Fremdeln Teil der Kindesentwicklung

Fremdeln – wie Eltern damit umgehen können

Das Fremdeln – eine natürliche Entwicklung

[dropcap]D[/dropcap]as Fremdeln ist Teil einer gesunden Kindesentwicklung, beginnt etwa zwischen dem 4. und 8. Monat und hält etwa bis zum dritten Lebensjahr an. Diesem Phänomen sollten Eltern entsprechend gelassen begegnen und sich keinerlei Sorgen machen, da es sich hierbei nicht um einen Erziehungsfehler Ihrerseits handelt, sondern um eine natürliche Entwicklungsphase des Kindes.

Angst und Abneigung vor Fremdem und Neuem

In Bezug auf Menschen, reagiert das Kind beim Fremdeln häufig auf bärtige, männliche Personen mit Misstrauen oder auch Angst. Bei Gleichaltrigen hingegen reagiert das Kind weniger misstrauisch und ängstlich. Wird das Kind von seiner Mutter getrennt, so kann es in Panik geraten, da es sich vor Neuem fürchtet und Angst hat, in dieser Situation alleine gelassen zu werden.

Mit der Zeit lernt das Kind aber, Fremdes von Vertrautem zu unterscheiden und entwickelt eine Zuneigung, die sogar bis zu einem Vertrauensverhältnis reichen kann. Ferner geht das Fremdeln oft Hand in Hand mit der Fähigkeit, die Umgebung durch Krabbeln oder Laufen selbst zu erforschen.

Dadurch sammelt das Kind neue Erfahrungen und die Psyche des Kindes lernt die Situation nicht mehr als gefährlich einzuschätzen, sondern durchaus als interessant oder spannend.

Was geschieht beim Fremdeln und wie können Eltern (re)agieren?

Beim Fremdeln wird die Sinneswahrnehmung Ihres Nachwuchses geschärft. Ihr Kind macht nun einen Unterschied zwischen dem Unbekannten und dem Bekannten. Beim Fremdeln entgegnet das Kind nicht jedes Lächeln mit einem Gegen-Lächeln, sondern entwickelt ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Unbekannten. Das anfänglich blinde aber nötige Vertrauen eines Babys schwindet so langsam und das Kind fängt an, sich seine eigene Meinung zur gegenwärtigen Situation zu bilden. Diese neuen Ängste, die sich natürlich entfalten, haben den Vorteil, dass Ihr Kind auch immer wieder die Aufmerksamtkeit seiner Bezugpersonen sucht. Deshalb sollten Sie als Mutter und auch als Vater immer in Sichtweite bleiben.

Denn Ihren Schutz wird das Kind brauchen, um diverse Situationen, für das es noch nicht reif ist, meistern zu können. Für Eltern stellt das Fremdeln des eigenen Kindes maches Mal eine Belastung dar. Doch sobald Sie, als Eltern, wissen, dass Fremdeln etwas ganz Natürliches ist, sollten Sie es akzeptieren und versuchen geduldig damit umzugehen. So sollten Sie während dem Fremdeln Ihr Kind nicht zu einer Handlungen auffordern, in der es sich offensichtlich unsicher fühlt. Möchte Ihr Nachwuchs während der Phase des Fremdelns mal des Öfteren auf Ihren Arm, gehen sie dem nach. Je mehr Sie Ihr Kind beim Fremdeln gewähren lassen, desto schneller wird es neue Erfahrungen sammeln können und sich natürlich entwickeln können.

Wann Ihr Kind Ihren Schutz braucht und wann seine Freiheit

Wenn Ihr Kind mit dem Fremdeln beginnt, sollten Sie es anfänglich aufmerksam beobachten und Ihre Rolle als BeschützerIn annehmen. Ebenso sollten Sie Ihrem Kind fremde und unbekannte Umgebungen näherbringen, damit es leichter Zutrauen zu neuen Menschen und den Dingen um es herum gewinnen kann. So wird der Nachwuchs bald das Fremdeln unterlassen und Selbstständigkeit entwicklen. Je sicherer es wird, desto mehr Dinge wird es sich wagen Neues auszuprobieren und auch zu erleben. So wird sich Ihr Kind mit der Zeit gesund entwickeln können und Sie, als Eltern, können dies mit Gelassenheit beobachten und sich freuen, wenn Ihr Kind die Ängste langsam überwinden kann.

Bild: Julien Haler – Flickr.com (CC BY 2.0)

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