Adoption

Auslandsadoption: Worauf kommt es an?

Unter Prominenten ist Auslandsadoption in den letzten Jahren richtig populär geworden. Madonna oder Angelina Jolie adoptierten bereits Kinder aus ärmeren Teilen der Erde. An diesen Fällen wird jedoch häufig Kritik geübt, weil diese „Nacht-und-Nebel-Aktionen“oft unüberlegt und schnell durgeführt werden, was den Kindern mehr schaden als helfen kann.

Adoption in Handumdrehen

Vor einigen Jahren sorgte der Fall des adoptierten Kindes aus Malawi, das von Madonna adoptiert wurde. Es stellte sich nämlich bald heraus, dass der Vater des Kleinen noch lebte, und in der Eile des Adoptionsverfahrens viele andere Fehler begangen wurden.

Kinder werden in Rahmen solcher Blitzaktionen oft „adoptionsfähig“ gemacht, obwohl sie in der Tat es gar nicht sind. Es wird bereits davor gewarnt, dass Privatadoptionen im Ausland die Gefahr für illegale Kinderbeschaffung erheblich erhöhen. Der Grund dafür ist einfach: Es gibt in den reicheren Industrieländern eine deutlich höhere Zahl an adoptionswilligen kinderlosen Paaren, als die Zahl in Waisenhäusern lebenden Säuglingen und Babys. Adoptionen bringen jedoch Geld, was in den ärmeren Ländern eine verlockende Einnahmequelle bedeuten kann.

Auf ein besseres Leben für eigene Kinder hoffen

Schon jetzt spricht man in den Medien von dem sogenannten „Madonna-Effekt“: Adoptionen, die stark in den Medien vertreten waren, wie der Fall von Madonna, führen nicht selten dazu, dass Eltern aus armen Verhältnissen ihre Kinder zu Adoption abgeben würden in der Hoffnung, dass sie selbst auch zu einem besseren Leben kommen können.

Nach einer Untersuchung, bei der Daten aus Waisenhäusern in 25 Länder verglichen wurden, stellte sich heraus, dass 96 Prozent der dort lebenden Kinder nur Halbwaisen waren.

Unterschied zwischen Auslandsadoptionen und Privatadoption

Obwohl es dafür keine staatlichen Angaben zur Verfügung stehen, wird etwa ein Viertel bis ein Drittel der Auslandsadoptionen auf privatem Wege gemacht. Bei einer Privatadoption stellt man keinen Antrag bei einer der staatlich anerkannten Adoptionsvermittlungsstellen, sondern benutzt private Kontakte, die über Mund zu Mund Propaganda – zum Beispiel im Internet – zu finden sind.

Privatadoptionen sind in der Regel viel schneller, darüber hinaus spielt dabei das Alter der künftigen Eltern keine Rolle mehr. Privatadoption hat auch andere vermeintliche Vorteile: Keine „Eignungsüberprüfung“ für die Eltern, das Alter der Partner spielt kaum eine Rolle – und die Adoption ist schneller erledigt.

Das Wohl des Kindes wird zu Nebensache

Eltern, die eine Privatadoption planen,  tun sich selber keinen Gefallen damit. Vor allem aber das Wohl der Kinder wird bei solchen Hau-Ruck-Aktionen außer Acht gelassen. Der Fakt, dass man mit der Adoption dem Kind helfen will, reicht nicht aus. Eltern müssen sich damit im Klaren sein, dass dadurch einige neue Probleme auf die Familie zukommen können.

Und das Wichtigste: wenn die Adoptivkinder anfangen, nach eigener Herkunft zu fragen, müssen Eltern in der Lage sein, ehrliche Antworten auf Fragen, ob sie auch gekauft wurden und ob ihre echte Familie sie wirklich freiwillig abgegeben habe, geben können.

Auslandsadoption – Die ganze Sendung

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Frenk and Danielle Kaufmann

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