Kinderwagen-Testsieger der Stiftung Warentest

Kinderwagen Testsieger der Stiftung Warentest 2015

Der neue Kinderwagentest der Stiftung Warentest 2015 überrascht, denn just das teuerste Modell bekam die schlechteste Note. Die Gesamtqualität und Eignung im alltäglichen Gebrauch lässt allerdings generell bei fast allen Modellen zu wünschen übrig. Von den 14 getesteten Kinderwagen erhielt bei der Stiftung Warentest nur einer die Note „Gut“. Schadstoffe und Platzmangel waren Grund dafür, dabei geben Eltern für den Kinderwagen oftmals ein kleines Vermögen aus.

Kinderwagen Testsieger

[dropcap]E[/dropcap]s waren vor allem Schadstoffe und die Liegefläche, die sich als Probleme herausstellten und einen echten Kinderwagen Testsieger schwr machten. Die optimale Liegefläche sollte rund 35 x 75 Zentimeter betragen, damit die Kinder auch wirklich genügend Platz haben. In vielen Modellen hatten die Kinder jedoch weniger als 30 Zentimeter zur Verfügung. Punkabzug gab es daher für die Modelle der Kombi-Kinderwagen von Bugaboo, Stokke und Joolz. Stokke und Joolz hatten zudem noch ganz andere Mängel aufzuweisen: Schadstoffe. So sind im Griff des teueren Modells „Stokke Trailz“, welches immerhin 1350 Euro kostet, kurzkettige Chlorparaffine nachgewiesen worden. In der EU ist diese Substanz verboten, da es als stark krebserregend und umweltschädlich gilt. Der Hersteller har den Kinderwagen nach dem Testergebnis zwar zurückgerufen, dabei jedoch kein Wort der Schadstoffbelastung erwähnt. Und auch im Modell „Joolz Day Earth“ konnte man polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, nachweisen. Auch diese können Krebs hervorrufen. Der Kinderwagen gehört mit seinen 900 Euro ebenfalls zu den teureren Modellen.

ABC-Design Turbo 6S

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Der ABC-Design Turbo 6S überzeugte im Test nur wenig. Das Qualitätsurteil der Stiftung Warentest war „mangelhaft“. Die kindergerechte Gestaltung lässt zu wünschen übrig; ebenso die Sicherheit und Haltbarkeit. Die Handhabung wurde mit einem „ausreichend“ bewertet und auch im Turbo 6S konnten Schadstoffe nachgewiesen werden. Der Kinderwagen selbst ist mit seinen 350 Euro ein mittelpreisiges Produkt.

Teutonia Mistral S

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Der Teutonia Mistral S um 550 Euro konnte ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Auch er bekam lediglich die Note „Befriedigend“. Er gilt als solide und schwer und schnitt auch bei der kindgerechten Gestaltung, der Handhabung und der Schadstoffbelastung etwas schlechter aus, als sein Mitbewerber Bugaboo. Auch hier besteht beim Lösen der Handbremse Prellungsgefahr. Und wer den Wagen zusammenklappen möchte, sollte auf seine Füße achten, denn hier besteht die große Gefahr, dass der Fuß eingequetscht wird.

Zekiwa Alu-Cross

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Auch dieser Kinderwagen schnitt im Test mit einem „Befriedigend“ ab. Er gilt als relativ günstiger Wagen und kostet um die 300 Euro. Leider ist er auch relativ schwer. Der Zekiwa macht sich vor allem auf dem Waldboden gut, doch die Tragetasche ist zu klein, der Sitz ebenfalls wenig geeignet. Auch hier steckt in den Textilien „Formaldehyd“.

Britax Go – Der Testsieger

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Der Kinderwagen „Britax Go“ erhielt als einziger Wagen die Note „Gut“. Er überzeugte durch seine kindergerechte Bauweise und beinhaltete zudem keine nennenswerten Schadstoffe.

BRITAX gilt als Marktführer im Bereich der Kinderwagen und viele Fachseiten im Internet (http://www.kinderwagen.com/testsieger-kinderwagen) bieten den Britax Go mit an. Der besondere Kinderwagen wurde vor allem wegen seiner einfachen Handhabung und der schadstofffreien Verarbeitung ausgezeichnet. Der spezielle Kinderwagen-Aufsatz überzeugte ebenfalls. Dank ihm kann der Kinderwagen von Geburt an bis zu der 17-kg-Grenze seine Verwendung finden.

Der Kinderwagen wurde auch mit speziellen technischen „Highlights“ ausgestattet. So verfügt er über einen patentierten Faltmechanismus, welcher eine besonders kompakte Faltung ermöglicht. Es ist besonders dieses einfache Zusammenlegen des Wagens, welches von der Stiftung Warentest hervorgehoben wurde. Die stufenlos verstellbare Rückenlehne bietet zusätzlichen Komfort für das Kind. Und auch der große Sitzplatz mit ausgezeichneter Federung überzeugte!
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Die Branche ist zum Handeln aufgerufen

Die nachgewiesenen Schadstoffe sind nicht akut gefährlich, dennoch besteht bei einem längeren Gebrauch die Gefahr gesundheitliche Schäden zu erleiden. Die Anbieter sind daher aufgerufen dringend etwas an der Schadstoffbelastung zu verändern, denn bereits im Jahr 2006, waren 5 von 10 Kinderwagen mit Schadstoffen belastet.

Fazit

Anbieter müssen dringend nachbessern; bedauerlicherweise müssen sie sich jedoch bis jetzt nur an die Vorschriften einiger Schwermetallgrenzen halten. Bei den Vorschriften für Grenzwerte für Phthalate sieht es sogar noch schlimmer aus, denn hier müssen Hersteller nur in Kinderspielzeug die Grenzen beachten. Ein gewisser Widerspruch ist hier zu erkennen, denn Puppenkinderwagen sind wesentlich weniger belastet.

Kinder haben zu ihrem eignen Kinderwagen jedoch genauso viel, wenn nicht sogar mehr, Kontakt wie zu ihrem Spielzeug. Griffe, Stoffe und Co. werden ebenfalls in die Hände und den Mund genommen. Und auch die Eltern kommen ständig in Kontakt mit dem Kinderwagen. Leider haben Eltern auch nicht das Recht, einen schadstoffbelasteten Kinderwagen einfach so zurückzugeben oder umzutauschen. Hier kann man nur auf Kulanz hoffen. Wer daher sicher sein will, einen schadstoffarmen Kinderwagen zu erwerben, sollte sich den Kinderwagen Testsieger der Stiftung Warentest 2015 ansehen. Hier schnitt nur der „Britax Go“ mit der Note „Gut“ ab.

Bildquelle
Artikelbild: © panthermedia.net / Arne Trautmann