Kleidung aus Produktionsüberschüssen

Kinder und Babys günstig einkleiden

Kleidung aus Produktionsüberschüssen
Kleidung aus Produktionsüberschüssen

Textilproduzenten sind einerseits von Mode und Mainstream, andererseits aber auch von Jahreszeiteinflüssen abhängig. Ist ein Sommer zu kalt oder ein Winter zu warm, schlägt sich dies gleich in den Verkaufszahlen der vorproduzierten Ware nieder. Kleidung aus Produktionsüberschüssen entsteht also wenn die allgemeine Kauflaune abnimmt – neue Vertriebskonzepte sind darauf die clevere Reaktion.

Neue Vertriebskonzepte für Modemacher

[dropcap]D[/dropcap]ie Textilbranche hat wenige Erfolgsrezepte. Klar ist, dass der Einzel- und Großhandel oftmals nur mit einem schleppenden Vertrieb reagiert, wenn die Produzenten „neben dem Trend“ liegen. Außerdem werden natürlich nicht sämtliche Marken in den herkömmlichen Boutiquen und den großen Kaufhäusern geführt.

Deshalb investieren immer mehr Markenlabel in eigene innovative Konzeptstores, um mit potenziellen Kunden in Kontakt kommen zu können. Zudem verfügen diese Formen von Vertriebskonzepten über mehr Engagement und wirtschaftliches Know-how.

Hinzu kommen die Probleme des Marktes – die Regeln von Angebot und Nachfrage. Gerade in der Textilbranche wird mit harten Bandagen um Marktanteile gekämpft.

Deshalb geht in Deutschland aktuell der Trend zu Factory-Outlet-Centern, Designer-Outlet-Centern und Fabrikverkaufszentren. Doch um auch hier erfolgreich zu sein, braucht es den Mut, neue Wege zu gehen. Dazu gehört die perfekte Standortwahl, die hohe Qualität des Konzeptes, erstklassiger Service und die Schaffung zusätzlicher Dienstleistungs-, Gastronomie- und Erlebnisangebote. Dann wird für die Kunden aus dem vermeintlichen Shoppingtrip im besten Fall ein entspannter Familienausflug.

Ein ganz neuer Weg wurde dieses Jahr in Bad Münstereifel eingeschlagen, dort wurden 40 Läden in der gesamten Stadt verteilt, die alle als Outlets konzipiert sind. Was es damit genau auf sich hat, sehen Sie in diesem Artikel.

Konsumenten nun in Kauflaune

Aktuell entdecken Unternehmen und Konsumenten, dass der Handel mit Restposten, Mustern, Retouren, Überschuss- und Auslaufware für beide Seiten ein lukratives Geschäftsfeld sein kann. Außerdem hat sich das Kaufverhalten der Konsumenten geändert. Sie sind kritischer, aufgeklärter und vor allem anspruchsvoller geworden. Durch diesen Bewusstseinswandel ist eine deutliche Trendwende zu beobachten. Es heißt: Hände weg von billiger Ausschussware und lieber reduzierte Markenprodukte aus vergangenen Kollektionen und aus Überschussproduktion kaufen.

Mit großem Preisnachlass wird auch sehr erfolgreich Bekleidung aus Produktionsüberschüssen im Direktvertrieb verkauft. So sparen Kunden bei dem Einkauf im Schnitt 50 Prozent und mehr. Am Beispiel von Kindermode lässt sich die Vorteilsvielfalt erklären: Viele Eltern sind oft vom erdrückenden Überangebot und vom Größen- und Materialkonglomerat genervt – eigentlich wollen sie nur ihre Kinder und Babys günstig einkleiden. Hinzu kommt, dass Kinder schnell wachsen und einen enormen Verschleiß an Bekleidung haben.

Haben dann Eltern noch gewisse Ansprüche hinsichtlich Qualität, Langlebigkeit, Strapazierfähigkeit, Hautverträglichkeit und eine gewisse Markenverbundenheit, können Einkäufe schnell zu einer anstrengenden und am Ende auch kostspieligen Angelegenheit werden. Aber tatsächlich muss gute Kinderbekleidung nicht exorbitant teuer sein, denn es gibt tolle Schnäppchen, die aus Produktionsüberschüssen stammen.

Es gibt mittlerweile einige Geschäfte, wo man produktionsüberschüssige Kleidung bekommen kann, wie etwa bei Discountern wie TK Maxx. Dies ist aber nur ein bekannter Anbieter von vielen. Es wird in Zukunft sicher noch weitere Geschäfte geben, die sich auf diese Art von Konzept konzentrieren werden.

Woher kommen die Schnäppchenpreise?

Konzept-Stores, Outlet Center und Fabrikverkaufszentren verfügen häufig über zusätzliche Onlineshops. Diese parallel laufenden Vertriebskonzepte haben den Vorteil, dass der klassische Zwischenhändler umgangen wird und Gewinnmargen entfallen. So kann den Kunden erstklassige Ware zu stark reduzierten Preisen angeboten werden. Viele Outlets befinden sich in der Nähe der Produktionsstätte und werden auf kürzesten Weg beliefert. Dadurch senken Hersteller erheblich die Kosten für Transport und Lagerung. Langfristig wird sich aus dem Direktverkauf vom Hersteller an den Endkunden ein neuer starker Absatzkanal entwickeln.

So kommt es hinter den Kulissen zu Konflikten zwischen Herstellern, Großhandel und Einzelhandelsgeschäften. Trotzdem steht fest, dass diese zukunftsorientierten Vertriebsformen Warenüberschüsse abbauen und im Sinne von Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Kundenzufriedenheit gute Alternativen sind.

Statistik: Wie oft pro Jahr nutzen Sie die folgenden Methoden oder Geschäfte zum Kauf von Kleidung? | Statista
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Der Boom von Outlet Stores in Deutschland

Der Markenanteil von Factory-Outlet Stores wird in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und den USA auf etwa 1 bis 3 Prozent geschätzt. Der Grund für die zögerliche Ausbreitung sind nicht die Betreiber und Investoren, sondern es fehlen noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Nach ihrer Einrichtung wird sich zeigen, welches Entwicklungspotenzial dieser Branchenbereich in Zukunft hat.

Fazit

Konsumenten haben sehr unterschiedliche Gründe, zu Schnäppchenangeboten zu greifen: zu geringes Einkommen, die Markenprodukte sind im Handel viel teurer oder die Käufer besitzen ein ausgeprägtes Preisbewusstsein.

Wer hinter die Kulissen schaut, weiß auch, das viele Unternehmen pro Jahr mit bis zu 30 Modekollektionen an den Start gehen. Jede Einzelne davon sollte möglichst binnen drei Monate verkauft sein. Dazu ist weder der Verlauf noch das Ende der jeweiligen Saison sicher planbar. Aus dieser Logik heraus werden mögliche Kleidung aus Produktionsüberschüssen mit großen Rabatten an die Endverbraucher verkauft, um die Lager zu räumen und Platz für Neues zu schaffen.

Geschieht dieser Verkauf im Direktvertrieb, erzielen Unternehmen nicht nur Gewinne, sondern sie machen positives Marketing, erzielen Markenloyalität und der Kunde trägt sein Lieblingslabel für weniger Geld.

Bildquelle
Bild oben: © panthermedia.net / Elena Elisseeva

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