„Strafe muss sein“ – aber dem Alter angemessen

„Strafe muss sein“ – ein Satz, den Eltern vermutlich selbst als Kinder oft gehört haben. Heutzutage werden Sanktionen aber nicht selten abgelehnt. In der aktuellen Ausgabe von „Familie & Co“ sieht der Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck das anders.

Natürlich sollen Kinder mit viel Liebe erzogen werden. Aber er sagt auch: „Wer jede Art von Strafe ablehnt, erweckt im Kind den Eindruck von Gleichgültigkeit.“ Wichtig sei es, dass Strafen dem jeweiligen Alter der Kinder angemessen seien und dass sie nicht „nach Lust und Laune eingesetzt werden“.

Frühzeitig Grenzen setzen

Bei Zweijährigen machen klassische Strafen noch keinen Sinn. Hier hilft ein langer Atem. Eltern von kleinen Kindern kennen die Situation. Im Supermarkt wird der Nachwuchs trotzig und laut, schreit und heult, weil der eine oder andere Wunsch nicht erfüllt werde. Hier helfe nur ein konsequentes Nein der Eltern und ein Ignorieren, sagt die Psychologin Angelika Faas. So unangenehm die Szene auch den Eltern ist – wichtig ist, konsequent zu bleiben und das „Nein“ nicht wieder aufzuheben.

An Regeln haben sich auch Mädchen und Jungen im Kindergartenalter zu halten. Streithähne, die im Sandkasten wegen einer Schaufel aneinander geraten, sollten unter Angaben von Erklärungen getrennt werden. Bestraft werden soll in diesem Alter nicht einfach so aus der Situation heraus. Kindern müssten zuvor klar gemacht werden, was für Folgen ihr Fehlverhalten hat, welche Reaktionen kommen könnten. Spätestens im Grundschulalter sollte der Nachwuchs aber begriffen haben, dass man für Fehler gerade stehen muss.

Ob Jugendliche letztlich die ernst genommen haben, zeige sich bei den Teenagern. Wer in jungen Jahren keine Grenzen gesetzt bekommen habe, tanze den Eltern ordentlich auf der Nase herum. In diesem Alter sei es wichtig, dass Strafen, wie zum Beispiel Hilfe im Haushalt oder ungeliebtes Rasenmähen einfach kommentarlos und ohne Diskussionen umgesetzt werden. Übrigens ist Lob natürlich genau so wichtig wie eine angemessene Bestrafung.

Bild: Thinkstock/iStock

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