Bildungssystem

Mehr Kreativität im Bildungssystem

Fehlt es im heutigen Bildungssystem an Kreativität? Wird das Konkurrenzdenken aus der Wirtschaft auf die Bildung übertragen? Und werden Kinder nur dahingehend ausgebildet, gut in der Produktionsgesellschaft zu funktionieren? Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer befasst sich in seinem Film „Alphabet“ sehr kritisch mit dem Bildungssystem.

Film „Alphabet“ sorgt für Diskussionsstoff

Ende Oktober kam der Film in die Kinos und sorgt seitdem für Diskussionsstoff. Denn Wagenhofer bringt zwar durchaus interessante Erkenntnisse und Gedanken ein, an Polemik mangelt es nach Kritikermeinung jedoch auch nicht. Liest man die verschiedenen Rezensionen, dann findet man auf zeit.de oder tagesspiegel.de durchaus auch Wörter wie „platt“, „plakativ“ und „polemisch überspitzt“.

Aussagen wie „98 Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2 Prozent“ kommen tatsächlich überzogen daher. Der Dokumentarfilmer kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik zwar die besten Bildungseinrichtungen besucht hätten, aber keinerlei Lösungen anzubieten hätten, wenn es um schwierige Situationen gehe.

Ein kreatives und dabei lösungsorientiertes Arbeiten ist nach Ansicht Wagenhofers bei unserem Bildungssystem nicht möglich. Eine „allzu düstere Bestandsaufnahme“ heißt es daher auch in einer der vielen Kritiken. Die „Schule als Kreativitätskillerin“ ist schuld an dem Verlust der Hochbegabung – so könnte ein Fazit lauten. Das klingt wirklich absolut überspitzt. Denn Eltern, Lehrer und alle, die sich mit dem Thema Bildung befassen, wissen, dass dies ein sehr komplexer Bereich ist, den man nicht einfach mit einigen Pauschalurteilen beschreiben kann.

Und dennoch gibt der Film auch Anlass zum Nachdenken. Denn unter anderem zeigt Wagenhofer Bilder aus China mit übernächtigten und Lehrstoff büffelnden Kindern. Auswendig lernen, konzentrieren, pauken, pauken, pauken – und das alles unter Druck. Das hat Folgen. Der Primus-Pisa-Kandidat China, bei internationalen Rankings immer vorne dabei, hat nämlich auch die höchste Selbstmordrate überforderter Schüler.

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