Kaiserschnitt

Kaiserschnitt – Wunsch und Risiko

Der Kaiserschnitt (lat. sectio caesarae) – der nicht immer ganz so „kaiserliche“ Schnitt

[dropcap]I[/dropcap]n Deutschland werden über 20% der Neugeborenen per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Die Anzahl an Kaiserschnitt Geburten hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Schaut man sich diese Zahlen an, wird klar, dass es sich hierbei nicht immer um Notfalleingriffe gehandelt hat. Denn tatsächlich und ursprünglich ist ein Kaiserschnitt nur für bestimmte Fälle vorgesehen: wenn das Baby in ungünstiger Geburtslage liegt, eine Frau HIV-infiziert ist, bei zu schmalem Geburtskanal, bei Zwillings- oder Mehrlingsgeburten oder aus anderen medizinischen Gründen.

Ein leichter Trend zum Wunschkaiserschnitt ist daher zu erkennen. Die Entscheidung einer Frau, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchte, bleibt selbstverständlich ihr selbst überlassen. Denken Sie über einen Kaiserschnitt auf Wunsch nach? Besteht bei Ihnen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss? Dann können Sie sich hier über die Themen Kaiserschnitt, Wunschkaiserschnitt und Risiken während und nach einem Eingriff informieren:

Kaiserschnitt – allgemeine Informationen

Da ein Kaiserschnitt (Sectio) keine Methode nach hohem medizinischem Standard ist, gibt es diese Art der Entbindung schon seit frühester Zeit, nämlich etwa seit dem 5. / 6. Jahrhundert. Damals noch starben die meisten Frauen nach einem Kaiserschnitt und dieser war auch ursprünglich dafür vorgesehen, um wenigstens das Kind zu retten.

Heutzutage wird der Kaiserschnitt aus „weniger“ notwendigen Gründen gemacht und die Sterblichkeit nach einer Sectio ist auf ein Minimum geschrumpft.

Es gibt in der Regel zwei Methoden eine Sectio durchzuführen: die herkömmliche, normale Methode (primäre und sekundäre Sectio) und die Misgav-Ladach-Methode – eine sanftere Variante:
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  • Bei der normalen Methode unterscheidet man zwei Arten: die primäre und sekundäre Sectio. Die primäre findet vor dem Einsetzen der Geburtswehen statt. Die sekundäre wird während der Geburt eingeleitet. Zwischen diesen beiden Methoden besteht nochmals ein erheblicher Unterschied. Gemeinsam haben diese Kaiserschnitt Methoden, dass dabei parallel zur oberen Schamgrenze unterhalb des Bauches ein 12-15 cm langer Schnitt gesetzt wird, durch welchen das Baby auf die Welt geholt wird.
  • Die Misgav-Ladach-Methode: Hierbei fällt der Schnitt mit dem Skalpell deutlich kürzer aus, die weitere Öffnung der Gewebeschichten findet danach mit den Fingern statt, dadurch wird weniger Gewebe verletzt. Daher wird diese Methode auch als sanftere Variante bezeichnet.

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Ich wünsche mir eine Kaiserschnittgeburt – Kaiserschnitt auf Wunsch

Wenn es um die Gründe eines Kaiserschnittwunsches geht, dann sind die Antworten von Frauen meist die selben:
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  • „Ich habe Angst vor Schmerzen“: Jede Geburt ist mit Schmerzen verbunden, die Wehen tun nun einmal weh, bei manchen dauert es mehrere Stunden, bei anderen sind die Wehen deutlich schneller vorbei.
  • „Das passt da niemals durch!“: Im Laufe der Schwangerschaft wächst das Baby immer weiter. Manche Frauen können sich nicht damit anfreunden, ihr schon recht großes Baby auf natürlichem Weg zu gebären. Der Geburtskanal, so denken viele, sei doch viel zu schmal. Tatsächlich können auch bei einer natürlichen Geburt Komplikationen auftreten, eine, die meist vermieden werden möchte, ist die des Dammrisses oder Dammschnitts. Jedoch ist ein Kaiserschnitt im Gegensatz dazu ein viel tiefgreifenderer Eingriff.
  • „Ich möchte die Geburt planen“: Die terminierte Geburt sagt vielen Frauen zu. Zu wissen, wann es kommt sehen einige als Vorteil. Zudem kann der Partner dann in jedem Falle mit dabei sein.

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Risiken während dem Kaiserschnitt

Welche Nebenwirkungen können auftreten? Die Narkose stellt für sich schon ein Risiko dar. Kaiserschnitte werden entweder unter Vollnarkose (komplette Betäubung) oder unter Spinalnarkose (Betäubung ab der Hüfte) gemacht. Während der Operation besteht die Gefahr einer Infektion an der offenen Wunde. Im Gegensatz zu einer natürlichen Geburt, ist bei einer Sectio die Gefahr während dem Eingriff zu sterben um ein wenig erhöht. Darüber hinaus sind die üblichen Risiken einer Operation zu bedenken: Blutungen und Verletzungen innerer Organe.

Risiken und Nachwirkungen nach einer Sectio

Stillprobleme nach einem Kaiserschnitt: Während des Geburtsvorgangs werden jede Menge Hormone ausgeschüttet, unter anderem auch solche, die den Milchgang in Fluss bringen. Etwa 1-2 Tage dauert es danach, bis mit dem Stillen begonnen werden kann. Bei einem Kaiserschnitt hingegen, werden diese Hormone in viel kleineren Mengen ausgeschüttet, der Körper konnte sich nicht natürlich auf die Geburt einstellen. Aus diesem Grund dauert es dann manchmal länger, bis gestillt werden kann. Holen Sie sich Unterstützung bei Stillproblemen!

Da ein Kaiserschnitt sozusagen der Natur zuvor kommt, kann es manchmal zu traumatischen Erlebnissen bei Kind und Mutter führen. Manche fühlen sich um das Gebären betrogen – sozusagen den Abschluss der vorausgegangenen 9 Monate. Dies sollte man sich bei einem Kaiserschnitt auf Wunsch vor Augen halten. Desweiteren können übliche operative Folgen auftreten, wie etwa eine schlechte Wund- und Narbenheilung oder länger anhaltende Schmerzen. Außerdem könnte es bei einer Folgeschwangerschaft zu Problemen kommen.

Wir empfehlen: Falls Sie über einen Kaiserschnitt auf Wunsch nachdenken, informieren Sie sich gründlich!

Bildquelle: Schwangerschaft – Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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