„Wutbrief“ einer Lehrerin löst Diskussionen aus

Der „Wutbrief“ einer Grundschullehrerin aus Harburg hat eine Diskussion darüber entfacht, ob immer mehr Kinder schlecht erzogen sind. Die Hamburger Morgenpost hat über die Lehrerin berichtet und Auszüge des fünfseitigen Briefes an die Eltern über das schlechte Verhalten der Erstklässler veröffentlicht.

Verwöhnt, rücksichtslos und ohne Respekt

Respekt scheint nach der Schilderung der Lehrerin ein Fremdwort für die Kinder zu sein. Sie seien einfach respektlos. Dafür aber seien die Erstklässler verwöhnt und rücksichtslos. Die Lehrerin fordert von den Eltern, dass sie ihren Kindern wieder Werte vermitteln. Der Klassenausflug in eine Kunsthalle war ausschlaggebend für die Verärgerung der Grundschullehrerin, die sich nach eigenen Worten schämte und für das Verhalten der Kinder in den Kunsträumen entschuldigte.

Angefangen bei Kloppereien um die Pinsel und Malutensilien über die Beleidigungen der Bilder der Klassenkameraden bis hin zu Antworten in Fäkalsprache auf Fragen der Kunstführerin: Die Lehrerin war entsetzt über das Verhalten. Rucksäcke wurden hin und her geschleudert, ältere Besucher der Kunstausstellung bekommen auch etwas ab, können mit einer Entschuldigung seitens der Kinder nicht rechnen.

Am Hauptbahnhof, wo die Kinder zusammenbleiben sollten, kommt sich die Lehrerin „wie ein Schweinetreiber“ vor. Rülpsen in der Bahn und immer wieder wird noch einer draufgesetzt: Hinweise von den begleitenden Personen stoßen einfach auf taube Ohren. Die Lehrerin, die den „Wutbrief“ geschrieben und damit eine Diskussion im Internet ausgelöst hat, ärgert sich aber auch über die Eltern, die sie auf das aggressive Verhalten der Kinder angesprochen hat. Es habe nur mildes Lächeln und fadenscheinige Erklärungen gegeben.

Blutrünstige Gameboyspiele, Fernsehen schon vor der Schule und ein „beachtlicher Blutzuckerspiegel“ schon frühmorgens seien leider Normalität. Die Lehrerin ist aber trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – des Ärgers fest entschlossen, aus dieser Klasse „mitfühlende, aufmerksame, respektvolle und respektierte Kinder zu machen“. Sie werde in der nächsten Zeit sehr streng an Werten und sozialverträglichem Handeln arbeiten.

Bildnachweis: iStock / ilona75

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