Kinder, Motivation und die Sache mit der Mundhygiene

Mundhygiene und Zahnpflege sind ein ganz wesentlicher Teil der Gesundheitsvorsorge – theoretisch weiß das jeder. Leider behandeln wir unsere Zähne trotzdem häufig etwas stiefkindlich, weil wir sie einfach als zu selbstverständlich betrachten. Besonders Kindern ist die Notwendigkeit einer sorgfältigen Mundhygiene und Zahnpflege oft nur schwer begreiflich zu machen, dabei können gerade Kinderzähne eine Extraportion Aufmerksamkeit und Pflege gut gebrauchen, damit sie von Anfang an gesund sind und es bis ins hohe Alter auch bleiben.

[dropcap]M[/dropcap]it der Vernunft und dem Pflichtbewusstsein ist es allerdings gerade bei kleinen Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter meist noch nicht allzu weit her. Das schlägt sich nicht nur aber eben auch auf die Mundhygiene und die Zahnpflege nieder. Für Eltern kann die Unlust, die sich nicht nur allabendlich am heimischen Waschbecken breit macht, oft ein ziemlicher Kraftakt werden. Nicht selten geben Eltern früher oder später entkräftet und entnervt auf und die kindliche Mundhygiene muss dem lieben Frieden das Feld räumen. Die Folgen für die Zahngesundheit der Kleinen können unter Umständen gravierend sein.

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Um Spätfolgen zu vermeiden, hilft nur mit gutem Beispiel vorangehen und mit viel Spaß und Geduld bei der Sache bleiben. Wie so oft im Leben, ist Motivation schließlich alles und auch die Liebe zur eigenen Mundhygiene lässt sich mit der Zeit und der richtigen Herangehensweise in jedem Kind wecken. Eltern und Erziehungspersonen sollten deshalb von Anfang an die Verantwortung für die kindliche Zahnpflege übernehmen und diese durch eine gezielte und kindgerechte Anleitung und die notwendige Motivation nach und nach an das Kind weitergeben. So wird das notwendige Verantwortungsgefühl für die eigene Mundhygiene frühzeitig vorgelebt und erlernt und kann von Anfang an in (Zahn)Fleisch und Blut übergehen.

Die Zahngesundheit auch bei Kindern bereits ernst nehmen

Mundhygiene und Zahngesundheit gehören zum Alltag. Meist beginnt der Tag bereits mit dem morgendlichen Zähneputzen und in den meisten Haushalten gehört die Mundhygiene zu den letzten Pflichterfüllungen des Tages, bevor es abends ins Bett geht. Damit ist die Zahnpflege ein wichtiger Bestandteil des Tages – zumindest für die meisten Erwachsenen. Leider unterliegen viele Eltern noch immer der irrigen Annahme, dass die Milchzähne ihrer Kleinen noch keiner allzu gründlichen Pflege bedürfen, da es sich nicht um bleibende Zähne handelt.

Diese Einstellung führt oft dazu, dass die ersten Zähnchen zwar stolz präsentiert aber leider nicht ausreichend gepflegt werden. Die Folgen einer mangelhaften Pflege der Milchzähne können schwerwiegend sein, denn inzwischen haben zahlreiche internationale Studien zweifelsfrei erwiesen, dass die Zahngesundheit der Milchzähne und der bleibenden Zähne in einem engen Zusammenhang steht.

Bereits in frühen Jahren können Erkrankungen und Verunreinigungen der Milchzähne über das Zahnfleisch in den Kiefer eindringen und so auch die nachfolgenden Zähne gravierend schädigen. Besonders das Risiko der Kariesbildung wird auf diese Weise drastisch erhöht. Die Gefahren einer mangelnden Zahnhygiene im Kleinkindalter können aber noch weit darüber hinausgehen. So können neben Zahnerkrankungen und Kieferfehlbildungen auch tiefgreifende Störungen in der sprachlichen Entwicklung eine mögliche Folge mangelnder Vorsorge sein.

Eine sorgfältige Mundhygiene ab dem allerersten Milchzähnchen ist dagegen die beste Prophylaxe gegen Erkrankungen am bleibenden Gebiss. Glücklicherweise haben die auftretenden Zahnproblematiken bei Kindern und Jugendlichen durch die zunehmende Aufklärung bei Kinderärzten und in Kindergärten und Schulen in den vergangenen Jahren merklich nachgelassen.

Die jährlichen Erhebungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes haben gezeigt, dass der Anteil der nicht von Karies befallenen Kindergebisse zwischen 1997 und 2005 von 41,8 Prozent auf 70,1 Prozent gestiegen ist. Auch die generelle Mundhygiene von Kindern und Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Für die kindliche Zahngesundheit ist es unerlässlich, dass Eltern und andere Erziehungspersonen das Thema Mundhygiene von Anfang an ernst nehmen und sich über die geeignete Zahnpflege in jedem Alter ausführlich informieren. Eine regelmäßige kindgerechte Mundhygiene ist die beste Prophylaxe gegen Spätfolgen in Form von Zahnerkrankungen und Zahnfehlbildungen.

Verantwortung übernehmen und vermitteln

LEGO Ein Besuch beim Zahnarzt ist für die meisten Menschen so ziemlich das Unangenehmste, das sie sich vorstellen können. Tief verwurzelte Ängste und die Erwartung unangenehmer Behandlungen und großer Schmerzen sind der Grund dafür. In vielen Fällen ist diese Aversion gegen die zahnärztliche Betreuung allerdings weniger eine Folge negativer Erfahrungen als vielmehr familiär anerzogen oder vom allgemeinen Gesellschaftsbild geprägt.

Wer selbst große Angst vorm Zahnarzt hat, wird dies bewusst oder unbewusst bereits früh auch an seine Kinder weitergeben. Schließlich lernen Kinder vom Vorbild der Eltern – das gilt besonders für den Aufbau von Ängsten. In den ersten beiden Lebensjahren bleibt Kindern der Gang zum Zahnarzt in aller Regel ohnehin erspart. Die Zahnprophylaxe fällt in diesem Zeitraum in den Verantwortungsbereich des Kinderarztes, der im Rahmen der regelmäßigen Gesundheitskontrollen und Früherkennungsuntersuchungen auch ein fachmännisches Auge auf die Kieferentwicklung und die allgemeine Mundgesundheit des Kindes wirft. Rund 90 Prozent aller Eltern nehmen erfreulicherweise das Angebot einer zahngesundheitlichen Früherkennungsuntersuchung mit ihrem Kind wahr und legen somit einen wichtigen Grundstein für eine gesunde Zahnentwicklung.

Ein großer Vorteil dieser Zusatzuntersuchungen sind die Informationen, die Eltern im Rahmen der Vorsorge dort vermittelt werden. Kinderärzte vermitteln in Beratungsgesprächen wertvolle Tipps rund um das Thema Zahnpflege bei Kindern und geben den Eltern gleichzeitig nützliche Anregungen für eine gesunde Ernährung mit auf den Weg, die eine komplikationsfreie Zahnentwicklung zusätzlich positiv beeinflussen können.

Mit diesen Informationen wird Eltern das notwendige Rüstzeug an die Hand gegeben, mit dem sie die notwendige Verantwortung für die Zahngesundheit ihres Kindes übernehmen können – und sollten. Dazu gehört mit gutem Beispiel voran zu gehen und die regelmäßige Zahnpflege nach jeder Mahlzeit selbst vorzuleben und damit auch glaubhaft zu vermitteln. Kinder lernen durch Nachahmen und Rituale und können so schon früh Verhaltensweisen übernehmen, die im späteren Leben für sie sehr wichtig sind.

Gleichzeitig sollten Eltern aber auch ihre eigene Einstellung gegenüber der Mundhygiene kritisch hinterfragen und ein neues Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf diese Alltagsproblematik entwickeln. Den Besuch beim Zahnarzt sollten Eltern ihren Kindern ungeachtet eigener Ängste oder Abneigungen so positiv wie möglich schildern und bereits im Kindergartenalter mit einer regelmäßigen Prophylaxe beginnen. Die Vermittlung der Zahngesundheit sowie aller damit in Verbindung stehender Aspekte sollte idealerweise so erfolgen, dass die Kinder Spaß daran haben. Kindgerechtes Informationsmaterial wird nicht nur vom Zahnarzt, sondern auch von Versicherungen wie zum Beispiel ErgoDirekt angeboten. Es vermittelt auf humorvolle Weise und mithilfe bunter Grafiken wesentliche Inhalte zur Mundhygiene.

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Im Rahmen der vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV) des Instituts der Deutschen Zahnärzte gaben 74,2 Prozent der befragten Kinder im Alter bis 12 Jahre an, dass sie sich zweimal täglich die Zähne putzen, weil sie wissen, dass sie auf diese Weise viel für die eigene Zahngesundheit tun können.

Ein erfreuliches Ergebnis, das den positiven Einfluss einer frühzeitigen und nachhaltigen Gesundheitserziehung in diesem Bereich deutlich macht. Mit Konsequenz und gutem Beispiel voran lautet hier die Devise. So übernehmen Eltern von Anfang an die Verantwortung für die Zahngesundheit ihrer Kinder und bereiten sie durch kindgerechte Rituale und Techniken darauf vor sie in einigen Jahren für eine eigenständige Mundhygiene selbst zu übernehmen.

Die kindliche Zahngesundheit frühzeitig rundum absichern

Zahnbehandlungen können bisweilen langwierig und vor allem teuer werden. Viele Erwachsene können dies aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Deshalb werden die Angebote der Versicherer für Zahnzusatzversicherungen immer attraktiver. Auf viele Kinder kommen meist im Schulalter Zahnkorrekturen durch Zahnspangen zu. Dabei können auch die Kosten für die kieferorthopädische Behandlung, die sich oft über Jahre hinzieht, ganz schön ins Geld gehen. Der große Nachteil daran ist, dass kieferchirurgische Behandlungen, die nur auf einer leichten Fehlbildung beruhen, meist von der Kasse nicht unterstützt werden und deshalb selbst getragen werden müssen.

Zahnärztin mit Schild - Zahnzusatzversicherung

Deshalb ist es ratsam auch für die Allerkleinsten bereits eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Viele Versicherer bieten heute bereits speziell auf Kinder zugeschnittene Zahnzusatzversicherungen an, die auch die Kosten für kieferorthopädische Korrekturen abdecken. Für Erwachsene ist eine solche Zusatzpolice im Rahmen von kosmetischen Korrekturen leider nicht sinnvoll, da auch private Zusatzversicherungen nicht leisten, wenn die Zahnfehlstellung bereits vor Abschluss der Versicherung bekannt war. Deshalb tun Eltern gut daran ihre Kinder schon früh mit einer Zahnzusatzversicherung zu versorgen. Kleinere oder größere Eingriffe und Behandlungen werden so vom Versicherer übernommen und verursachen deutlich weniger Kosten.

Wenn es um gesunde Zähne und Mundhygiene geht, kann der richtige Grundstein gar nicht früh genug gelegt werden. Gerade für Kinder ist eine sorgfältige Zahnhygiene wichtig. Hier sind die Eltern in der Pflicht frühzeitig die Verantwortung für die Mundhygiene ihrer Kinder zu übernehmen und ihnen durch ein gutes Vorbild und eingeübte Rituale das notwendige Verantwortungsgefühl für die eigene Zahngesundheit zu vermitteln. Deshalb sollten Eltern ihre eigenen Zahnpflegegewohnheiten noch einmal kritisch hinterfragen und sich bei Kinder- und Zahnärzten weiterführende Informationen zur richtigen Zahnpflege im Kindesalter besorgen. Nur, wer Verantwortungsbewusstsein vorlebt, kann es zuverlässig vermitteln und gibt seinem Kind das nötige Rüstzeug für eine gesunde Zukunft mit auf den Weg.


[box type=infobox] Die Autorin, Melanie Köpke, ist freiberufliche Ernährungsberaterin. Sie hat sich auf gesunde Ernährung für Kinder spezialisiert und besucht seit 12 Jahren Schulen und Kindergärten, um den Kindern dort erste wichtige Ideen zur gesunden Ernährung und zur Zahngesundheit zu vermitteln. Gemeinsam mit Erzieherinnen und Lehrerinnen erstellt sie Speisepläne, veranstaltet Kochkurse, in denen sie Kindern und Eltern ein Bewusstsein für gesundes Kochen und leckere und gleichzeitig gesunde Rezeptideen vermittelt und gibt wertvolle Ernährungstipps für zu Hause und unterwegs. Außerdem können Kindergarten- und Schulkinder in einem mehrtägigen Kurs bei ihr lernen, wie wichtig richtiges Zähneputzen nach dem Essen ist und worauf Eltern und Erzieher besonders achten sollten.
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Quellen:

Bildquellen:

  • Bild 1: ©metinkiyak – iStock | Bild 2: ©lagom – Fotolia.com | Bild 3: ©okunsto – Fotolia.com | Bild 4: ©ergodirekt | Bild von ergodirekt.de | Bild 5: ©PhotographyByMK – Fotolia.com
Kinder, Motivation und die Sache mit der Mundhygiene
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