Wie und wann erkennen Sie Legasthenie bei Kindern?

Die i-Männchen haben die ersten Monate ihrer Schulkarriere hinter sich gebracht. Und nach der anfänglichen Begeisterung der kleinen Lernanfänger dürfte es nun in einigen Familien auch schon den ersten Stress gegeben haben, weil die Hausaufgaben dann vielleicht inzwischen doch keinen Spaß mehr machen und es mit dem Schreiben und Lesen der ersten Buchstaben und Wörter nicht so richtig klappen möchte. Eltern, die befürchten, dass ihr Kind möglicherweise unter Legasthenie leidet, sollten aber erst einmal Ruhe bewahren und abwarten. Denn eine solche Lese- und Rechtschreibstörung lässt sich erst ab dem zweiten Schuljahr eindeutig diagnostizieren.

Legasthenie lässt sich erst ab dem zweiten Schuljahr eindeutig diagnostizieren

In den ersten Wochen und Monate in der Schule sind Schwierigkeiten mit dem Schreiben und Lesen normal und müssen längst nicht immer bedeuten, dass das Kind unter Legasthenie leidet. Erst in der zweiten Klasse zeigt sich, ob ein Kind tatsächlich unter einer angeborenen Lese- und Schreibstörung leidet. Dann sollten Eltern nicht zögern, sondern sich professionelle Hilfe suchen, die Anzeichen bei einem Facharzt abklären lassen und Therapieangebote nutzen.

Wer unter Legasthenie leidet, hat Probleme, einzelne Laute zu unterscheiden und sich zu merken. Mit mangelnder Intelligenz hat eine Legasthenie hingegen rein nichts zu tun. Die Ursachen für die Störung sind auch heutzutage nicht vollständig geklärt, vermutlich kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Verarbeitung von gehörten und gelesenen Informationen beeinflussen.

Um die Chancen von betroffenen Kindern in der Schule und im späteren Berufsleben zu verbessern, sollten Eltern erste Anzeichen früh bei einem Facharzt abklären lassen und entsprechende Therapieangebote nutzen. Je früher die Probleme erkannt und Unterstützungsmaßnahmen eingeleitet werden, umso besser kann Kindern, die betroffen sind, nachhaltig geholfen werden.

Bildnachweis: Thinkstockphotos.de (iStock)

2 Kommentare
  1. Monika Baumgartner sagte:

    Liebes Babyrocks-Team,

    danke für den Artikel! Ich finde die Eltern sollten sich am Besten auf Ihr Gefühl verlassen. Wenn das Kind Probleme hat beim Lesen und Schreiben lernen, dann können die Eltern sehr gut unterscheiden zwischen
    ob es ein ernsthaftes Problem ist oder nicht. Nämlich wenn gar kein Fortschritt festgestellt werden kann, dann sollte man dringend nachforschen woran es liegt. Das hat gar nichts mit Erster oder zweiter Klasse zu tun. Je früher festgestellt wird, dass das Kind Legasthenie hat um so besser. Monika Baumgartner (Legasthenie-Expertin, Marbella)

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  2. Siegbert Rudolph sagte:

    Wenn ein Kind z.B. ei und ie bzw. b und d verwechselt, dann sollte man auf keinen Fall abwarten, sondern diese Konstellationen sofort und gezielt üben. Wartet man ab, dann bleibt die Unsicherheit bestehen. Das Kind versucht dann, die entsprechenden Wörter zu erraten. Und je mehr sich diese Technik verfestigt, desto länger dauert es, bis die Leseschwierigkeiten beseitigt sind. Die Legasthenie ist die Folge, nicht die Ursache. Und in der ersten oder zweiten Klasse haben die Eltern noch die besten Chancen, ihrem Kind selbst zu helfen.
    Siegbert Rudolph, der-lesekoch.de

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