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Macht Stillen und Muttermilch intelligenter?

Rein statistisch gesehen kann es sogar stimmen, dass gestillte Kinder intelligenter sind als diejenigen, die die Flasche bekommen haben. Allerdings liegt das allem Anschein nach nicht an der Milch selbst.

Muttermilch: das Maß aller Dinge

[dropcap]M[/dropcap]uttermilch gilt als ideales Getränk für Neugeborene. Deswegen empfiehlt es sich, mindestens vier Monate lang ausschließlich zu stillen. Auch weiter, während der Einführung von Beikost, sollten Babys Muttermilch bekommen. Es gab zahlreiche Studien, die beweisen, dass gestillte Kinder weniger anfällig für Infektionen sind. Diese Kinder werden auch seltener übergewichtig. Was die geistige Entwicklung betrifft, gibt es auch da Unterschiede. Gestillte Kinder sind in der kognitiven Entwicklung und in der Schule oft besser als die „Flaschenkinder“.

Diesen Vorsprung verschaffen den Kindern die langkettigen, ungesättigten Fettsäuren (LC-PUFA), die in der Muttermilch enthalten sind. In der Kuhmilch sind sie fast gar nicht vorhanden. Es bleibt auch weiterhin unbestritten, dass Stillen das Risiko für Durchfall und Mittelohrentzündung senkt. Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, die im Auftrag des Verbraucherministeriums und der Zeitschrift Kinderheilkunde tätig waren.

Muttermilcheinfluss auf das Kindergehirn

Die Experten sind sich jedoch uneinig, ob die Muttermilch irgendwelchen Einfluss auf das kindliche Gehirn hat. Zu den Kritikern gehört auch Kinderarzt Doktor Gideon Koren von der Universität von Toronto. Er bezweifelt nämlich, dass die Inhaltsstoffe der Muttermilch schlau machen können. In diesem Zusammenhang hat er im vergangenen Jahr eine Übersichtsstudie verfasst. Er geht davon aus, dass andere Faktoren und nicht die Muttermilch dafür verantwortlich sind.

Wird die Intelligenz von Muttermilch beeinflusst?

Ob ein Kind gestillt wird oder nicht hängt zum größten Teil von dem sozio-ökonomischen Status der Eltern ab. Stillende Mütter haben in der Regel eine bessere Allgemeinbildung und einen höheren IQ, was ihnen dadurch viele soziale Vorteile und ein höheres Familieneinkommen verschafft. Das hängt auch mit der Gesundheit der Kinder zusammen. Laut einer großen britischen Studie hat Stillen lebenslange Folgen für den Nachwuchs: Stillen erhöht die Chancen, dass die Kinder künftig beruflich weiterkommen.

Es gibt jedoch genauso viele Befürworter dieser These wie auch Gegner, die damit nicht einverstanden sind. Britischen Studien zufolge hat man bei Schwangeren, denen man die LC-PUFA-Fette als Tablette gegeben hat, keinen Einfluss auf die Gehirnentwicklung ihres Kindes festgestellt. Viele Milchhersteller verwenden LC-PUFAs als Muttermilchersatznahrung. Bislang konnte man aber nicht beweisen können, dass solche Tütenmilch den Kindern irgendwelche Vorteile brachte.

Arte Doku: Stillen: Wie wichtig ist Muttermilch?

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Dmitriy Shironosov

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