Kräutertee

Kräutertees können Krebs auslösen

Im Allgemeinen genießen Kräutertees seit Langem einen guten Ruf. Sie sind sanft, gut verträglich und gesundheitsfördernd. Allerdings hat das Bundesinstitut für Risikobewertung vor einiger Zeit krebserregende Stoffe in einigen Proben nachweisen können. Das Risiko betrifft in erster Linie Kinder, Schwangere und Stillende.

PA in einigen Teeproben festgestellt

[dropcap]O[/dropcap]b Fenchel-, Kamille-, Pfefferminze-, Brennnessel- oder Melissen-Tee: Für die meisten sind Kräutertees gesunde und schmackhafte Getränke. Nach den neuesten Untersuchungen muss man womöglich diese Meinung ändern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bekannt gegeben, dass Forscher in Kräuter-Tees „unerwartet hohe Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden“, kurz PA, gemessen hätten.

Es handelt sich um Stoffe, die bestimmte Pflanzen von sich aus produzieren, um sich einen Schutz vor Pflanzenschädlingen zu gewährleisten. Obwohl es bis jetzt keine allgemeinen Grenzwerte für PA gibt, hätten sie sich jedoch in Tierversuchen als krebserregend erwiesen. Die gemessenen Grenzen seien in diesem Zusammenhang in jedem Fall „zu hoch“.

Es betrifft fast alle Tees

Im Laufe der Studie hatten Experten verschiedene Kräutertees untersucht. Dazu gehörten einfache Teemischungen aus dem Supermarkt wie auch sogenannte Ökotees aus der Apotheke. In fast allen Proben, unabhängig von der Herkunft, konnte man Spuren von PA nachweisen. Der Gehalt war aber sehr unterschiedlich und schwankte stark selbst innerhalb eines Produkts.

Forscher testeten auch schwarze und grüne- oder Früchtetees. Grundsätzlich waren es jedoch zu wenige Proben gewesen, „um das Ergebnis wissenschaftlich abschließend zu verwerten“, wie Alfonso Lampen, Leiter der Abteilung Lebensmittelsicherheit beim BfR, mitteilte. Da es sich dabei um keine repräsentative Untersuchung handele, sondern um ein Forschungsprojekt, wollte er auch nicht bekannt geben, welche Tee-Marken besonders betroffen waren.

Nicht nur Kräutertees trinken

Für die Eltern ergibt sich daraus eine dringende Empfehlung: Sie sollten ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees oder andere Tees anbieten. Das betrifft auch Schwangere und stillende Mütter – man sollte neben Tee auch andere Getränke zu sich nehmen. „Wer ab und zu mal einen Kräutertee trinkt, muss sich keine Sorgen machen“, sagt Lampen. Diejenigen jedoch, die über einen längeren Zeitraum bis zu zehn Teebeutel am Tag trinken, sollten ihre Produkte regelmäßig wechseln. Dadurch wird das Risiko, sich ständig der gleichen hohen Belastung auszusetzen, reduziert.

Es bleibt immer noch ein Rätsel, woher eigentlich die PA in den Tee kommt. Lampe sagte diesbezüglich: „Wir vermuten, dass bei der Ernte Unkräuter wie Greiskraut, Kreuzkraut oder Natternkopf dazwischen geraten sind, die bekanntermaßen PA bilden.“ Produzenten wurde dringend empfohlen, ihre Erntemethoden zu überprüfen. Ganz auszuschließen lässt sich jedoch diese Gefahr nicht, weil Tee einfach ein Naturprodukt ist.

Belastung durch Pestizide über Grenzwerten – Gift im Tee – Teil 1

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / upsidedowncake

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