Erziehung

Autoritär oder antiautoritär: Stärken und Schwächen von unterschiedlichen Erziehungsmethoden

Wie Eltern ihre Kinder erziehen, bleibt selbstverständlich ihnen überlassen. Allerdings gibt es einige Erziehungsstils, die sich im Laufe der Zeit mehr oder weniger durchgesetzt haben. Dazu zählen zum Beispiel der autoritäre und der antiautoritäre Erziehungsstil. Strenge oder weitgehende Freiheit: Beide Erziehungsmethoden haben ihre positiven und negativen Seiten, die man möglichst gut kennen sollte.

Autoritäre Erziehung

[dropcap]B[/dropcap]ei der sogenannten autoritären Erziehung werden die meisten Aktivitäten im Alltag der Kinder von den Eltern vorgegeben. Was zählt, ist vor allem die Strenge. Erzieher oder Eltern stellen an die Kinder hohe Erwartungen, als Erziehungsmaßnahme wird ein klares Belohnung- und Bestrafungssystem entwickelt.

Das Denken und Verhalten der Kinder wird zum größten Teil von Eltern gesteuert. Es gibt da eine hierarchische Struktur, in derer Kinder als Untergebene gelten. Anordnungen und Befehle, von den Eltern ausgegeben, sind bei einer autoritären Erziehung an der Tagesordnung. Meinungen, Bedürfnisse aber auch Emotionen des Kindes sind hier den Bedürfnissen der Eltern untergeordnet.

Um diesen Erziehungsmaßnahmen noch mehr Ausdruck zu verleihen, werden sie nicht selten durch körperliche Züchtigung verstärkt. Dieser Erziehungsstil erlebte seinen Boom in den 50er Jahren und erst Ender der 60er Jahren wurde er in Deutschland öffentlich als nicht förderlich für eine optimale Entwicklung des Kindes kritisiert.

Die wichtigsten Merkmale

  1. Die Verantwortung wird zu 100 Prozent von den Eltern beziehungsweise dem Erzieher übernommen
  2. Lob und Tadel sind allgegenwärtig
  3. Drohungen und Einschüchterungen sind an der Tagesordnung
  4. Unpersönlich Freundlichkeit dem Kind gegenüber
  5. Alle Aktivitäten der Kinder werden vorbestimmt.

Antiautoritäre Erziehung

Als exakter Gegensatz zu autoritärer Erziehung gilt der sogenannte antiautoritäre Erziehungsstil, der als Antwort auf die Manipulation und Unterdrückung des Kindes bei autoritärer Erziehung entwickelt wurde. Man wendet sich dabei von jeglichen Repressionen gegen das Kind ab und setzt stattdessen auf starke emotionale Zuwendung.

Autorität an sich wird jedoch dabei nicht völlig abgelehnt, man geht davon aus, dass bestimmte Regeln und Normen in der Erziehung doch notwendig sind. Man verzichtet allerdings weitgehend auf jegliche Befehle, Strafen oder Bedrohungen, und baut viel mehr auf Diskussionsformen und Erklärungen auf. Die Erziehung geht in eine bestimmte Richtung, bei der das Kind seine persönlichen Interessen und Fähigkeiten entdecken und frei auszuleben darf. Es geht vor allem darum, dass sich die Persönlichkeit des Kindes frei und unbeschwert entwickeln kann.

Die wichtigsten Merkmale

  1. Freundliches und wertschätzendes Verhalten dem Kind gegenüber
  2. Kinder werden zu nichts gezwungen
  3. Förderung der Selbstentwicklung
  4. Klare und gesunde Regeln und Grenzen
  5. Angebote und Vorschläge statt Belohnung und Bestrafung
  6. Kinder übernehmen die Verantwortung für alles, was sie tun.

Barbara Köster: Antiautoritäre Erziehung

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / imtmphoto

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