Viele Sprachtests sind mangelhaft

Sprachtests in Kindergärten sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich – und viele der Tests sind mangelhaft. Das zumindest ist das Ergebnis einer Studie des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Experten befürchten, dass viele Kinder nicht gefördert würden, obwohl sie durchaus Bedarf hätten.

Experten kritisieren zu wenig Aussagekraft

Die umstrittenen und in der Kritik stehen Sprachtests wurden vor einigen Jahren mit dem Ziel eingeführt, frühzeitig festzustellen, wie gut vierjährige Kinder Deutsch sprechen. Bei Defiziten soll dann eine Förderung erfolgen, damit der Rückstand bis zur Einschulung aufgeholt werden könne.

Deutschlandweit werden momentan 21 unterschiedliche Sprachtests angewandt, in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel der Test „Delfin 4“. Einige davon stehen unter Kritik.

Nun stehen viele der unterschiedlichen Sprachtests nach dem Ergebnis der Studie in der Kritik, denn nur acht von ihnen erfüllten mehr als 16 der festgelegten insgesamt 32 Qualitätsmerkmale, wie zum Beispiel die Belegbarkeit der Messung der Sprachfähigkeit.

Ein klassisches Ranking gibt es nach Auswertung der Ergebnisse nicht, die Forscher stellten jedoch heraus, dass die in Mecklenburg-Vorpommern und Hessen angewandten Tests jeweils 25 der 21 Merkmale erfüllten, der in Bayern angewandte Test hingegen nur 6.

Das Mercator-Institut empfiehlt den Bundesländern, sich auf einige Tests zu verständigen und durch Einrichtung einer Koordinierungsstelle diese künftig gemeinsam weiterzuentwickeln. Durch mangelhafte Tests könnten schließlich Kinder, die eigentlich eine Sprachförderung bräuchten, durchs Raster fallen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, die Sprachförderung in Kitas konzeptionell auf eine neue Grundlage zu stellen. Sie fordert schon seit längerer Zeit die Einstellung von Delfin 4, das 13 Qualitätsmerkmale erfüllte. Denn hier seien die Belastungen für die Erzieherinnen und Lehrkräfte hoch, die Ergebnisse seien jedoch wenig aussagekräftig.

Bild: Thinkstock/iStock

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert