Mythen

Kinder und Gesundheitsmythen: Was ist wirklich dran

Legenden oder Mythen findet man in allen Lebensbereichen, auch in der Medizin kursieren viele hartnäckige Mythen, die nicht immer der Wahrheit entsprechen. Die gibt es auch dort, wo Eltern ihren Kindern gut gemeinte Ratschläge für ihre Gesundheit mit auf den Weg geben wollen. Weisheiten, von denen schon Oma wusste, bringen jedoch manchmal nichts. Sie sind pure Legenden und Mythen, für die es allerdings keine wissenschaftlichen Beweise gibt.

Ein Hornissenstich kann für Kinder tödlich sein

[dropcap]D[/dropcap]as kann im Allgemeinen zutreffend sein, es betrifft dann aber auch Wespen oder Bienen. Solche Fälle kommen jedoch extrem selten vor. Das Risiko besteht nur dann, wenn das Kind gegen Hornissen-Gift allergisch ist. Hochgefährlich sind jedoch Insektenstiche im Mundbereich, weil dadurch zu einer Erstickung kommen kann.

Dass das Knacken mit den Fingern den Gelenken schadet, ist auch ein Mythos, weil rein aus medizinischer Sicht dieses Knacken unproblematisch für Gelenke ist. Das Geräusch kommt vor, weil sich Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit bilden, und dann platzen. Es kommt definitiv nicht von Knochen. Bei Babys ist das Knacken von Schulter- oder Hüftgelenken sogar ein Zeichen für gesunde Gelenke.

Schielen kommt nicht vom Augenverdrehen!

Wer die Augen extrem verdreht, wird nicht auf Dauer schielen, das ist ein Unsinn. Verdrehen gesunder Augen ist nichts anderes als ein Muskelspiel, und Muskeln frieren nicht einfach auf einer Position ein. „Wenn Kinder nah am Fernseher sitzen, schaden sie ihren Augen.“ Heutzutage sitzt man bei den modernen TV-Geräten sowieso nicht mehr so nah dran.

Auch wenn Kinder bei den alten Fernsehern zu nahe dran waren, riskieren sie im schlimmsten Fall nur müde Augen. Es ist lediglich nur eine weitere Legende. Unwahr ist auch, dass Lesen bei dämmrigem Licht die Augen verdirbt. Im Prinzip ist Lesen ja eigentlich sehr gut für Kinder und Jugendliche. Sie werden auch keine Schäden davon tragen, wenn sie mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lesen. Das könnte auf Dauer vielleicht nur ein bisschen anstrengend sein, sonst nichts.

Schluckauf bekämpft man durch Erschrecken

Diese Feststellung trägt auch den Prädikat „Unsinn“. Schluckauf entsteht durch eine Reizung des Zwerchfellmuskels, der sich dann eine Zeitlang rhythmisch zusammenzieht. Es gibt keine patentierten Mittel, die einen akuten Schluckauf zuverlässig stoppen würden. Die einzige Möglichkeit wäre eine Ablenkung, weil man sich dadurch nicht mehr auf den Schluckauf konzentriert und sich entspannen kann.

Wunden heilen auch nicht am besten an der Luft, das ist völlig aus der Luft gegriffen. Das Pflaster unterstützt nämlich den Heilungsprozess der Wunde durch das feuchte Milieu, das unter dem Pflaster entstanden ist. Pflaster verhindert die Austrocknung und Verhärtung des Schorfs, die Verletzung heilt dann problemlos und ohne Narbenbildung. Pflaster verhindert zudem, dass kein Schmutz auf die Wunde kommt.

„Nase hochziehen“ hört sich vielleicht ein wenig unappetitlich an, es ist aber auf keinem Fall ungesund und schadet nicht den Nebenhöhlen, wie allgemein behauptet wird. Im Gegenteil: Wenn man kräftig nach vorne schnäuzt, wird ein größerer Druck auf die Nebenhöhlen und auch auf die Ohren ausgeübt, als bei „Nase hochziehen“.

Wie viele Hornissenstiche muss ein Mensch bekommen um daran zu sterben?

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Andreas Reimann

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