Inklusion ist zwar gewollt, aber niemand möchte zahlen

Wie viel darf die Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Regelschulen kosten? Und wer buss das bezahlen? In Nordrhein-Westfalen ist über dieses Thema ein Streit entbrannt. Zwar ist die Inklusion gewollt, aber weder das Land noch die Kommunen wollen für die Umsetzung richtig Geld in die Hand nehmen und ausgeben.

Regelschulen müssen aus- und umgebaut werden

Durch den Streit, wer die Rechnung übernehmen muss, wird das eigentliche Ziel – nämlich die Inklusion behinderter Kinder an Regelschulen – in NRW zurzeit eher zur Nebensache. Zumindest hat es den Anschein. Etwa eine halbe Million Kinder und Jugendliche in Deutschland sind behindert. Bislang ist es so, dass die wenigsten von ihnen eine reguläre Schule besuchten. Die meisten Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gehen auf Förderschulen.

Seit 2009 gilt in Deutschland die Uno-Konvention für Behindertenrechte. Alle Schüler sollen gemeinsam lernen, sich gegenseitig helfen und fördern; kein Kind soll wegen körperlicher oder geistiger Handicaps von einer Regelschule ausgeschlossen werden. Der Weg zu diesem Ziel ist jedoch schwierig. Denn damit Schulen inklusiv betrieben werden können, müssen sie meisten aus- und umgebaut werden. Die Räume muss rollstuhlgerecht gemacht werden, es müssen Rampen her, die Toiletten müssen behindertengerecht ausgestattet sein, außerdem braucht man Sozialpädagogen und Integrationshelfer. Ferner müssen auch noch Lehrer fort- und weitergebildet werden.

All das kostet Geld – und nun geht es daher um die Frage, ob und in welcher Höhe das Land den Kommunen die Kosten für Schulumbau, Sozialpädagogen und Integrationshelfer erstatten muss. Die nordrhein-westfälische Landesregierung verhandelt deshalb derzeit wieder mit Spitzenverbänden. Und es bleibt zu hoffen, dass danach wieder die eigentliche Inklusion im Mittelpunkt steht.

Quelle: www.spiegel.de
Bildnachweis: ©Vladimir Nenov / iStock

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