Hygiene und Kinder

Hygiene und Kinder – wie viel Sauberkeit ist notwendig?

[dropcap]D[/dropcap]as Immunsystem von Babys und Kleinkindern ist viel schwächer als das von Erwachsenen. Spätestens, wenn der Nachwuchs in den Kindergarten geht, kann es immer mal wieder zu kleinen und größeren Krankheiten kommen. Damit es dem Sprössling bald wieder besser geht, ergreifen so manche Eltern übertriebene Hygienemaßnahmen, um den Bakterien keine Überlebensfläche zu bieten. In diesem Artikel lesen Sie, wie viel Sauberkeit wirklich notwendig ist.

Das Immunsystem von Babys

Über die Muttermilch werden Ihrem Kind Antikörper gegeben. Nach einigen Monaten lässt dieses körpereigene Schutzschild jedoch nach. Jetzt ist das Immunsystem gefragt, doch für die Entwicklung braucht dieses ebenfalls Antikörper – und diese Antikörper werden durch Erkältungen, Krankheiten, Bakterien und Keime gebildet.

Es hat also durchaus sein Gutes, wenn Ihr kleiner Schatz mit Husten sowie Schnupfnase auf Ihrem Schoß liegt und sich kraulen lässt. Gerade, wenn Ihr Baby eine Kindertageseinrichtung besucht, kann bei Ihnen der Eindruck entstehen, dass er oder sie ständig krank ist – vor allem, wenn sich diese Phasen auf die kalte Jahreszeit beschränken.

Pro Jahr sind jedoch acht Erkältungen und mehr normal. Zur Sicherheit befragen Sie Ihren Kinderarzt.

Das normale Putzprogamm

Abgesehen davon, dass Sie als (berufstätige) Eltern sicher Besseres mit Ihrer Zeit als Putzen anfangen können, sollten Sie es dennoch nicht übertreiben. Es muss nicht immer die Chemiekeule aus der Flasche sein. Zur schnellen Reinigung im Alltag reicht Wasser und bei leichter Verschmutzung ein einfaches Reinigungsmittel wie beispielsweise Essig- oder Allzweckreiniger vollkommen aus. Anstatt Politur können Sie Ihre Möbel ruhigen Gewissens mit einem einfachen Mikrofasertuch entstauben. Das Ganze hat, wie bereits erwähnt, den Hintergrund, dass das Immunsystem eines heranwachsenden Kindes Keime sowie Bakterien braucht, um sich zu entwickeln und Antikörper zu bilden. Ist dies nicht der Fall, beseitigen Sie also alle Krankheitserreger restlos, können unter anderem Allergien die Folge sein.

Verschärfte Hygienemaßnahmen bei Krankheiten

Bei Krankheiten, die über normalen Husten und Schnupfnase hinausgehen, sind ab und an verschärfte Hygienemaßnahmen angebracht. Um einer etwaigen Ansteckungsgefahr, vor allem bei den Familienmitgliedern untereinander, zu trotzen, ist dies von großer Wichtigkeit. Hier dürfen Sie zu stärkeren Mitteln greifen. Gut geeignet sind sogenannte Desinfektionsreiniger, welche übrigens auch als eine Art Weichspüler erhältlich sind. Gerade bei Magen-Darm- oder Kinderkrankheiten, von denen Erwachsene nicht verschont bleiben, ist eine erhöhte, dennoch nicht übertriebene, Sauberkeit empfehlenswert.

Gut versteckt – wo sich Keime gern ansiedeln

Abgesehen von den verschärften Hygienemaßnahmen bei diversen Krankheiten, sollten Sie – vielleicht im Rahmen des Frühjahrsputzes – versteckten Keimen auf die Pelle rücken. Dabei sollten Sie Türklinken, Mülleimer, Oberflächen von Handys und Laptops sowie Kinderspielzeug ganz genau ins Auge fassen. Anstatt nur die Böden, sollten Sie in regelmäßigen Abständen ebenfalls die Matratzen Ihrer Betten absaugen. Sie werden erstaunt sein, auf wie viel Staub und Dreck Sie und Ihr Kind eigentlich schlafen.

[box type=alert]Fazit: Trotz Kind müssen Sie es mit der Hygiene nicht übertreiben. Lediglich, wenn sich aufgrund von Magen-Darm- oder Kinderkrankheiten Keime ausbreiten könnten, sollten Sie einen größeren Hausputz einplanen. Da sich auf Türklinken, Mülleimern, Handys, Laptops, Kinderspielzeug und Matratzen gern Keime und Bakterien ansiedeln, ist hier ab und an eine gründlichere Reinigung empfehlenswert.[/box]

Bild: Jenny Lee Silver – Flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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