Adoption

Adoption in Deutschland: Was die Adoptiveltern wissen müssen

Nicht jedes Paar hat das Glück und kann sich über einen eigenen Nachwuchs freuen. Für diejenigen, für die der Kinderwunsch nicht in Erfüllung ging, ist eine Adoption meistens die letzte Möglichkeit. Die Prozedur der Adoption ist in Deutschland ziemlich langwierig, man muss viel Geduld haben. Außerdem müssen dafür einige Grundvoraussetzungen erfüllt werden.

Ehe als Voraussetzung

[dropcap]V[/dropcap]iele deutsche Jugendämter sehen die Ehe als Voraussetzung für eine Adoption– das Kind darf also nur von verheirateten Paaren adoptiert werden. Der weitere wichtige Punkt bei der Adoption ist das Alter der künftigen Adoptiveltern. Damit man sich als Kandidat für die Adoption vorstellen kann, muss ein Elternteil mindestens 25 und der andere Partner mindestens 21 Jahre alt sein.

 

Wichtig ist auch der Altersunterschied zwischen dem Kind und den Eltern – der sollte nämlich die 40-Jahre-Marke nicht überschreiten.

Bei Ü-40-Paaren darf man sich also nicht wundern, dass man kein Säugling adoptieren darf.

Darüber hinaus muss man ein lückenloses polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das frei von jeglichen Eintragungen ist.

Die Motive der Adoptiveltern

Nicht alle adoptionswilligen Eltern haben geeignete Motive, um ein Kind zu adoptieren. Wenn man zum Beispiel durch Adoption seine Ehe retten will, sich selbst verwirklichen möchte, eine normale Familie haben will, oder es nur tut, um nach außen als „normale“ Familie zu gelten, sollte sich diesen Schritt lieber noch mal gründlich überlegen.

Hinter solchen Motiven steckt nämlich fast immer das Gefühl, ohne Kind minderwertig zu sein. Ein Kind ist nicht dazu da, um ein positives Ego aufzubauen und sollte dafür nicht missbraucht werden.

Das sollten Sie sich vor einer Adoption fragen

Bevor Sie sich für eine Adoption entscheiden, sollten Sie sich einige grundliegende Fragen zu dieser Thematik stellen, um auf die Nummer sicherzugehen. Sie müssen zuerst wissen, ob man überhaupt bereit ist, für das Kind so lange da zu sein, bis es erwachsen wird. In dieser Zeit muss man auch bereit sein, auf die eigenen Wünsche größtenteils zu verzichten.

Beide Partner müssen sich vorher absprechen, ob sie beide zusammen hinter der Adoption stehen. Die finanzielle Sicherheit ist der weitere Punkt, der besprochen werden muss. Ein Kind zu haben bedeutet neue finanzielle Belastungen, die mitunter nicht unerheblich sein können. Kommt man damit zurecht? Darüber hinaus muss man mit einer eventuellen Ablehnung des Kindes umgehen können.

Adoption – die Kosten

Die Adoption als solche ist in Deutschland gebührenfrei, das Vormundschaftsgericht berechnet lediglich die Kosten bei einem Adoptionsabschluss von 75 bis 100 Euro. Ansonsten zahlt man natürlich die Gebühren für Führungszeugnisse, Notare oder beglaubigte Kopien.

Der lange Weg Der lange Weg zum eigenen Kind

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