Petzen

Hilfe, mein Kind petzt!

Dass Kinder petzen, ist eigentlich ganz normal und hängt mit der Entwicklung des Kindes zusammen. Allerdings ist Petzen nicht gleich Petzen, da gibt es nämlich Unterschiede. Meistens hängt das vom Alter des Kindes und von der Situation ab, ob man Petzen im positiven oder im negativen Licht beurteilen soll. Man darf nicht auf Anhieb jedes mal eine böse Absicht vermuten, wenn das Kind petzt. Darüber hinaus gibt es Situationen, in denen Petzen erlaubt ist.

Warum Kinder petzen

[dropcap]P[/dropcap]etzen hat bei Kindern unterschiedliche Ursachen. Zu einem petzen Kinder, um zu zeigen, wie viel Macht sie haben, und stärken damit ihr Selbstwertgefühl. Manchmal wird Petzen eingesetzt, um die Aufmerksamkeit der anderen Kinder oder Eltern zu gewinnen. In Großem und Ganzem wollen sie durch Petzen zeigen, wie wichtig sie sind.

Auch wenn sie sich mit ihrem Verhalten bei anderen Kindern unbeliebt machen, petzen sie trotzdem weiter, wenn sie dadurch ihre Macht demonstrieren können. Wichtig und erwachsener zu sein ist der größte Impuls, der Kinder zum Petzen steuert. In manchen Fällen ist das Petzen erwünscht, und zwar dann, wenn andere Kinder etwas tun, was gefährlich oder falsch ist (z.B. wenn der kleine Bruder unbeobachtet über die Straße läuft oder wenn die kleine Schwester Medikamente oder sonstige Chemikalien aus dem Badezimmerschrank holt).

Was Eltern gegen das Petzen ihrer Kinder tun können

Kinder sollen so früh wie möglich zu spüren bekommen, dass Petzen etwas Negatives ist. Schon die Kleinkinder müssen lernen, dass jemanden anzuschwärzen keine Heldentat ist und von den Eltern missbilligt wird. Wenn man das seinem Kind deutlich zu verstehen gibt und beim Petzen totales Desinteresse zeigt, wird das Kind die Botschaft verstehen und dadurch lernen, dass Petzen schlecht ist.

Geduld ist das A und O, wahrscheinlich klappt das nicht von heute auf morgen, dass das Kind aufhört zu petzen, aber man wird auf lange Sicht bestimmt Erfolg haben.

Dem Kind Alternativen zum Petzen schildern

Bei vielen Kindern ist Petzen die einzige Möglichkeit, ein Problem zu lösen oder Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sie petzen, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen. Machtkämpfe gibt es nicht nur im Erwachsenenleben, sondern schon bei Kleinkindern. Falls sie sehen, dass sie bei solchen Rivalitäten den Grund unter den Füßen verlieren, suchen sie sofort Hilfe bei ihren Eltern oder Erziehern, was im Klartext heißt: Sie petzen.

Sie fühlen sich unsicher und unterlegen und brauchen Unterstützung. Die Aufgabe der Eltern besteht darin, dem Kind alternative Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie solche Konflikte lösen können, ohne auf die Hilfe der anderen angewiesen zu sein. Das bereitet sie auf das Leben als Erwachsener vor.

Mein Kind ist eine Petze! – Elternabend

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