollten ihren Kindern klar machen, dass sie es nicht akzeptieren, dass herabwürdigend über andere Menschen gesprochen wird. Erwachsene sollten dem Nachwuchs zudem verdeutlichen, dass Menschen nun einmal ganz unterschiedlich sind und dass gerade das die Welt bunt, vielfältig und abwechslungsreich macht.


1 Kommentar
  1. Etikette sagte:

    Toll beschrieben! Sehr gute Ansätze, um dem Nachwuchs schon früh auf die wichtigen Dinge im Leben einzustimmen ;-)

    Druchhalten ist die Herausforderung, nicht zu verzweifeln die Kunst. Unsere Kinder werden dankbar sein!

    Viele Grüße

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