Künstliche Befruchtung – kinderlos mit Kinderwunsch

[dropcap]L[/dropcap]eider ist aus verschiedenen Ursachen vielen Paaren das Glück verwehrt, dass sich ihr Kinderwunsch auf natürlichem Wege erfüllt. Deshalb greifen viele Paare zur künstlichen Befruchtung. Künstliche Befruchtung bringt in den meisten Fällen, unterstützt durch begleitende medikamentöse Behandlungen, mit der Geburt eines Babys auch den gewünschten Erfolg. Das künstliche Herbeiführen einer Schwangerschaft ist zwar unromantisch, hat aber ein wesentlich höheres Ziel – dass Ihr Wunschkind auf die Welt kommt.

Gründe für eine Kinderlosigkeit

Zu rund 90 % sind es körperliche Gründe, welche die weibliche bzw. männliche Fruchtbarkeit wesentlich beeinträchtigen können. Bei der Frau sind es meistens hormonelle Störungen, wie eine beeinträchtige Funktion der Eierstöcke oder der Gebärmutter, welche sich negativ auswirken können (endokrine Ursachen).

Des Weiteren kommt es auch oft vor, dass die Eileiter ihre Funktion als Transporter zwischen dem Eierstock und der Gebärmutter aufgrund von Eileiterschwangerschaften, Operationen oder Entzündungen nicht mehr vollständig erfüllen können (tubare Sterilität).

Selten, aber denkbar ist auch, dass Beeinträchtigungen im Immunsystem eine Befruchtung verhindern. Beim Mann ist es überwiegend die Frage der Spermamenge und der Qualität der Spermien.

Welche Frauen kommen für eine künstliche Befruchtung in Frage?

Grundsätzlich steht es natürlich jeder Frau frei, sich einer künstlichen Befruchtung zu unterziehen. Aber abgesehen von der persönlichen Bereitschaft, gibt es in Bezug auf eine künstliche Befruchtung auch gesetzliche Regelungen, die von Land zu Land unterschiedlich sind. In Deutschland müssen Frau und Mann verheiratet sein, um diese Art der Empfängnis und ebenso eine finanzielle Beteiligung der Krankenkasse in Anspruch nehmen zu können.

Bei ledigen Paaren entscheidet zudem eine Ethikkommission der Ärztekammer über eine künstliche Befruchtung, wobei auch keine Kostenerstattung vorgesehen ist. Leben Sie in Österreich, genügt schon eine eheähnliche Gemeinschaft (eingetragene Partnerschaft). Sind Sie Single oder in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, können Sie allerdings keine künstliche Befruchtung in Anspruch nehmen.

Die Verfahren der künstlichen Befruchtung

Aus medizinischer Sicht gibt es vier Verfahren, die für eine künstliche Befruchtung in Frage kommen. Voraussetzung ist aber immer, dass eine natürliche Fortpflanzung bisher nicht erfolgreich war. Des Weiteren hängt das gewählte und sinnvollste Verfahren von Ihren im Rahmen der Diagnostik festgestellten körperlichen Einschränkungen ab. Die erste Variante ist die Insemination, die bei einer zu geringen Samenmenge oder -qualität, oder wenn beim Mann trotz einwandfreier Samenzellen kein Geschlechtsverkehr möglich ist, in Frage kommt.

Bei Frauen ist ein Grund für die Insemination meistens eine Störung des Gebärmutterhalses. Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) werden im Rahmen der künstlichen Befruchtung fruchtbare Eizellen entnommen und in einem Reagenzglas mit dem Sperma des Mannes befruchtet. Nach einer Wartezeit von bis zu 50 Stunden wird dann die Eizelle in die Gebärmutterhöhle eingesetzt. Von dem IVF-Verfahren abgewandelte Methoden sind noch die Mikroinjektion (ICSI) und der intratubare Gametentransfer (GIFT), die beide aber nur mehr selten praktiziert werden.

Vor- und Nachteile künstlicher Befruchtung

Abgesehen vom größten Vorteil, nämlich, dass Sie mit der künstliche Befruchtung ein Kind zur Welt bringen können, müssen Sie sich auch bewusst sein, dass es auch zu Nebenwirkungen in Form von hormonellen Überstimulationen, psychischen Problemen und Mehrlingsschwangerschaften kommen kann. Aber zumindest lebt durch eine künstliche Befruchtung die Hoffnung, dass Ihr Kinderwunsch erfüllt wird.

Bild: Keoni Cabral – Flickr.com (CC BY 2.0)

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